Liebe Verbandsmitglieder,
hier kommt wieder die neueste Ausgabe der Verbandszeitschrift, dieses Mal mit folgenden Themen:
Liebe Verbandsmitglieder,
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Tauberbischofsheim. Ein ganzes Wochenende im Zeichen der Natur, des Angelns und der Gemeinschaft:
Mit großem Erfolg veranstaltete der Angelverein Tauberbischofsheim (ASV) erstmals ein Jugendcamp mit Übernachtung. Von Samstag, 1. August, 9 Uhr, bis Sonntag, 2. August, 12 Uhr,
erlebten insgesamt zwölf Kinder, sechs Jugendliche aus den eigenen Reihen sowie sechs Gastkinder, im Alter von 6 bis 14 Jahren ein abwechslungsreiches Programm am Wasser.
Gemeinsam mit Betreuern und Helfern waren rund 20 Personen an dem Camp beteiligt.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur das Angeln selbst, sondern vor allem das gemeinsame Lernen und Erleben.
Die jungen Teilnehmer konnten eigene Posen basteln, sich beim Casting-Wettbewerb messen und erste Erfahrungen im Fliegenfischen sammeln.
Darüber hinaus wurden Köderfische gestippt, der richtige Umgang mit dem Futterkorb erklärt sowie eine Schulung zur waidgerechten Versorgung der gefangenen Fische durchgeführt.
Auch der Angelerfolg ließ nicht lange auf sich warten.
Zahlreiche Barsche sowie einige kleine Karpfen gingen den Kindern an den Haken.
Für den Höhepunkt des Wochenendes sorgte jedoch der Fang eines beeindruckenden Zanders mit einer Länge von 88 Zentimetern
und einem Gewicht von rund sechs Kilogramm – zweifellos der „Fang des Jahres“ und ein Erlebnis, das allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Neben dem Spaß am Wasser legte der ASV großen Wert auf Sicherheit und Verantwortung.
Die Sauberkeit des Geländes war ein zentrales Thema: Gemeinsam wurde Müll gesammelt und entsorgt.
Für die sanitäre Versorgung stand ein Dixi-WC bereit.
Aufgrund der hohen Brandgefahr wurde konsequent auf offenes Feuer verzichtet.
Zusätzlich sorgten ein bereitstehendes Rettungsboot sowie sogenannte Restubes – aufblasbare Rettungshilfen für die Kinder – für ein hohes Maß an Sicherheit.
Auch für das leibliche Wohl war während des gesamten Wochenendes bestens gesorgt.
Die Verpflegung erfolgte direkt vor Ort und trug ebenso wie das abwechslungsreiche Programm zu einer rundum gelungenen Veranstaltung bei.
Ein besonderer Dank gilt dem Angelladen Erhardt Hemmerich, der die Preise für die Wettbewerbe sowie die Tombola großzügig sponserte und damit das Jugendcamp zusätzlich bereicherte.
Die gelungene Premiere zeigte eindrucksvoll, wie viel Freude das gemeinsame Naturerlebnis und die Angelsportgemeinschaft bereiten können.
Für die Kinder war das erste Jugendcamp des ASV Tauberbischofsheim ein unvergessliches Wochenende – und für den Verein ein gelungener Auftakt, der Lust auf eine Fortsetzung macht.
Im Namen des ASVs bedankt sich der erste Vorsitzende Markus Babsia bei alle, die zum Gelingen des Jugendcamps beigetragen haben.
Sein besonderer Dank gilt den engagierten Vereinsmitgliedern, den Jugendtrainern sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem Einsatz,
ihrer Zeit und ihrem großen Engagement das erste Jugendcamp des ASV Tauberbischofsheim möglich gemacht haben.
„Nur durch dieses hervorragende Zusammenspiel aller Beteiligten konnte die Veranstaltung ein so großer Erfolg werden“, betonte Babsia.

Bildrechte und Freigabe der Bilder : Markus Babsia (Einverständnis liegt bei Markus Babsia vor)
Plovdiv (Bulgarien) – Ein echter Medaillenregen bei Extrembedingungen: Die Castingsport-Weltmeisterschaften der Jugend und Junioren in Plovdiv wurden für das deutsche Nationalteam zu einem unvergesslichen Triumphzug. Der Kader des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV) – bestehend aus fünf jungen Talenten des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg (LFVBW) und zwei Werfern aus Thüringen – sicherte sich insgesamt 17 Medaillen.
Die Fahrkarten für dieses internationale Highlight waren im Vorfeld hart umkämpft: Bei drei nationalen Qualifikationsturnieren hatten sich die baden-württembergischen Athleten ihre Plätze in der Nationalmannschaft gesichert.
Hitzeschlacht und neues K.-o.-Format
Die Bedingungen in Osteuropa verlangten den jungen Sportlern alles ab. Extrem hohe Temperaturen, unberechenbar drehende Winde im Stadion und bis zu zehn Stunden lange Wettkampftage machten die WM zu einer echten Belastungsprobe. Zusätzlich sorgte eine Regeländerung für Hochspannung: Die Zieldisziplinen Arenberg und Skish wurden erstmals im direkten K.-o.-System ausgetragen – ein Adrenalin-Garant für Werfer und Betreuer gleichermaßen.
Zweimal Gold: Die Sternstunden im Wettkampf
Gleich zwei Goldmedaillen und damit Weltmeistertitel gingen auf das Konto des deutschen Nachwuchses:
• Nervenkrimi für Lena Groß: Ein absolutes Highlight aus baden-württembergischer Sicht lieferte Lena Groß (U16, LFV BW). In der Zieldisziplin Arenberg kämpfte sie sich nervenstark durch die K.-o.-Runden bis ins Finale, wo sie auf die Tschechin Marketa Markova traf. Nach einem dramatischen Duell hielten alle den Atem an, bis das Schiedsgericht das Ergebnis verkündete: Mit knappen zwei Punkten Vorsprung sicherte sich Lena Groß die Goldmedaille und den Weltmeistertitel. Mit weiteren Bronzemedaillen in der Zieldisziplin Skish, im Weitwurf (50,77 Meter) und im Fliege-Weitwurf krönte sie ihr herausragendes Turnier.
• Souveräner Triumph für Lukas Schneider: In seiner absoluten Paradedisziplin Fliege-Einhand-Weit ließ der Thüringer Lukas Schneider der Konkurrenz keine Chance. Mit überragender Technik warf er sich souverän an die Spitze des Feldes und holte den zweiten Weltmeistertitel für das DAFV-Team nach Hause. Zudem ergatterte Schneider im Weitwurf noch die Silbermedaille. Bereits zum Auftakt in der Zieldisziplin Fliege-Ziel hatte er im Vorkampf die makellose Höchstpunktzahl von 100 aus 100 Punkten erzielt.
Perfektion an der Zielscheibe
Dass auf diesem Niveau absolute Perfektion gefragt ist, bewiesen auch die U23-Werfer Jessica Bosler und Sven Hepting (beide LFV BW) in der Zieldisziplin Fliege-Ziel. Beide erwarfen im Finale die maximale Ausbeute von sensationellen 100 von 100 möglichen Punkten. Da die internationale Konkurrenz jedoch ebenfalls fehlerfrei blieb, entschied am Ende lediglich die Zeit: Bosler erkämpfte sich den Vizeweltmeistertitel, Hepting gewann Bronze.
Weitere Glanzleistungen des DAFV-Teams
Das gesamte Team wuchs in Bulgarien über sich hinaus:
• Der Jüngste trumpft auf: Der erst 10-jährige Tim Kolb (LFV BW) warf sich bei seiner ersten WM-Teilnahme in der Disziplin Trout Distance direkt hinter seinem Teamkollegen Lukas auf den Bronzerang. In der Zieldisziplin Skish schrammte das Nachwuchstalent als Vierter nur hauchdünn am Podest vorbei.
• Power im Weitwurf: Sven Hepting holte sich in der Disziplin Salmon Distance mit beeindruckenden 44 Metern im Vorkampf und einer starken Weite im Finale souverän den Vizeweltmeistertitel. Jessica Bosler stockte ihre Medaillensammlung derweil mit Bronze in der Zieldisziplin Skish sowie im Weitwurf weiter aus.
• Starke Leistung: Mia Franzke (LFV BW) rundete das tolle Teamergebnis in der U16 mit einem exzellenten vierten Platz im Fliege-Weitwurf ab.
Historisches Fünfkampf-Ergebnis
Am abschließenden Samstagabend folgte bei der Siegerehrung der krönende Abschluss. Sowohl Jessica Bosler (LFV BW) als auch Lukas Schneider (Thüringen) durften eine Auszeichnung entgegennehmen, die es für das deutsche Team seit Jahren nicht gegeben hatte: Beide gewannen in ihren Klassen Bronze im Gesamtfünfkampf.
Auch in den Mannschaftswertungen wurde die enorme Teamleistung belohnt. Sowohl das Jungenteam (mit Lukas, Paul Glaser, Sven und Tim) als auch das Mädchenteam (mit Lena, Mia und Jessica) sicherten sich jeweils die Bronzemedaille.
Die deutsche WM-Bilanz im Überblick:
• Gold: 2 (Lena Groß – Zieldisziplin Arenberg; Lukas Schneider – Fliege-Einhand-Weit)
• Silber: 4
• Bronze: 11
Ein riesiger Erfolg für den Castingsport-Nachwuchs des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg und aus Thüringen, der eindrucksvoll beweist, dass das deutsche DAFV-Team zur absoluten Weltspitze gehört.
Bildunterschrift Gruppenbild: hintere Reihe: Yannick Jugend (Iffezheim, Trainer), Jessica Bosler (Iffezheim, BW), Sven Hepting (Iffezheim, BW), Lukas Schneider (Thüringen) und Paul Glasner (Thrüringen).
Vordere Reihe: Christopher Ullrich (Sachsen-Anhalt, Delegationsleiter Deutscher Angelverband), Lena Groß (Iffezheim, BW) Tim Kolb (Iffezheim,BW), Mia Franzke (Iffezheim, BW), Olaf Schulz (Thüringen, Internationaler Schiedsrichter) und Andreas Kirchner (Iffezheim, Trainer)
Liebe Mitglieder, liebe Vereinsvorstände und Gewässerwarte,
der Sommer 2026 hat in Baden-Württemberg erneut extreme Hitze- und Trockenperioden gebracht. Anhaltend hohe Temperaturen, Niederschlagsdefizit und (extreme) Niedrigwasserstände belasten Fische und die gesamte Gewässerlebensgemeinschaft. Steigende Wassertemperaturen führen zu Sauerstoffmangel, Abschnitte fallen trocken, Wanderkorridore werden unterbrochen – in manchen Gewässern kam es zu Fischsterben.
Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg möchte ein realistisches Bild der Lage erstellen. Dazu bitten wir um kurze Rückmeldungen aus den Vereinen.
Besonders interessiert uns:
Auch Rückmeldungen von Vereinen, deren Gewässer den Sommer weitgehend unbeschadet überstanden haben, sind für uns sehr hilfreich – sie ermöglichen die Einordnung regionaler sowie gewässerspezifischer Unterschiede.
Eine formlose Rückmeldung reicht aus – gerne per E-Mail an info@lfvbw.de möglichst bis zum 27. September 2026. Auch kurze oder unvollständige Meldungen sind willkommen. Für Rückfragen stehen euch die Geschäftsstellen zur Verfügung.
Je mehr konkrete Meldungen wir erhalten, desto besser können wir die Situation gegenüber Fischereibehörden, Wasserwirtschaftsverwaltung, Politik und Öffentlichkeit darstellen und unterstützende Maßnahmen anstoßen.
Wir danken herzlich für eure Mitarbeit!
Mit freundlichen Grüßen
Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
Foto: Shutterstock
Gemeinsame Pressemitteilung von Landesfischereiverband und NABU in Baden-Württemberg 14.8.2026
NABU und Fischereiverband BW fordern Investitionen in klimaresiliente Flüsse statt ausgebaggerter Fahrrinnen
Stuttgart – Angesichts zunehmender Niedrigwasserprobleme im Rhein sowie an weiteren Flüssen fordern NABU und Landesfischereiverband (LFVBW) in Baden-Württemberg die Landes- und Bundesverkehrsmister dazu auf, ein Flusskonzept anzustreben, das den Naturschutz nicht außen vorlässt. „Einseitige Diskussionen, die den Ausbau und die Vertiefung von Wasserstraßen als alleinige Lösung verkaufen, werden den künftigen Herausforderungen nicht gerecht und gefährden ohnehin bereits geschwächte und technisch massiv veränderte Flusslandschaften“, stellt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle klar. Gemeinsam mit dem Landesfischereiverband fordert er Bundesverkehrsminister Steffen Bilger auf, eine Niedrigwasserstrategie vorzulegen, die den Naturschutz mitdenkt.
„Eine Badewanne wird nicht dadurch voller, indem sie tiefer wird. Würde der Rhein weiter ausgebaggert werden, hätte das negative Folgen für den Grundwasserspiegel, das Ökosystem, die Menschen und die Landwirtschaft am Rhein“, stellt LFVBW-Geschäftsführer Reinhart Sosat fest. „Wenn die Strömung auf eine kleinere Rinne konzentriert wird, kann das dazu führen, dass sich der Fluss immer tiefer eingräbt, mit weiteren Folgen. Grundwasserstände senken sich weiter ab und die Verbindung zwischen Fluss und Auen verschlechtert sich. Lebensräume im und am Fluss geraten zusätzlich unter Druck. Wenn wir den Rhein weiter vertiefen, graben wir uns über kurz oder lang selbst das Wasser ab“, warnt Sosat.
Die anhaltende Dürre in Mitteleuropa und die Niedrigwasserpegel zeigen deutlich, wie stark der Klimawandel die Flüsse bereits heute verändert. Zahlreiche Studien und Fachleute weisen darauf hin, dass das Potenzial des Rheins als verlässliche Transportachse in den kommenden Jahrzehnten weiter abnehmen wird. Niedrigwasserphasen würden häufiger und länger auftreten, Gletscher- und Schmelzwasserabflüsse aus den Alpen sinken und werden früher oder später gänzlich versiegen.
„Jahrzehntelang wurden Flüsse baulich stark verändert, um sie für immer größere Schiffe passierbar zu machen. Dieses Konzept führt nun auch wirtschaftlich in eine Sackgasse”, so Reinhart Sosat.
„Viele große Flüsse wie Rhein, Main und Neckar sind heute ökologisch stark verarmt und erwärmen sich bei Niedrigwasser extrem. Statt sie weiter zu belasten, sind Maßnahmen nötig, um ihre ökologische Resilienz zu stärken. Flüsse einseitig als Transportstraßen zu betrachten, wird den Herausforderungen der Zukunft nicht gerecht.”
NABU und Landesfischereiverband fordern daher, die Schifffahrt an die Flüsse anzupassen- und nicht umgekehrt. NABU-Landeschef Enssle sagt dazu: „Bauprojekte dauern viele Jahre, während Extremwetter und sinkende Wasserstände den technischen Lösungen längst davonlaufen. Wir brauchen keine Milliardeninvestitionen in immer größere Schiffe, tiefere Fahrrinnen und breitere Schleusen. Stattdessen muss die Schiffsflotte an die künftige Situation angepasst und stärker in den Schienengütertransport investiert werden.“ Nötig seien zudem deutlich mehr Investitionen in die Revitalisierung von Flüssen: „Der Rhein braucht seine Auen zurück, damit er Wasser großflächig speichern kann. Das beugt Hochwasser und Niedrigwasser gleichermaßen vor, stabilisiert die Grundwasserspeicher und hilft damit Menschen, Wirtschaft und Natur entlang der Flüsse“, ergänzt der Rhein-Experte und Gewässerökologe Volker Späth.
Hintergrund:
In Baden-Württemberg gibt es rund 550 Kilometer Bundes- und Landeswasserstraßen, auf denen 2025 laut Destatis 24,9 Millionen Tonnen Güter transportiert wurden. Rund ein Fünftel der Gütermengen wird in Deutschland über die Schiene transportiert. Auf Flüssen werden ca. neun Prozent der Güter im Südwesten transportiert, weit davor liegt mit etwa 18 Prozent die Schiene. Auf der Straße werden etwa 73 Prozent der Güter befördert. Die Gewässer im Land haben als Folge fehlender Niederschläge und mehrerer Hitzeperioden aktuell extrem niedrige Wasserstände, mit voraussichtlich weiter sinkenden Pegeln.
Weitere Infos zu Deutschland im Wasserstress
NABU BW zu Gewässerschutz
Foto: LFVBW
An heißen Sommertagen zieht es tausende Menschen an die Dreisam in Freiburg – verständlich, denn der Fluss bietet eine willkommene Abkühlung. Doch was für Badende eine Erfrischung ist, bedeutet für die dort lebenden Fische puren Stress. Wassertemperaturen von über 31 Grad, sinkende Pegel, Badebetrieb in den eigens angelegten Kältepools und an der Fischtreppe: Die Dreisam steht unter enormem Druck.
Unser Geschäftsführer Ingo Kramer und Gewässerexperte Klaus Lachner kommen in einem aktuellen SWR-Beitrag zu Wort und schildern die Situation eindringlich. Die Stadt Freiburg signalisiert inzwischen Handlungsbereitschaft – Informationsschilder und lokale Badeverbote in Teilbereichen werden geprüft.
Der SWR hat die Situation vor Ort beleuchtet. Den Beitrag können Sie unter diesem Link abrufen.
Am 17.06.2026 trafen sich an der Murg-Mündung bei Steinmauern zahlreiche Angler der umliegenden Vereine um diese Aktion des Landesfischereiverbandes zu unterstützen. Es sollten ca. 500.000 kleine Maifische in die Freiheit entlassen werden. Dr. Andreas Scharbert, der Projektleiter des Maifischprogramms, wartete bereits an der Murg-Mündung mit einem Kühlwagen, in dem die Maifische aus Frankreich, aus dem Garonne-Gebiet, hierher transportiert wurden. Jürgen Waldvogel, Vizepräsident des Landesfischereiverbandes, begrüßte zahlreiche Gäste und Abordnungen der Angelvereine. Vom Landwirtschaftsministerium war die Staatssekretärin Frau Sarah Schweizer gekommen, die ihrerseits ein Grußwort sprach und sich über die große Beteiligung freute. Weiter konnte Waldvogel eine Abordnung aus Frankreich begrüßen. Frau Marie Coll, Wissenschaftlerin beim Wanderfischprogramm, Jean Jacques Klein, Präsident der Federation du Bas-Rhin pour la Peche, sowie seinen Direktor Jean Frank Lacerenzo. Von der Fischereibehörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe war Herr Stefan Hüsgen und von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd Rheinland -Pfalz war Herr Macello Petrone gekommen. Auch Rolf Spiegelhalder, Bürgermeister auch Elchesheim-Ilingen, Heinz Zoller von den Naturfreunden e.V. und Geschäftsführer Reinhart Sosat vom LFVBW, waren mit von der Partie.
Dr. Scharbert berichtete kurz über den Lebenszyklus des Maifischs, der als 5 Millimeter-Fischlein den Rhein abwärts wandert. Mit einer Größe von ca. 10 cm erreicht diese Heringsart das Meer und kehrt von dort mit der stattlichen Länge von bis zu 70 cm in den Rhein und seine Nebenflüsse zum Laichen zurück. Nachdem Dr. Scharbert einige Fragen zum Maifisch beantwortet hatte, konnten die Jugendgruppen der Angelvereine unterstützt von Frau Staatssekretärin Schweizer, die ersten Maifische in die Freiheit entlassen.
Besonders sei noch zu erwähnen, dass die Maifische bereits in größeren Zahlen eigenständig zum Laichen in den Rhein und seine Nebenflüsse zurückkehren. Die Besatzmaßnahmen der zurückliegenden Jahre, scheinen zu wirken. Auch in der Fischtreppe bei Iffezheim, in der dortigen Video-Überwachungsstation, werden regelmäßig größere Trupps an Maifischen gesichtet.
Das Maifischprogramm schein von Erfolg gekrönt, den sich der Landesfischereiverband Baden-Württemberg auf seine Fahnen schreiben darf.
Jürgen Waldvogel
Noch mehr Eindrücke:
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Wasserkraft gilt als klimafreundliche Energiequelle – doch insbesondere kleine Wasserkraftanlagen unter 1 MW verursachen erhebliche ökologische Schäden an unseren Fließgewässern, während ihr Beitrag zur Energieversorgung verschwindend gering ist.
Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg (LFVBW) hat gemeinsam mit BUND, NABU und dem Landesnaturschutzverband (LNV) die gemeinsame Erklärung zur Wasserkraftnutzung in Baden-Württemberg aktualisiert. Sie zeigt auf, unter welchen Bedingungen eine ökologisch verträgliche Nutzung der Wasserkraft möglich ist – und wann nicht. Im Mittelpunkt stehen fünf konkrete Forderungen: von klaren Prioritäten bei der Erschließung des Wasserkraftpotenzials über strenge Auflagen für Neubauten bis hin zur aktiven Förderung des Rückbaus nicht mehr wirtschaftlicher Kleinanlagen.
Als Landesfischereiverband setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnerverbänden für durchgängige, ökologisch intakte Fließgewässer ein – zum Wohl der Fische, der Artenvielfalt und unserer Gewässer insgesamt.
Foto: © LFVBW / Ingo Kramer
Spaichingen. Um den Zustand unserer heimischen Fließgewässer fit für die Zukunft zu machen, braucht es den direkten Austausch zwischen Kommunen, Planern, Behörden und der Praxis. Ein Paradebeispiel für diesen konstruktiven Dialog bot der diesjährige Gewässernachbarschaftstag des Landkreises Tuttlingen, der am 10. Juni 2026 im Feuerwehrhaus in Spaichingen stattfand. Unter dem zentralen Thema „Naturnahe Bauweisen und Beschattung“ kamen rund 50 Teilnehmer – darunter Bauhofleiter, Vertreter von Tiefbau- und Umweltämtern sowie Naturschutzverbände – zusammen. Als Vertreter des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg (LFVBW) begleitete Simon Wachter die Veranstaltung, um die fischereilichen und gewässerökologischen Interessen einzubringen. Die Präsenz des Verbandes stieß bei den Anwesenden auf sehr positive Resonanz.
Starkregen, Klimawandel und ein tragischer Rückblick
Herr Schmidt von der hiesigen Bauamtsleitung begrüßte die Gäste herzlich und zeigte sich erfreut über die hohe Resonanz. In seiner Einführung hob er die existenzielle Bedeutung intakter Gewässer hervor, verwies jedoch gleichzeitig auf die zunehmenden Herausforderungen durch Starkregenereignisse im kommunalen Raum.
Herr Kamutzky vom Landratsamt Tuttlingen, der gemeinsam mit Frau Reichegger (Regierungspräsidium Freiburg) die Moderation leitete, lobte zwar die bisher umgesetzten Schutz- und Pflegemaßnahmen an den lokalen Gewässern, fand jedoch auch kritische Worte für ein aktuelles ökologisches Desaster: Durch den illegalen oder unsachgemäßen Eintrag von Gärresten in die Prim kam es zu einem massiven Fischsterben. Auf einer Strecke von über 1,5 Kilometern wurde der Fischbestand komplett vernichtet – ein herber Rückschlag für die Gewässerökologie und die lokalen Hegebemühungen, der die Dringlichkeit von lückenlosem Gewässerschutz unterstrich.
Fachvorträge: Von ingenieurbiologischer Bauweise bis zur Kolmation
Der Vormittag stand im Zeichen hochkarätiger Fachvorträge:
In der anschließenden Diskussionsrunde wurden praxisnahe Fragen erörtert – etwa die Vor- und Nachteile von Frühjahrspflanzungen am Ufer, die Verfügbarkeit von Fachfirmen vor Ort sowie die Gefahr, dass Entwässerungsgräben bei zu starker Kolmation komplett ausfallen.
Praxisnah: Die Revitalisierung der Prim in Spaichingen
Ein Höhepunkt des Vormittags war die Vorstellung der Revitalisierungsmaßnahmen an der Prim durch Herrn Kaysers von der Planstatt Senner. Die Prim ist ein klassisches Salmonidengewässer, litt in der Vergangenheit jedoch unter einem sehr geradlinigen Verlauf, einer durch Kolmatierung stark befestigten Sohle und einem teilweise zu dichten, ungesteuerten Uferbewuchs, der den Fluss völlig aus dem Ortsbild verschwinden ließ.
Durch die neuen Maßnahmen wurde das Flussbett verbreitert und Uferstufen angelegt, um die Prim wieder erlebbar zu machen. Für die natürliche Uferbefestigung kamen Weidenstecklinge zum Einsatz, zudem wurde die Sohlschleppspannung optimiert. Um den Raum für Inselstrukturen und Mäander zu schaffen, wurde sogar ein Bolzplatz verlegt. Herr Kaysers betonte die hervorragende Zusammenarbeit und die wichtige Einbeziehung der Nachbarschaft (beispielsweise bei der Absprache von Baumhöhen). Das Fazit war durchweg positiv: Eine Renaturierung von Bächen und Flüssen lohnt sich auch – und gerade – innerorts massiv.
Exkursionen nach Spaichingen und Rottweil
Nach einer kurzen Begehung der Prim-Revitalisierung unter der Leitung von Herrn Honer (Stadt Spaichingen) und der anschließenden Mittagspflege im Gasthof Kreuz, verlagerte sich die Veranstaltung am Nachmittag in die Praxis.
In Fahrgemeinschaften ging es nach Rottweil auf das Gelände der anstehenden Landesgartenschau 2028. Hier besichtigten die Teilnehmer die großflächige Revitalisierung des Neckars. Frau Reichegger führte die Gruppe und demonstrierte anschaulich die am Morgen theoretisch besprochenen ingenieurbiologischen Bauweisen (wie den Einsatz von Geotextilsäcken, Holzgrünschwellen und Totholz) im direkten Praxiseinsatz.
Gegen 16:15 Uhr endete ein rundum gelungener und informationsreicher Nachbarschaftstag mit der Übergabe der Teilnahmebescheinigungen. Für den Landesfischereiverband zeigte die Veranstaltung deutlich: Nur wenn Wasserbau, Kommunen und Fischerei Hand in Hand arbeiten, können wir unsere Gewässer langfristig als Lebensadern erhalten.
Verfasser des Berichts:
Simon Wachter _ Referent für die Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW-Bezirk Südbaden
Mail: Simon.Wachter@lfvbw.de
Mobil: (+49) 1718005496
Weiter Bilder findet ihr hier.
(Keine Sorge, ihr braucht keine Amazon-Konto)
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Stuttgart, 13. Juni 2026. Der diesjährige Landesfischereitag des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg (LFVBW) in der Landeshauptstadt stand im Zeichen des personellen Wandels, neuer strategischer Allianzen und klarer politischer Forderungen. Vor einem gut besetzten Saal zog der Verband eine positive Bilanz aktueller Erfolge, richtete den Blick mit konkreten Zielsetzungen auf den neu gewählten Landtag und gab bereits den Termin für das kommende Jahr bekannt: Am 5. Juni 2027 lädt der LFVBW zum nächsten Landesfischereitag.
Hohe Beteiligung und strategischer Fokus auf den neuen Landtag
Präsident Thomas Wahl begrüßte zahlreiche Delegierte, Ehrengäste und Ehrenmitglieder. Besonders positiv fiel die Präsenz der jugendlichen Mitglieder auf, die die Zukunftsfähigkeit der Vereine untermauerte. In seiner Eröffnungsrede gab Wahl die Richtung für die kommenden Monate vor: Der fischereiliche Dialog mit den neu gewählten Abgeordneten des Landtags wird intensiviert, um die Kernanliegen der organisierten Anglerschaft fest in der Landespolitik zu verankern.
Ministerin Gentges: Digitaler Fischereischein und neue Ausbildungsverordnung
Marion Gentges, Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, brachte konkrete politische Zusagen mit nach Stuttgart. Sie verwies auf Meilensteine wie die Absenkung des Mindestalters für den Jugendfischereischein und das Ende des Nachtangelverbots. Zukünftige Schwerpunkte des Ministeriums liegen auf dem Kormoranmanagement sowie der Förderung der Jugendarbeit.
Anerkennung fand das LFVBW-Lachswiederansiedlungsprojekt inklusive der Lachszucht Wolftal, welches an der Kinzig messbare Erfolge verzeichnet. Die Ministerin betonte, dass stabile Wanderfischbestände und die Durchgängigkeit der Fließgewässer für das Land Priorität haben. Zudem kündigte sie bürokratische Entlastungen an: Der Jahresfischereischein wird im Scheckkartenformat digitalisiert – mit einer Übergangszeit von fünf Jahren. Eine neue Landesausbildungsverordnung soll zudem die hohen Qualitätsstandards der Vorbereitungslehrgänge dauerhaft sichern.
Sektorübergreifender Naturschutz: Kooperation mit der Jägerschaft
Die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit der Naturnutzer unterstrich Bezirksjägermeister Herr Häußer, der die Grüße von Jagdverband-Präsident Dr. Jörg Friedmann übermittelte. Angesichts des Klimawandels dürfe Naturschutz nicht isoliert agieren. Bei Themen wie Gewässerrandstreifen und dem Management invasiver Arten müssten Fischerei, Jagd, Land- und Forstwirtschaft künftig als Einheit auftreten. Häußer forderte von der Politik Vertrauen in das ehrenamtliche Engagement von Anglern und Jägern anstelle von bürokratischem Misstrauen.
Stabwechsel im Ausbildungsreferat und historische Auszeichnung
Auch personell wurden wichtige Weichen gestellt. Im Vorstand des LFVBW gab es einen Wechsel im Ausbildungsreferat: Imelda Paulov, erste Vorsitzende des Fischereivereins Bad Säckingen, übernimmt den Posten als Fachreferentin für die Vorbereitungslehrgänge zur Fischerprüfung. Sie folgt auf Karl Geyer, dem der Verband für seinen langjährigen Einsatz dankte.
Für einen besonderen Moment sorgte die Ehrung von Dr. Werner Baur (Kreisvorsitzender Ravensburg). Als erstem Vertreter aus der Fischerei überhaupt wurde ihm die prestigeträchtige Ehrennadel des Landesnaturschutzverbandes (LNV) für sein jahrzehntelanges, herausragendes Engagement verliehen.
Wissenschaftlicher Input und die Murg als Flusslandschaft des Jahres
Den fachlichen Teil bereicherte Dr. Andreas Scharbert (Rheinischer Fischereiverband von 1880 e.V.) mit einem Vortrag über die Wiederansiedlung des Maifischs am Rhein. Er kündigte in diesem Zuge eine bevorstehende Besatzaktion an der Murg-Mündung an. Die Murg selbst wurde auf der Tagung offiziell als „Flusslandschaft der Jahre 2026 und 2027“ gewürdigt, was ihre hohe ökologische Bedeutung für die Region unterstreicht.
Biber-Positionspapier verabschiedet und Auszeichnungen zum „Tag des Gewässers“
Am Nachmittag verabschiedete die Mitgliederversammlung ein fundiertes Positionspapier zum Thema Biber. Nach der umstrittenen Verordnung der Vorgänger-Regierung fordert der LFVBW nun ein praxisnahes, rechtssicheres Management, das Artenschutz und Hochwasserschutz sinnvoll miteinander vereinbart.
Einen weiteren Höhepunkt der Versammlung war, dass drei Vereine für ihre herausragenden Umwelt- und Reinigungsaktionen im Rahmen des „Tags des Gewässers“ ausgezeichnet:
Ausblick: Das Fundament für das neue Verbandsjahr ist gelegt. Die Entwicklungen beim digitalen Fischereischein, das neue Bibermanagement und die Fortschritte an den Gewässern werden die Agenda bestimmen. Die Ergebnisse und nächsten Meilensteine werden auf dem kommenden Landesfischereitag am 5. Juni 2027 präsentiert.
Ich bedanke mich bei Wolfgang Fleck (Bezirksreferent für Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW_Bezirk Nordwürttemberg) für seine Unterstützung und seine Bilder.
Verfasser des Berichts:
Simon Wachter _ Referent für die Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW-Bezirk Südbaden
Mail: Simon.Wachter@lfvbw.de
Mobil: (+49) 1718005496
Eindrücke des Tages:




















