Liebe Verbandsmitglieder,
hier kommt wieder die neueste Ausgabe der Verbandszeitschrift, dieses Mal mit folgenden Themen:
Liebe Verbandsmitglieder,
hier kommt wieder die neueste Ausgabe der Verbandszeitschrift, dieses Mal mit folgenden Themen:
Liebe Teilnehmer und Teilnehmerinnen an der Fischerprüfung vom 15.11.2025,
Wie bereits in der Einladung mitgeteilt, dauert es etwa 3 Wochen, bis die Ergebnisse bei Ihnen sind.
Wenn also bis zum 10.12.2025 bei Ihnen noch kein Zeugnis bzw. Bescheid eingegangen ist, kontaktieren Sie uns bitte per Email auf info@lfvbw.de
Vielen Dank.
Viele Grüße
Ihr Landesfischereiverband
Mitteilung unseres Präsidenten Thomas Wahl
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsvorstände,
mit beiliegendem Schreiben hat das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg die Regierungspräsidien informiert, dass die Fischereiberechtigten die öffentlichen Strassen mit dem Zusatzzeichen „landwirtschaftlicher Verkehr frei“ und „land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei“ zur Anfahrt an die bewirtschafteten Gewässer nutzen dürfen.
Die Straßenverkehrsbehörden werden entsprechend informiert.
Dank eurer Unterstützung und den zahlreich gemeldeten Vorfällen, wo eben dies nicht funktioniert hat, konnten wir erreichen, dass es nun diese aktuelle Klarstellung gibt.
Nach den Erfolgen beim Nachtangelverbot und der Absenkung des Mindestalters bei den Jugendlichen zeigt sich einmal mehr, dass es sich lohnt, in einem starken Verband Mitglied zu sein.
Petri Heil
euer
Thomas Wahl
Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV) schreibt auch im Jahr 2025 seinen renommierten Förderpreis aus. Die mit 1.000 € dotierte Auszeichnung würdigt herausragende Abschlussarbeiten, die einen wertvollen Beitrag zu den Zielen der Angelfischerei, zum Gewässer- und Naturschutz oder zur modernen Verbandsarbeit leisten.
Ob naturwissenschaftlich, juristisch, pädagogisch oder journalistisch geprägt – jede Arbeit, die unsere nachhaltige Angelfischerei stärkt, ist willkommen.
Einsendeschluss: 31. Dezember 2025
Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier:
Foto: makasana photo / Shutterstock.com
Friedrichshafen – Am Samstag, den 25. Oktober, fand im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen das neunte Fachforum Angelfischerei unter dem Titel „Der Wels. Im Fokus der Fischerei“ statt.
Über hundert engagierte Teilnehmende aus Angelvereinen Baden-Württembergs und Bayerns folgten der Einladung des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg (LFV) und der Fischereiforschungsstelle Langenargen (FFS), um über die drängenden Herausforderungen für die Fischerei zu diskutieren – insbesondere im Kontext des fortschreitenden Klimawandels.
Das Fachforum wurde von Gerd Schwarz, Schatzmeister des LFV, und Prof. Dr. Alexander Brinker, Leiter der FFS-Langenargen, eröffnet, die die unverzichtbare Bedeutung der Fischerei für den Natur- und Landschaftsschutz hervorhoben.
Herausforderungen und Management-Ansätze
Die aktuellen Herausforderungen wurden von Dr. Jasminca Behrmann-Godel vom Ministerium skizziert, die neben Themen wie der Digitalisierung des Fischereischeins und dem Kormoranmanagement vor allem auf die Folgen des Klimawandels (Hoch- und Niedrigwasser) einging. Der Wels, als Profiteur wärmerer Temperaturen, stellt dabei eine zunehmende Herausforderung dar.
In den Fachvorträgen wurde der Wels aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet:
Komplexe Aufgaben erfordern angepasstes Handeln
Zum Abschluss widmete sich Dr. Frank Hartmann (Regierungspräsidium Karlsruhe) dem angelfischereilichen Management. Angesichts der jährlich 5.000 bis 6.000 Neuangler bei gleichbleibender Befischungsfläche betonte er die Notwendigkeit, Ausbildungsinhalte anzupassen und Gewässerwarte zur Umsetzung einer nachhaltigen Bewirtschaftung zu unterstützen. Sein Fazit: „Einfache Lösungen gibt es nicht. Wir teilen den Ertrag auch mit anderen.“
Zusätzlich präsentierte Barnaby Robert (FFS-Langenargen) erste wichtige telemetrische Daten zur Tiefen- und Nahrungswahl der Felchen im Bodensee, um die Auswirkungen des Klimawandels auf diesen Bestand zu erforschen.
Die Vorträge verdeutlichten, dass die Fischerei vor komplexen Aufgaben steht, bei denen der Wels eine Schlüsselrolle spielt. Ein angepasstes, wissenschaftlich fundiertes Management ist unerlässlich, um die Gewässerökologie langfristig zu sichern.
Verfasser des Berichts:
Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden
Der Europäische Wels ist nicht nur der größte ausschließlich im Süßwasser lebende Fisch Europas, sondern für 2026 auch offiziell Fisch des Jahres.
Mit Rekordexemplaren von über 2,50 m Länge und mehr als 130 kg beeindruckt dieser Raubfisch durch Kraft, Anpassungsfähigkeit und eine rasante Ausbreitung in Baden-Württemberg
Unser neues Handout-Flyer fasst alles Wichtige zusammen:
-Merkmale & Biologie
-Laichverhalten & Nachwuchsbetreuung
-Verbreitung in Baden-Württemberg
-Ökologische Auswirkungen als Spitzenprädator
-Angel-Tipps & kulinarische Highlights (inkl. Saltimbocca-Rezept)
Bild: Shutterstock
Hans-Rainer Würfel
* 22.09.1949 ✝ 25.08.2025
Einer unserer engagiertesten Mitstreiter, um den es erst in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist, hat uns nun verlassen.
Im Alter von 22 Jahren übernahm Hans-Rainer Würfel im Jahr 1972 den Vorsitz im Sportfischerverein Ludwigsburg, einen Posten, den er bis zu seinem Tod inne hatte.
Er verstand sehr schnell, dass Gewässer und die darin lebenden Bewohner nicht an Orts- oder Kreisgrenzen halt machen, dass man größer denken muss. Das tat er nicht nur in seinem Verein, dem er durch seine Strategie, eigene kleine Gewässer zu verkaufen und stattdessen größere Gewässer und Fischrechte zu erwerben, mit 120 ha hervorragendem Fischwasser eine gute Zukunft gesichert hat.
Für sein Engagement ehrte ihn damals der VFG (Verband für Fischerei und Gewässerschutz in Baden-Württemberg e.V.) mit Gold (1990) und Großgold (1995) und der VDSF (Verband Deutscher Sportfischer) mit Silber (1995).
Seit 1998 war er Ausbilder im Verband und unterrichtete die Jungangler in Vorbereitungslehrgängen zur Fischerprüfung im Landkreis Ludwigsburg, ab 2016 als Lehrgangsleiter. Überregional dachte er weiter – 1999 wurde er Vorsitzender vom Fischerei-Hegebereich Neckar VII , und 2007 für 4 Jahre Bereichsvorsitzender beim VFG für den Regierungsbezirk Stuttgart. Die Landesehrennadel, die er 2009 erhielt, war eine weitere Ehrung von vielen.
Die Vereine und Verbände in allen vier Landesteilen verstanden schließlich Anfang der 2010er Jahre endlich auch, dass sie nur gemeinsam und über ihre Bezirksgrenzen hinaus für die Gewässer und ihre Bewohner stark sein konnten – und Hans-Rainer Würfel wurde 2011 in Nordwürttemberg der Vize-Präsident des Verbandes für Fischerei und Gewässerschutz und schließlich im April 2015 der letzte Präsident des VFG vor der Verschmelzung der Landesverbände aller Landesteile zum Landesfischereiverband Baden-Württemberg im Oktober 2015.
Nun hätte er sich zur Ruhe setzen können und ganz auf seine Tätigkeiten als Vereinsvorsitzender des SFV Ludwigsburg und als Vorsitzender vom Fischerei-Hegebereich Neckar VII konzentrieren können. Aber das war nicht seine Art. Er stellte seine Fähigkeiten als Schatzmeister dem neuen Landesfischereiverband zur Verfügung und brachte auch hier noch bis 2021 seine Expertise ein. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg ernannte ihn 2022 zum Ehrenpräsidenten.
Mit Hans-Rainer Würfel verliert die Fischerei nicht nur einen hochkarätigen und besonnenen Ratgeber, sondern auch einen fürsorglichen und hilfsbereiten Menschen und Freund. Der hinterbliebenen Familie gilt unser aufrichtiges Beileid.
Landesfischereiverband Baden-Württemberg
Thomas Wahl
Präsident
Der Anlass:
Die koordinierte Fischzählung am 12. Juli als Fallstudie für das Gewässermanagement.
Die am 12. Juli in Freiburg durchgeführte Fischzählung in der Dreisam war mehr als eine einfache Routineaktion; sie stellt eine koordinierte und wissenschaftlich fundierte Fallstudie im praktischen Gewässermanagement dar. Die Aktion, bei der sich die Interessensgemeinschaft Dreisam (IG-Dreisam) als federführendes Organ, gemeinsam mit Mitgliedern des Angelsportvereins Freiburg (ASV Freiburg), des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg (LFVBW) und die Ehrenamtliche Fischereiaufsicht der RP Freiburg zusammenfand diente einem doppelten Zweck: der Umsiedlung von Fischen vor anstehenden Baumaßnahmen und der Erhebung von Langzeitdaten zur Überwachung der jährlichen Veränderungen im Fischbestand. Die Messung, Zählung und Umsiedlung der Fische erfolgte mittels Elektrofischerei, einer in der Gewässerökologie etablierten Methode, die eine schonende Erfassung der Population ermöglicht. Diese Vorgehensweise bestätigt den wissenschaftlichen Anspruch der Veranstaltung, die auf die Gewinnung valider Daten für die Gewässerforschung abzielt.
Die Durchführung der Operation demonstrierte ein hohes Maß an Professionalität und Sicherheitsbewusstsein.
An der Veranstaltung waren mehrere Schlüsselakteure beteiligt, die jeweils eine spezifische Rolle im Projekt übernahmen. Die IG-Dreisam, deren Mission die Renaturierung der Dreisam ist, leitete die Veranstaltung und war primär für das Monitoring zuständig. Der 2. Vorsitzende Jürgen Steiner der IG-Dreisam begrüßte die Anwesenden, was die leitende Funktion der IG-Dreisam unterstreicht. Der Angelsportverein Freiburg wiederum, dessen Selbstverständnis der Schutz der Gewässer und die nachhaltige Nutzung der Fischbestände ist, übernahm die physische Umsiedlung der gefangenen Fische in sichere Bereiche flussauf- und abwärts. Die fachliche Leitung oblag dem Landesfischereiverband Baden-Württemberg, vertreten durch Claudio Schill (Bezirksreferent für Gewässer), Klaus Lachner, Ingo Kramer und Martin Mitschele (Referenten für Gewässer Nordbaden) sowie der Fischereibehörde, vertreten durch Herbert Kaiser als ehrenamtlichen Fischereiaufseher. Die Anwesenheit dieser hochrangigen Vertreter des Verbandes bestätigt die Bedeutung des Projekts und die enge Zusammenarbeit zwischen lokalen Vereinen und überregionalen Fachverbänden.
Analyse des Fischbestandes: Quantitative und qualitative Bestandsaufnahme.
Die Ergebnisse der Fischzählung lieferten ein differenziertes Bild des Dreisam-Ökosystems. Während in den vergangenen Jahren eine höhere Populationsdichte verzeichnet wurde, zeigte die diesjährige Zählung einen Rückgang im Fischbestand. Die quantitative Abnahme erfolgte im Zusammenhang mit dem Metarhithral (untere Forellenregion).
Die Artenzusammensetzung der gefangenen Fische umfasste eine Reihe von Indikatorarten, darunter Schmerlen, Elritzen, Bachforelle, Schneider und Groppen. Diese Fische sind bekannt dafür, dass sie saubere, strukturreiche und sauerstoffreiche Kaltwasserhabitate bevorzugen.
Ein besonders ermutigendes Ergebnis war der Fang von einjährigen Bachforellen. Das Überleben dieser Jungfische ist ein entscheidender ökologischer Indikator. Die Bachforelle ist eine anspruchsvolle Fischart, die auf kühle, sauerstoffreiche Gewässer und kiesige Laichgründe angewiesen ist. Das Vorkommen der einjährigen Fische belegt, dass die Dreisam seit einigen Jahren geeignete Bedingungen für die natürliche Reproduktion dieser sensiblen Art bietet. Es zeigt, dass der Fluss trotz negativer Trends (hoher Freizeitnutzung, die Folgen des Klimawandels und seiner extrem hoher strukturellen Überformung) eine bemerkenswerte Resilienz aufweist und ein hohes Potenzial für kieslaichende Fische hat. Die laufenden Anstrengungen zur Verbesserung der Flussstruktur und des Habitats müssen weiterhin gefördert werden. Aus fischereibiologischer Sicht ist dies ein fundamentales Argument für die Fortsetzung und Intensivierung der Renaturierungsarbeiten.
Eine detaillierte Übersicht über die Beobachtungen und deren ökologische Implikationen ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
| Fischart | Beobachtung | Ökologische Bedeutung |
| Bachforelle | Nicht nur ein Vorkommen einjähriger Fische, sowie aller Größen | Bestätigt erfolgreiche Reproduktion und die Existenz geeigneter Laichgründe (Kinderstube) in der Dreisam. Wichtiger Ökostamm aus dem Ibental. |
| Groppe, Schmerle, Elritze und Schneider | Der Gewässerstruktur angepasstes Vorkommen | Indikatoren für eine gute Wasserqualität, kühle Temperaturen und strukturreiche Habitate mit Steinen und Versteckmöglichkeiten. |
| Diverse Arten | Insgesamt geringere Anzahl als in den Vorjahren | Hinweise auf natürliche Stabilisierung aufgrund der Gewässerstruktur |
Systemische Einflussfaktoren auf das Ökosystem der Dreisam.
Der leichte Rückgang des Fischbestandes ist das Resultat einer komplexen Interaktion aus historischen Veränderungen, andauerndem anthropogenem Druck und den Auswirkungen des Klimawandels. Diese Faktoren wirken sich kumulativ auf die Hydromorphologie und die ökologische Integrität des Flusses aus.
4.1. Hydromorphologie und die Geschichte der Dreisam.
Die heutige Beschaffenheit der Dreisam ist das Ergebnis einer langen Geschichte menschlicher Nutzung. Der Fluss wurde in der Vergangenheit, unter anderem aus Gründen des Hochwasserschutzes und Nutzung des Umfeldes (Industrie und Straßen), in ein enges, trapezförmiges Bett gezwängt. Diese „Kanalisierung“ reduzierte die natürliche Vielfalt der Flussstruktur, die für ein gesundes Ökosystem unerlässlich ist. Eine artenreiche Gewässerstruktur umfasst abwechslungsreiche Bereiche mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten, Ruhezonen, Laichgründen und Unterständen ohne diese Vielfalt, wie sie in einem begradigten Flussabschnitt vorherrscht, können sich Fischpopulationen nicht nachhaltig entwickeln, da ihnen spezifische Lebensräume für die verschiedenen Phasen ihres Lebenszyklus fehlen.
Als direkte Antwort auf diese historischen Defizite werden strategische Renaturierungsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehören die Aufweitung des Flussbettes, der Einbau von Lenkbuhnen und das Anlegen von Ruhigwasserzonen, die eine Strömungsvielfalt erzeugen sollen. Darüber hinaus sind die Reparaturen an älteren Strukturen, die durch das Hochwasser im letzten Jahr beschädigt wurden, wie die erneute Befestigung von Baumstämmen, von großer Bedeutung, da Totholz und Wurzelstöcke wichtige Versteck- und Rückzugsorte für Fische bieten. Grundwasseraustritte bedienen die kalte Wasserstellen.
4.2. Anthropogener Nutzungsdruck und seine Folgen.
Die Zunahme von Besuchern und Badegästen stellt einen weiteren bedeutenden Stressfaktor für das Dreisam-Ökosystem dar. Die physische Anwesenheit von Menschen kann sensible Ufer- und Flachwasserbereiche stören, die als Aufwuchsgebiete oder Ruhezonen dienen. Darüber hinaus führen der zurückgelassene Müll, der an inoffiziellen Badestellen mangels Infrastruktur häufig liegen bleibt, die zunehmende Gewässerverschmutzung durch Kosmetika wie Sonnencremes und sonstige Organische Belastungen durch Freizeitnutzung (keine freien Toiletten, höhere Nährstoffeintrag aus der Umwelt) zu einer Belastung des Ökosystems.
Die Beobachtung, dass sogar Möbelstücke in den Fluss gestellt werden, ist nicht lediglich eine Form von Vandalismus. Sie offenbart eine tiefgreifende kognitive und ethische Kluft im Verständnis der Dreisam als Lebensraum. Während technische Maßnahmen oder einfache Verbote kurzfristige Effekte erzielen können, liegt die eigentliche Herausforderung in der fehlenden Wertschätzung des Flusses als lebendiges System. Das Fehlen dieses Bewusstseins zeigt, dass eine rein regulatorische oder technische Lösung nicht ausreicht. Ein nachhaltiger Schutz des Gewässers kann nur erreicht werden, wenn die Öffentlichkeit den Fluss nicht nur als Freizeiteinrichtung, sondern als fragiles Ökosystem wahrnimmt, das ihren Schutz benötigt.
4.3. Klimawandel und die strategische Bedeutung der Kaltwasserpools.
Die Fischzählung in der Dreisam ist auch im Kontext der zunehmenden Klimaerwärmung zu betrachten. Steigende Wassertemperaturen und längere Trockenperioden stellen eine existenzielle Bedrohung für Kaltstenoterme Fischarten dar. Die „Kaltwasserpools“, deren Reparatur die Baumaßnahmen in der Dreisam auslösten, sind eine direkte strategische Antwort auf diese Herausforderung.
Diese Pools die, als bis zu 1,7 Meter tiefe Senken angelegt wurden, dienen als thermische Rückzugsorte für Fische während Hitze- und Niedrigwasserphasen. Tausende von Fischen haben in den bereits bestehenden Pools Zuflucht gefunden. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird durch fortlaufende Mentoringprogramme untermauert. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg betreibt ein landesweites „Temperaturmonitoring Gewässer“-Projekt, das Langzeitdaten sammelt und die Auswirkungen des Klimawandels auf aquatische Lebensräume dokumentiert. Solche Datensätze ermöglichen es, die Wirksamkeit der Kaltwasserpools wissenschaftlich zu überprüfen und zukünftige Maßnahmen zur Stabilisierung der Gewässer abzuleiten. Diese datengestützte Zusammenarbeit zwischen Behörden, Fachverbänden und Forschungseinrichtungen, wie die der Universität Freiburg, stellt eine fundierte und zukunftsorientierte Herangehensweise an den Gewässerschutz dar.
Eine zusammenfassende Übersicht über die systemischen Stressoren und die daraufhin ergriffenen Maßnahmen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
| Stressfaktor | Beobachtete Auswirkungen | Konkrete Maßnahmen |
| Hydromorphologische Defizite | Reduzierte Artenvielfalt; Verlust von Lebensräumen (Laichplätze, Rückzugsgebiete) | Kontinuierliche Renaturierung (Aufweitung des Flussbettes, Einbau von Lenkbuhnen, Anbringen von Wurzelstöcken) |
| Anthropogener Nutzungsdruck | Rückgang des Fischbestandes; Zerstörung von Habitaten durch Betreten; Müll- und Schadstoffeintrag | Aufklärung der Öffentlichkeit; Schaffung von geschützten Uferzonen; Verbesserung der Infrastruktur |
| Klimatische Erwärmung | Anstieg der Wassertemperatur; Niedrigwasser; Fischsterben | Bau von Kaltwasserpools als thermische Rückzugsräume; Langfristiges Temperaturmonitoring |
Verfasser des Berichts: Simon Wachter
Landesfischereiverband Baden-Württemberg Bezirk Südbaden
Fachlich geprüft durch: Claudio Schill
Landesfischereiverband Baden-Württemberg Bezirk Südbaden

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