Liebe Anglerinnen und Angler, Vereinsmitglieder und Interessierte,
im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 hat der Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. (LFVBW) – als Vertretung der organisierten Angelfischer im Land – den im Landtag vertretenen Parteien (Grüne, CDU, SPD, FDP und AfD) 20 gezielte Fragen zu Themen wie Gewässerschutz, Fischereigesetz, Naturschutz und wirtschaftlicher Bedeutung der Fischerei gestellt.
Die unveränderten Originalantworten der Parteien geben Ihnen einen transparenten Überblick über ihre Positionen und Pläne.
Entdecken Sie die Antworten in unserem Reader oder laden Sie das vollständige Dokument als PDF herunter. So können Sie sich bestens informieren und fundiert entscheiden – für gesunde Gewässer, starke Vereine und eine zukunftsweisende Fischereipolitik!
Seid dabei beim spannenden Finale der Indoorleague South am Sonntag, den 22. März 2026, in der Sporthalle Iffezheim! Von Anfängern ab 5 Jahren bis zu erfahrenen Castingsportlern – alle sind herzlich eingeladen, in Disziplinen wie Arenberg und Skish mitzumachen, inklusive Training, Wettkampf und Fuchsjagd. Meldet euch bis zum 15. März bei Andreas Kirchner (Jugend-Casting@AK-Iffezheim.de) an – Startgebühr nur 14–16 €, Geräte werden gestellt!
Die EU-Kommission hat die RecFishing-App eingeführt, eine mobile Anwendung zur elektronischen Meldung von Angelfängen in der Meeres-Freizeitfischerei. Sie dient der besseren Datenerhebung zu bestimmten Fischarten und ergänzt die überarbeitete EU-Fischereikontrollverordnung (Verordnung (EU) 2023/2842 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1224/2009).
Aktueller Stand in Deutschland (Stand Januar 2026):
Es besteht derzeit keine rechtliche Verpflichtung für Anglerinnen und Angler, Fänge über die RecFishing-App zu melden.
Grund: Die notwendige nationale Rechtsgrundlage – eine Änderung des Seefischereigesetzes (SeeFischG) – ist noch nicht rechtskräftig.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) rechnet mit einem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens frühestens im Sommer 2026.
Erst nach Inkrafttreten dieser Änderung wird die Meldung für betroffene Meeresangler verpflichtend.
Betroffene Arten und Gebiete (EU-weit):
Die Meldepflicht gilt schrittweise für Arten mit EU-weiten Schon- oder Managementmaßnahmen, z. B.:
Wolfsbarsch, Aal (Nordsee)
Dorsch, Aal, Lachs (Ostsee)
Weitere sensible Arten wie Blauflossenthun
Die App soll tägliche Meldungen (inkl. Rückwürfe) ermöglichen und wird in den EU-Mitgliedstaaten nach und nach freigeschaltet – je nach nationaler Bereitschaft.
Position des DAFV:
Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) begleitet den Prozess seit 2018 eng und setzt sich für eine praktikable, belastbare Datenerhebung ein, die Stichproben ersetzt und echten Naturschutz unterstützt. Gleichzeitig kritisiert er übermäßige Bürokratie und Verzögerungen.
Ausblick:
Sobald die SeeFischG-Änderung verabschiedet ist, informieren wir euch umgehend über die genauen Pflichten, Registrierung und Nutzung der App. Bis dahin gilt: Keine Verpflichtung in Deutschland!
DAFV, 23.02.2026 – Flüsse, Seen und Feuchtgebiete Europas stehen zunehmend unter Druck. Auf EU‑Ebene wird derzeit diskutiert, ob wichtige Umweltvorschriften erneut geöffnet und überarbeitet werden könnten – darunter auch die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), der Eckpfeiler der europäischen Wasserschutzpolitik.
Für Angler ist dies keine abstrakte politische Debatte: Saubere Gewässer und gesunde Fischbestände sind die Grundlage intakter Ökosysteme.
Die European Anglers Alliance (EAA)
Der DAFV ist seit Gründung der EAA 1994 ein aktives Mitglied der Allianz. Die EAA unterhält in Brüssel ein Büro mit hauptamtlichen Mitarbeitern und nutzt die Leistungen einer Lobbyagentur, um im Sinne der Angler Europas, Einfluss auf Regelungen und Verordnungen zu nehmen. Die EAA vertritt die Interessen von geschätzten 25 Millionen Anglern in ganz Europa.
Warum ist der Schutz der Wasserrahmenrichtlinie für uns Angler wichtig?
Die European Anglers Alliance (EAA) begleitet die Umsetzung der WRRL seit vielen Jahren. Seit ihrer Verabschiedung im Jahr 2000 verfolgt die Richtlinie u. a. folgende Ziele:
Verringerung der Umweltverschmutzung
Wiederherstellung der Flusskontinuität
Verbesserung des ökologischen Zustands europäischer Gewässer
Die WRRL umfasst Flüsse, Seen, Grundwasser, Flussmündungen und andere aquatische Ökosysteme – also genau jene Lebensräume, auf die unsere heimischen Fischarten angewiesen sind.
Trotz Fortschritten erreichen viele Gewässer in der EU jedoch immer noch keinen guten ökologischen Zustand (GÖZ). Klimawandel, Lebensraumfragmentierung, Wasserentnahme und Schadstoffeinträge beeinträchtigen weiterhin unsere Süßwasserökosysteme, Fischbestände und die aquatische Biodiversität.
Was wir jetzt brauchen, ist eine konsequente Umsetzung und Durchsetzung der bestehenden Vorschriften – nicht eine Öffnung oder Überarbeitung der WRRL, wie sie die Europäische Kommission im Rahmen ihres angekündigten Überprüfungsprozesses für das zweite Quartal 2026 erwägt.
Für uns Anglerinnen und Angler ist der Zusammenhang klar:
Starke Umweltstandards sichern nachhaltige Angelmöglichkeiten – heute und in Zukunft.
Angler gehören oft zu den ersten, die Veränderungen der Wasserqualität, des Fischverhaltens oder eine Verschlechterung des Lebensraums bemerken.
Warum die Petition unterschreiben?
Eine EU‑weite Petition europäischer zivilgesellschaftlicher Organisationen fordert die Entscheidungsträger der EU dazu auf, die europäischen Umweltgesetze – einschließlich der WRRL – zu bewahren und vollständig umzusetzen, anstatt sie zu öffnen und abzuschwächen. Dies steht im Gegensatz zu Überlegungen der EU‑Kommission im Rahmen ihres Aktionsplans ResourceEU.
Süßwasser ist eine unverzichtbare Ressource – für Europas Wohlstand, für Unternehmen, für die Natur und für die Menschen, die sie nutzen.
Mit Ihrer Unterschrift senden Angler eine klare Botschaft:
Europa muss strenge Wasserschutzvorschriften einhalten – und sicherstellen, dass sie umgesetzt werden!
Die European Anglers Alliance unterstützt diese Initiative ausdrücklich, denn der Schutz aquatischer Ökosysteme ist für uns Angler in Europa von zentraler Bedeutung.
Stehen Sie für Wasser, Natur, unsere Süßwasserökosysteme und heimische Fischarten ein!
Unterschreiben Sie die Petition jetzt! Zur Petition
Berlin, 19.01.2026 – Der Deutsche Angelfischerverband e. V. (DAFV) warnt eindringlich vor den Folgen der hohen Kormoranbestände für die heimischen Fischpopulationen und bedrohte Fischarten. Die derzeit hohe Kormoranpopulation in Deutschland entspricht laut einer historischen Meta-Studie[1] keiner natürlichen Bestandsrückkehr auf Grundlage von Schutzmaßnahmen. Im Gegensatz zu den meisten heimischen Fischarten profitiert der Kormoran erheblich von der Klimaerwärmung, da die Gewässer in Deutschland heute im Winter kaum noch flächendeckend zufrieren. Der Fischartenschutz dürfe im Naturschutz nicht länger eine untergeordnete Rolle spielen. Angesichts belastbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse über den negativen Einfluss hoher Kormoranbestände auf heimische Fische fordert der DAFV ein wirksames, bundesweit koordiniertes und europäisch abgestimmtes Kormoranmanagement.
„Anglerinnen und Angler wollen den Kormoran nicht ausrotten. Er ist Teil unserer aquatischen Lebensgemeinschaften“, betont DAFV-Präsident Klaus-Dieter Mau. „Doch wenn eine ehemals gefährdete Art sich infolge klimatischer Veränderungen und menschlicher Eingriffe so stark vermehrt, dass sie andere Arten und ganze Ökosysteme nachhaltig schädigt, dann ist verantwortungsvolles Management erforderlich.“
Das Ausmaß der Schäden durch Kormorane bleibt in der Regel weitgehend unsichtbar, da die Gewässer in Deutschland in den Wintermonaten nur noch selten zufrieren. Die Vögel können dadurch ungestört in tieferen Bereichen, Nebengewässern und klassischen Wintereinständen der Fische jagen, ohne dass dies öffentlich wahrgenommen wird. In diesem Winter jedoch wurden die Folgen erstmals wieder für eine breite Öffentlichkeit deutlich sichtbar, da sich große Kormorankonzentrationen an gut einsehbaren Abschnitten z.B. an der Havel, der Alten Fahrt sowie an mehreren Potsdamer Seen einstellten. Diese öffentliche Wahrnehmung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um ein neues oder einmaliges Ereignis handelt, sondern um ein seit Jahren bestehendes, strukturelles Problem mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Fischbestände.
Der Kormoran zählt zu den am besten untersuchten Vogelarten der Welt. Bereits seit den 1990er-Jahren wird über seinen Einfluss auf Fischbestände diskutiert. Während lange Zeit Zweifel an negativen Auswirkungen geäußert wurden, gilt der Zusammenhang zwischen hohem Fraßdruck durch Kormorane und dem Rückgang sensibler Fischarten inzwischen als wissenschaftlich belegt.
Der DAFV kritisiert, dass Eingriffe zugunsten des Vogelschutzes im Naturschutz vielfach als selbstverständlich gelten, während vergleichbare Maßnahmen zum Schutz von Fischen häufig abgelehnt oder verzögert werden. „Fischarten dürfen nicht auf die Rolle reiner Nahrungslieferanten reduziert werden“, so Mau. „Ein moderner Naturschutz muss alle Artengruppen gleichwertig berücksichtigen.“
Besonders problematisch ist dabei die räumliche Trennung von Brutgebieten und Schadensräumen. In eigens dafür geschützten Gebieten wachsen Kormoranpopulationen vor allem in Norddeutschland stark an, während sie später in ihrem Leben in anderen Teilen Deutschlands und Europas – etwa an Voralpenflüssen – auf ihrem Winterzug enorme Schäden an Fischbeständen verursachen. Darunter leiden ehrenamtliche Wiederansiedlungsprojekte bedrohter Fischarten und darüber hinaus entstehen erhebliche fischereiwirtschaftliche Schäden.
Übergang vom Schutz zum Management als Erfolg des Naturschutzes
Bereits in den 1990er Jahren wurde dem Kormoran ein günstiger Erhaltungszustand attestiert. Infolgedessen wurde sein Schutzstatus im Jahr 1997 innerhalb der EU-Vogelschutzrichtlinie herabgestuft. Dennoch fehlt bis heute ein wirksamer europäischer Managementrahmen. Aus Sicht des DAFV ist der notwendige Übergang vom strikten Schutz hin zu einem aktiven Bestandsmanagement kein Rückschritt, sondern Ausdruck erfolgreicher Naturschutzarbeit.
Vergleichbar mit dem Umgang mit dem Wolf müsse auch beim Kormoran reagiert werden, wenn Populationen eine Größenordnung erreichen, die andere Arten gefährdet. „Gezielte Regulierung ist kein Gegensatz zum Naturschutz, sondern Voraussetzung für den Erhalt der biologischen Vielfalt“, so Mau.
Europäische Lösung dringend erforderlich
Da der Kormoran europaweit verbreitet und hochmobil ist, fordert der DAFV einen abgestimmten europäischen Managementplan. Ein solcher wird derzeit von der Europäischen Binnenfischereikommission (EIFAAC) im Auftrag der Europäischen Union erarbeitet. Der DAFV nimmt dazu an der internationalen Kormoran-Konferenz 2026 vom 03 – 06 Februar 2026 in Prag teil, bei der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit dem Kormoran beraten. Der Verband appelliert an die Bundesregierung, diesen Prozess aktiv zu unterstützen und nationale Handlungsspielräume konsequent zu nutzen.
„Kormorane kennen keine Ländergrenzen“, fasst Mau zusammen. „Wer hohe Bestände gezielt fördert, muss auch Verantwortung für die ökologischen Folgen entlang des gesamten Lebenszyklus dieser Art übernehmen. Fischartenschutz darf kein Artenschutz zweiter Klasse sein.“
Deutscher Angelfischerverband (DAFV)
Der Deutsche Angelfischerverband e.V. setzt sich aus Landes- und Spezialverbänden zusammen und vereint rund 9.000 Vereine mit insgesamt über 500.000 organisierten Mitgliedern. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung. Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA).
[1] Beike, M., C. Herrmann, R. Kinzelbach & J. de Rijk 2013: The Great Cormorant Phalacrocorax carbo sinensis in the German-speaking area and in The Netherlands between 800 and 1800. Vogelwelt 134: 233–261.
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Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Angelfischerverbandes e.V. (DAFV) und der NaturFreunde Deutschlands
Berlin/Rastatt, 14. Januar 2026 – Die Murg in Baden-Württemberg ist Flusslandschaft der Jahre 2026/27. Mit der gemeinsamen Auszeichnung würdigen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) Renaturierungserfolge, Fortschritte bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie die Entwicklung des sanften Tourismus im Murgtal. Die offizielle Proklamation findet am kommenden Weltwassertag (22. März 2026) im Naturfreundehaus An der Murg in Rastatt statt.
Alle zwei Jahre rufen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband eine gemeinsame Flusslandschaft der Jahre aus, um die Bevölkerung für die ökologische, wirtschaftliche und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse und der von ihnen durchflossenen Landschaften zu sensibilisieren. Im Kampagnenzeitraum werden vor Ort Maßnahmen für Schutz, Renaturierung und Durchgängigkeit unterstützt sowie naturnahe Wander- und Erholungsgebiete gefördert.
Einer der vielseitigsten und interessantesten Flusslebensräume in Deutschland
Die Murg ist ein rechter Nebenfluss des Rheins. Sie fließt vom Nordschwarzwald in die Oberrheinische Tiefebene und mündet nach 80,2 Kilometern nordwestlich von Rastatt in den Rhein. Dabei überwindet sie mehr als 800 Höhenmeter; ihr Einzugsgebiet umfasst 617 Quadratkilometer.
Der Charakter der Murg ändert sich im Flussverlauf mehrmals deutlich: Die beiden größten Quellbäche entspringen in den Wäldern des Nordschwarzwaldes und vereinigen sich danach in einem breiten Wiesental. Anschließend folgt der Fluss einer engen Waldschlucht, in der er an einen alpinen Wildfluss erinnert. Im mittleren und unteren Murgtal strömt die Murg wieder deutlich sanfter, wird vielerorts von Gewerbekanälen begleitet und führt zuletzt als begradigter Flusskanal bis zur künstlich verlegten Mündung in den Rhein.
Die jüngere Geschichte dieser Flusslandschaft wurde stark geprägt von der Industrialisierung, wobei die damit verbundenen Eingriffe in den Fluss bis heute spürbar sind. Noch vor 150 Jahren war die Murg das bedeutendste Lachsgewässer in Baden. Mit der Industrialisierung verkam der Fluss jedoch zu einer Ablaufrinne für Industrieabwässer, wurde gestaut und im Unterlauf zudem in ein starres Bett gezwängt. Als Folge nahm der einstige Fischreichtum stark ab und der Atlantische Lachs verschwand gänzlich.
Nach Renaturierungen kehrte der Lachs zurück
Seit den 1990er-Jahren – und verstärkt seit Beginn der 2000er-Jahre im Kontext der EU-Wasserrahmenrichtlinie – wurden an der Murg zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt: Zahlreiche Wehre und Kleinwasserkraftanlagen wurden für Wanderfische passierbarer gemacht, Gewässerstrukturen verbessert, Auenbereiche reaktiviert und Mindestwasserregelungen wasserrechtlich festgelegt. Parallel dazu wurde die Gewässerbelastung durch verbesserte Abwasserbehandlung und die Verminderung des Wärmeeintrags deutlich reduziert.
Besonders im Unterlauf wurde das Flussbett strukturreicher gestaltet und unter anderem Flussinseln angelegt, Deiche zurückgebaut und Überflutungsbereiche geschaffen. Und nicht zuletzt wurden im Rahmen von Wiederansiedelungsprogrammen mehrere hunderttausend Lachsbrütlinge ausgesetzt. Das Wanderfischprogramm wird im Land Baden-Württemberg vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg umgesetzt.
Aufgrund dieser Maßnahmen haben sich sowohl die Gewässerstruktur und die Wasserqualität als auch der Fischreichtum der Murg in den letzten 20 bis 30 Jahren deutlich verbessert. Zwar werden die Bestände von vor der Industrialisierung noch nicht wieder erreicht. Doch im Jahr 2024 konnten bereits wieder insgesamt 30 Fischarten in der Murg nachgewiesen werden. Und auch der Lachs – ein wichtiger Indikator für die Durchgängigkeit von Flüssen – kehrt wieder regelmäßig zurück in die Flusslandschaft der Jahre 2026/27.
„Mit der Murg haben wir eine Flusslandschaft ausgezeichnet, die beispielhaft zeigt, wie ökologischer, sozialer und kultureller Wert eines Gewässers Hand in Hand gehen. Die Murg steht nicht nur für beeindruckende Natur und artenreiche Lebensräume, sondern auch für das Engagement der Menschen vor Ort, die sich für ihren Schutz und ihre nachhaltige Nutzung einsetzen. Als Deutscher Angelfischerverband sehen wir es als unsere Verantwortung, diese Erfolgsgeschichten sichtbar zu machen und gemeinsam mit Partnern weiterhin für gesunde, durchgängige und lebendige Flüsse in Deutschland zu arbeiten“, sagt der Präsident des DAFV, Klaus-Dieter Mau.
„Im Zuge der Klimaanpassung gewinnen Renaturierungsmaßnahmen in Flusslandschaften zunehmend an Bedeutung, weil durch sie Extremwetterereignisse wie Starkregen und Dürren besser abgefedert werden können. Die Murg bietet hier hervorragende Beispiele“, so Joachim Nibbe, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands. „Die neue Flusslandschaft der Jahre 2026/27 zeigt, wie notwendig die Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur und der EU-Wasserrahmenrichtlinie für den Erhalt von Ökosystemen sind.“
Das Murgtal bei Huzenbach. Foto: Guido de Kleijn
Wander-, Rad- und Wildwassertouren kombinierbar mit der Regionalbahn
Das Murgtal mit seiner reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft ist auch ein attraktives Naherholungsgebiet, in dem viel für den sanften Tourismus getan wird. So führen drei sogenannte Natura Trails Wandernde durch das Schutzgebiet „Unteres Murgtal und Seitentäler“. Natura Trails sind Wandervorschläge der NaturFreunde, die auf attraktiven Faltblättern ökologische Zusammenhänge erklären und mit touristischen Informationen kombinieren. Sie sensibilisieren die Bevölkerung für die Naturschönheiten „vor der Haustür“.
Und es gibt viele weitere attraktive Wanderwege: Der Premiumwanderweg Murgleiter etwa erkundet auf 110 Kilometern Länge die Höhen beiderseits des Flusses. Dem Verlauf der Murg von der Quelle bis zur Mündung folgt der rund 100 Kilometer lange Murgtalwanderweg. Die Geschichte des Murgtals, der Murg und der Lachse in der Flusslandschaft der Jahre 2026/27 erzählt der Lachserlebnispfad zwischen Baiersbronn und Rastatt. Und auch die renaturierten Murgauen bei Rastatt laden zu erholsamen Spaziergängen ein.
Für Radtouren bietet sich der 67 Kilometer lange familienfreundliche Radwanderweg Tour de Murg an. Er beginnt in Freudenstadt und begleitet den Fluss dann ab Baiersbronn flussabwärts bis Rastatt. Viele Rad- und Wandertouren lassen sich hervorragend mit der Murgtalbahn kombinieren, die die Murg zwischen Rastatt und Baiersbronn begleitet.
Bei hohem Wasserstand, wie er nach ergiebigen Regenfällen oder der Schneeschmelze vorkommt, ist die Murg zudem mit dem Kajak befahrbar. Das Flussbett ist breit und wird von großen Felsen geprägt. Unter Kanusportlern gilt die Murg als einer der schönsten Wildwasserflüsse Deutschlands.
Zwölf Naturfreundehäuser laden zu Übernachtungen in der Flusslandschaft ein
Im zweijährigen Kampagnenzeitraum haben NaturFreunde und Angler an der Murg viel vor. Unter anderem wollen sie naturnahe Umweltbildung und gewässerökologische Seminare veranstalten, öffentlichkeitswirksame Naturschutz-Aktionen durchführen und viele öffentliche Wanderungen, Kanu- und Radtouren organisieren. Zudem werben die Kampagnenpartner auch intensiv verbandsintern, die neue Flusslandschaft der Jahre 2026/27 wandernd und angelnd zu entdecken sowie Gremiensitzungen und Vereinstreffen oder Freizeiten an der Murg zu organisieren.
Zwölf Naturfreundehäuser mit insgesamt 365 Übernachtungsplätzen laden zu Aufenthalten direkt in der Flusslandschaft der Jahre 2026/27 ein – als Basis für Exkursionen, Seminare und naturnahe Kurzurlaube.
Der Deutsche Angelfischerverband e.V. setzt sich aus Landes- und Spezialverbänden zusammen und vereint rund 9.000 Vereine mit insgesamt über 500.000 organisierten Mitgliedern. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung. Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA).
Die NaturFreunde Deutschlands (NFD) sind ein sozial-ökologischer und gesellschaftspolitisch aktiver Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur. Mehr als 65.000 Mitglieder in über 500 Ortsgruppen mit rund 350 Naturfreundehäusern engagieren sich ehrenamtlich für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft. 1895 in Wien gegründet, gehören heute etwa 350.000 Mitglieder zur internationalen NaturFreunde-Bewegung. Die NaturFreunde Internationale (NFI) zeichnet alle drei Jahre die „Landschaft des Jahres“ aus.
Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA)
Deutscher Angelfischerverband e.V. · Reinhardtstraße 14 · 10117 Berlin · Tel. +49 30 97104379
Vorsitzender: Klaus-Dieter Mau · Eingetragen im Vereinsregister Berlin VR 34047 B
Jetzt anmelden! Praktiker-Tag: Gesunder See – viele Fische | 08.02.2026, 10:00 – 14:30 Uhr, Rastatt / Stadtteil Wintersdorf | Weitere deutschlandweite Termine in 2026
Ab sofort können sich alle Angler, Gewässerwarte und Interessierten zum Praktiker-Tag Gesunder See – viele Fische anmelden. In rund viereinhalb Stunden erfahren die Teilnehmenden praxisnah, wie Angelvereine den Lebensraum in ihren Gewässern durch langfristig wirksame Maßnahmen verbessern können. Die Gäste bekommen praktische Tipps, Vorträge und Hintergrundwissen: zum Beispiel zur Frage, warum die positive Wirkung von Totholzbündeln oder Flachwasserzonen im Baggersee – anders als bei Fischbesatz – über viele Jahre hinweg anhält. Veranstalter ist das Vermittlungs- und Umsetzung-Projekt „AngelGewässer“ der Hochschule Bremen. Dieses schließt an das Forschungs-Projekt BAGGERSEE an, bei dem in einer einmaligen Forschungsstudie über sechs Jahre Maßnahmen zur Erhöhung der Artenvielfalt an 20 niedersächsischen Baggerseen wissenschaftlich untersucht wurden.
Der Praktiker-Tag für Baden-Württemberg findet bereits am 08. Februar 2026 in Rastatt, Stadtteil Wintersdorf, statt. Weitere Praktiker-Tage wurden im Herbst in Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt veranstaltet – mit zahlreichen Besuchern und positiver Resonanz. Im Saarland findet die Veranstaltung direkt am Samstag, 07.02.26, vor dem Praktiker-Tag Baden-Württemberg statt. Die Veranstaltung wird in den kommenden drei Monaten bundesweit an weiteren Orten angeboten. Für alle Praktiker-Tage Gesunder See – viele Fische gilt: Sie sind in der Regel am Wochenende tagsüber, immer kostenfrei und offen für alle Interessierten. Die Einladung richtet sich ausdrücklich auch an Mitarbeitende von wasser- und umweltrechtlichen Genehmigungsbehörden. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich.
Praktiker-Tag für Baden-Württemberg
08.02.2026 | Rastatt | Jetzt anmelden!
Der Praktiker-Tag für Baden-Württemberg findet am 08.02.2026 von 10:00 bis 14:30 Uhr inklusive Mittagspause in Rastatt, Stadtteil Wintersdorf, statt. Für das leibliche Wohl ist gesorgt (Bereitstellung zum Selbstkostenpreis). Die Veranstaltung ist kostenlos, eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich.
Ort
Angemeldete Teilnehmer kommen zum Vereinsheim des ASV Wintersdorf (Abteilung Angeln) in 76437 Rastatt, Stadtteil Wintersdorf. Ein genauer Anfahrts-Link befindet sich auf der Übersichtsseite Praktiker-Tage auf der Webseite des Projekts AngelGewässer.
Wer als Gewässerwart im Baggersee seines Angelvereins Totholz für mehr Raubfische platzieren will oder eine Flachwasser-Zone als Schutz- und Laichgebiet plant, dem zeigt der AngelGewässer-Praktiker-Tag anschaulich und leicht verständlich, wie es geht. Für Anglerinnen und Anglern, die in ihrem Verein anregen wollen, nachhaltig wirksame Maßnahmen für mehr Fische im See zu ergreifen, bietet der Tag nützliche, praxisorientierte Impulse. Die Praktiker-Tage vermitteln das notwendige Wissen, welche Maßnahmen es gibt und wie man sie konkret umsetzt. Auch die Frage, warum nach einem Fischbesatz häufig nicht dauerhaft mehr Fische im See leben, wird auf wissenschaftlicher Grundlage verständlich beantwortet.
Konkret gibt es im Praktiker-Tag Gesunder See – viele Fische
🐟 Hintergrundinfos von Experten: Vorträge von Fischereiwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Klefoth, Projektleiter von AngelGewässer, sowie von Wissenschaftlern aus dem Vorgänger-Projekt BAGGERSEE zu Flachwasser-Zonen, Totholz-Bündeln und anderen Möglichkeiten, den Baggersee-Lebensraum zu verbessern.
🐟 viel Raum für alle Fragen zum Thema
🐟 Ausstellung zur Gewässerverbesserung: Anschauliches & Greifbares zu Flachwasser-Zonen und Totholz-Maßnahmen – gebündeltes Wissen mit Schaubildern, Fotos, Audio- und Video-Inhalten
🐟 konkrete Praxis-Erfahrung: Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Planung, Genehmigung und Umsetzung strukturverbessernder Maßnahmen an Baggerseen, Infomaterialien und Praxiserfahrungen
🐟 Lokale Experten zu regionsspezifischen Anliegen und Fragestellungen – abhängig von der Region
Wenn es lokal besondere Anliegen, Bedarfe oder Probleme gibt, nimmt der Verband gern Vorschläge für zusätzliche Inhalte für das Programm und die Vorträge der Praktiker-Tage auf!
Veranstalter
Alle Praktiker-Tage werden vom Team des AngelGewässer-Projekts veranstaltet. Leiter ist Prof. Dr. Thomas Klefoth von der Hochschule Bremen (HSB), Fischereiwissenschaftler und Experte für nachhaltiges Gewässermanagement im Rahmen der Angelfischerei. AngelGewässer ist vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert, Kooperationspartner ist der Deutsche Angelfischerverband e. V. (DAFV).
Ziel der Veranstaltung
Ziel der Praktiker-Tage: Allen Anglern, Gewässerwarten und Angelinteressierten sehr praxisorientiert nahebringen, wie Angler den Lebensraum in ihren Baggerseen mit einfachen Maßnahmen nachhaltig verbessern können. Mit Maßnahmen wie Totholz-Bündeln oder Flachwasser-Zonen, die unabhängig von Fischbesatz funktionieren und langfristig über viele Jahre hinweg wirken. Das ist gut für mehr Fische, für alle Angler und für die Natur. Zusätzlich wird erklärt, warum und wie genau die einzelnen Maßnahmen wirken und wie sich die Erkenntnisse auch auf andere Lebensräume wie beispielsweise Flüsse und Bäche übertragen lassen.
Im Rahmen des Vorgänger-Projekts BAGGERSEE wurden diese Maßnahmen bereits in vielen niedersächsischen Seen erfolgreich angewendet. Ihre Wirkung ist unter vielen Anglern bekannt. Beim Praktiker-Tag Gesunder See – viele Fische können Teilnehmer mit aktuellen Infos aus der Wissenschaft und Praxis sowohl Grundwissen zum Thema Gewässeraufwertung erwerben als auch Neues entdecken und gleichzeitig ihr bestehendes Wissen auffrischen.
Termine und Anmeldung
Die Teilnahme ist kostenfrei. Wer an einem der Praktiker-Tage teilnehmen möchte, meldet sich vorab verbindlich über das hier verlinkte Anmeldeformular an. Die Termine werden fortlaufend aktualisiert.
Für die, die vorab schon mehr zum Thema und zu den Praktiker-Tagen wissen möchten: Antworten auf häufige Fragen zu Maßnahmen zur Gewässer-Aufwertung und zum AngelGewässer-Projekt sowie Know-how zu langfristig wirksamen Maßnahmen finden Interessierte unter anderem hier: