Landesfischereitag 2026: LFVBW stellt politische Weichen und blickt auf das Verbandsjahr 2027

Stuttgart, 13. Juni 2026. Der diesjährige Landesfischereitag des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg (LFVBW) in der Landeshauptstadt stand im Zeichen des personellen Wandels, neuer strategischer Allianzen und klarer politischer Forderungen. Vor einem gut besetzten Saal zog der Verband eine positive Bilanz aktueller Erfolge, richtete den Blick mit konkreten Zielsetzungen auf den neu gewählten Landtag und gab bereits den Termin für das kommende Jahr bekannt: Am 5. Juni 2027 lädt der LFVBW zum nächsten Landesfischereitag.

Hohe Beteiligung und strategischer Fokus auf den neuen Landtag

Präsident Thomas Wahl begrüßte zahlreiche Delegierte, Ehrengäste und Ehrenmitglieder. Besonders positiv fiel die Präsenz der jugendlichen Mitglieder auf, die die Zukunftsfähigkeit der Vereine untermauerte. In seiner Eröffnungsrede gab Wahl die Richtung für die kommenden Monate vor: Der fischereiliche Dialog mit den neu gewählten Abgeordneten des Landtags wird intensiviert, um die Kernanliegen der organisierten Anglerschaft fest in der Landespolitik zu verankern.

Ministerin Gentges: Digitaler Fischereischein und neue Ausbildungsverordnung

Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, brachte konkrete politische Zusagen mit nach Stuttgart. Sie verwies auf Meilensteine wie die Absenkung des Mindestalters für den Jugendfischereischein und das Ende des Nachtangelverbots. Zukünftige Schwerpunkte des Ministeriums liegen auf dem Kormoranmanagement sowie der Förderung der Jugendarbeit.

Anerkennung fand das LFVBW-Lachswiederansiedlungsprojekt inklusive der Lachszucht Wolftal, welches an der Kinzig messbare Erfolge verzeichnet. Die Ministerin betonte, dass stabile Wanderfischbestände und die Durchgängigkeit der Fließgewässer für das Land Priorität haben. Zudem kündigte sie bürokratische Entlastungen an: Der Jahresfischereischein wird im Scheckkartenformat digitalisiert – mit einer Übergangszeit von fünf Jahren. Eine neue Landesausbildungsverordnung soll zudem die hohen Qualitätsstandards der Vorbereitungslehrgänge dauerhaft sichern.

Sektorübergreifender Naturschutz: Kooperation mit der Jägerschaft

Die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit der Naturnutzer unterstrich Bezirksjägermeister Herr Häußer, der die Grüße von Jagdverband-Präsident Dr. Jörg Friedmann übermittelte. Angesichts des Klimawandels dürfe Naturschutz nicht isoliert agieren. Bei Themen wie Gewässerrandstreifen und dem Management invasiver Arten müssten Fischerei, Jagd, Land- und Forstwirtschaft künftig als Einheit auftreten. Häußer forderte von der Politik Vertrauen in das ehrenamtliche Engagement von Anglern und Jägern anstelle von bürokratischem Misstrauen.

Stabwechsel im Ausbildungsreferat und historische Auszeichnung

Auch personell wurden wichtige Weichen gestellt. Im Vorstand des LFVBW gab es einen Wechsel im Ausbildungsreferat: Imelda Paulov, erste Vorsitzende des Fischereivereins Bad Säckingen, übernimmt den Posten als Fachreferentin für die Vorbereitungslehrgänge zur Fischerprüfung. Sie folgt auf Charlie Geier, dem der Verband für seinen langjährigen Einsatz dankte.

Für einen besonderen Moment sorgte die Ehrung von Dr. Werner Baur (Kreisvorsitzender Ravensburg). Als erstem Vertreter aus der Fischerei überhaupt wurde ihm die prestigeträchtige Ehrennadel des Landesnaturschutzverbandes (LNV) für sein jahrzehntelanges, herausragendes Engagement verliehen.

Wissenschaftlicher Input und die Murg als Flusslandschaft des Jahres

Den fachlichen Teil bereicherte Dr. Andreas Scharbert (Rheinischer Fischereiverband von 1880 e.V.) mit einem Vortrag über die Wiederansiedlung des Maifischs am Rhein. Er kündigte in diesem Zuge eine bevorstehende Besatzaktion an der Murg-Mündung an. Die Murg selbst wurde auf der Tagung offiziell als „Flusslandschaft der Jahre 2026 und 2027“ gewürdigt, was ihre hohe ökologische Bedeutung für die Region unterstreicht.

Biber-Positionspapier verabschiedet und Auszeichnungen zum „Tag des Gewässers“

Am Nachmittag verabschiedete die Mitgliederversammlung ein fundiertes Positionspapier zum Thema Biber. Nach der umstrittenen Verordnung der Vorgänger-Regierung fordert der LFVBW nun ein praxisnahes, rechtssicheres Management, das Artenschutz und Hochwasserschutz sinnvoll miteinander vereinbart.

Einen weiteren Höhepunkt der Versammlung war, dass drei Vereine für ihre herausragenden Umwelt- und Reinigungsaktionen im Rahmen des „Tags des Gewässers“ ausgezeichnet:

  • Fischereiverein Backnang u.U. e.V.
  • Anglergemeinschaft Gamshurst
  • Angel- und Fischereiverein Herbrechtingen e.V.

Ausblick: Das Fundament für das neue Verbandsjahr ist gelegt. Die Entwicklungen beim digitalen Fischereischein, das neue Bibermanagement und die Fortschritte an den Gewässern werden die Agenda bestimmen. Die Ergebnisse und nächsten Meilensteine werden auf dem kommenden Landesfischereitag am 5. Juni 2027 präsentiert.

Ich bedanke mich bei Wolfgang Fleck (Bezirksreferent für Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW_Bezirk Nordwürttemberg) für seine Unterstützung und seine Bilder.

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter _ Referent für die Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW-Bezirk Südbaden

Mail: Simon.Wachter@lfvbw.de

Mobil: (+49) 1718005496

Eindrücke des Tages:

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Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
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