Am 30. April 2026 verwandelte sich der „Löwen“ in Wurmlingen in eine Denkfabrik für den Gewässerschutz. Zum ersten Stammtisch des Kreisverbandes Tuttlingen in diesem Jahr trafen sich engagierte Fischerkollegen, nicht nur aus Wurmlingen, Kolbingen und Thalheim, um gemeinsam die Weichen für die kommende Saison zu stellen.
Unterstützung aus dem Bezirk:
Die Veranstaltung gewann deutlich an Dynamik durch den Besuch von Simon Wachter, Bezirksreferent für Öffentlichkeitsarbeit im Bezirk Südbaden, und Jörg Klausmann, Jugendreferent des LFVBW-Bezirk Südbaden. Beide folgten der Einladung von Christian Haas, dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden, der aus beruflichen Gründen nicht persönlich teilnehmen konnte. Die Bedeutung der Vernetzung zwischen den Vereinen und dem Verband wurde dadurch besonders hervorgehoben und fand auch in den Beiträgen der Bezirksvertreter ihren Widerhall.
Mit ihrer klaren Botschaft „Ihr seid nicht allein – wir unterstützen euch bei der Arbeit vor Ort!“ unterstrichen Simon Wachter und Jörg Klausmann das Engagement des Verbandes, die Vereine aktiv zu begleiten. Sie betonten, dass die Unterstützung sowohl im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit als auch bei der Jugendarbeit eine zentrale Rolle spielt, um die nachhaltige Entwicklung und den Zusammenhalt unter den Vereinen zu stärken.
Wenn der Biber baut: Herausforderungen am Bach
Ein brennendes Thema der Versammlung war der „Baumeister der Natur“. In der Nähe hat ein Biber einen Bach derart aufgestaut, dass die Fischer sofort reagieren und einen gezielten Arbeitseinsatz organisieren mussten. Doch die Anwesenheit des Nagers wirft Fragen auf:
- Woher bekommt man hochwertigen Schutzdraht?
- Welche Behörde ist der richtige Ansprechpartner bei Konflikten?
Hier entwickelte sich ein reger Austausch über bürokratische Hürden und praktische Lösungen am Ufer.
Ein Sieg für die Natur: „Besatzstopp“ mit Erfolg
Für einen Gänsehautmoment sorgte der Erfolgsbericht eines teilnehmenden Vereins: Seit fünf Jahren wurde dort bewusst auf den Besatz von Forellen verzichtet. Das Ergebnis ist ein Paradebeispiel für nachhaltigen Naturschutz – der Bestand reproduziert sich mittlerweile komplett von selbst!
Passend dazu berichtete Jörg Klausmann von seinen eigenen Erfahrungen an seinem eigenen Bach, den er gepachtet hat, wo er mit Herzblut und Fachwissen ähnliche Erfolge bei der Ansiedlung der Bachforelle erzielt. Diese Praxisbeispiele zeigen eindrucksvoll: Wenn der Lebensraum stimmt, regelt die Natur den Rest.
Nachwuchs und Öffentlichkeitsarbeit: Das „Klassenzimmer zum Anfassen“
Wie erreicht man die Fischer von morgen? Jörg Klausmann hatte dafür eine ganze Palette an Material im Gepäck:
- Der Fischanhänger: Das mobile Labor für Nachwuchsforscher wurde vorgestellt.
- Wilde Welten: Kalender und Malbücher, die die Schönheit unserer Heimat kindgerecht vermitteln.
- Montageguide: Praktische Tipps für den Einstieg in das schönste Hobby der Welt.
Die Runde war sich einig: Wir müssen unsere Arbeit als Naturschützer noch mutiger nach außen tragen. Das „Klassenzimmer am Wasser“ ist dabei der Schlüssel, um Kindern den Wert unserer Gewässer direkt vor Ort begreifbar zu machen.
Kulinarik und Kameradschaft
Was wäre ein Fischerstammtisch ohne den Genuss? Zwischen Fachsimpeleien über Besatzfische und Wasserqualität wurden eifrig Fischrezepte ausgetauscht. So mancher Geheimtipp für die heimische Küche wechselte über den Stammtisch die Seiten.
Fazit: Der Stammtisch in Wurmlingen hat erneut bewiesen, dass der direkte Dialog unersetzbar ist. Ob Biber-Management oder Nachwuchsförderung – die Fischer im Kreis Tuttlingen packen es gemeinsam an!
Verfasser des Berichts:
Simon Wachter _ Referent für die Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW-Bezirk Südbaden
Mail: Simon.Wachter@lfvbw.de

