Kalenderübergabe und Naturpark-Aktionen im Kindergarten St. Martin und der Josef Hepting Schule in Vöhrenbach

Als Bezirksreferent für die Jugendarbeit beim Landesfischereiverband Südbaden hatte ich am Donnerstag, den 27. November, wieder das Vergnügen, die neuen „Wilde Welten“-Kalender an die Kinder im Kindergarten St. Martin in Vöhrenbach zu überreichen. Die strahlenden Augen und die Begeisterung der Kinder sowie der Erzieherinnen machten die Übergabe zu einem besonderen Moment – einmal mehr wurde deutlich, wie sehr die Kalender im Kita-Alltag geschätzt und genutzt werden.

Ein besonderes Highlight des Jahres 2025 war der erlebnisreiche Bach-Tag mit den Vorschulkindern – unseren „Maxis“. Gemeinsam begaben wir uns auf eine spannende Expedition entlang des Bachs, bei der die Kinder mit viel Freude und Neugier kleine Lebewesen entdeckten und faszinierende Einblicke in die heimische Natur gewinnen konnten. Solche Erlebnisse sind von unschätzbarem Wert und fördern spielerisch das Umweltbewusstsein und die Liebe zur Natur.

Der Kindergarten St. Martin in Vöhrenbach steht seit jeher für eine naturnahe Pädagogik und setzt auf Lernangebote im Freien. Es erfüllt mich mit großer Freude, diese engagierte Einrichtung mit meinen Projekten zu unterstützen und gemeinsam mit den Kindern die Natur hautnah zu erleben.

Kurzinformation zum Kindergarten St. Martin Vöhrenbach

Der Kindergarten St. Martin liegt im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg und ist bekannt für sein naturnahes Konzept. Regelmäßig werden Projekte zu Umwelt, Natur und regionalen Traditionen umgesetzt. Die Einrichtung bietet Betreuungsplätze für Vorschulkinder und legt besonderen Wert auf das Lernen unter freiem Himmel. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Stadt Vöhrenbach oder in lokalen Verzeichnissen.

Nach der Kalenderübergabe führte mich mein Weg weiter zu Herrn Tim Lutz, dem Rektor der Josef-Hepting-Schule in Vöhrenbach. Die Schule ist als Naturparkschule ausgezeichnet und setzt Jahr für Jahr spannende Module zu Natur- und Umweltthemen um. Besonders am Herzen liegt mir das Modul „Wasser ist Leben!“, das ich seit mehreren Jahren für die dritten Klassen anbiete und auch dieses Jahr im Rahmen meiner Sommeraktion „Fisch on Tour“ erfolgreich durchführen konnte. Die begeisterten Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler motivieren mich, dieses Angebot auch für 2026 fest einzuplanen.

Bereits bei meinem heutigen Termin konnten wir die Aktionen für das kommende Jahr gemeinsam planen. Dank der Unterstützung des Landesfischereiverbands, der mir auch 2026 den notwendigen Anhänger zur Verfügung stellt, steht den geplanten Naturerlebnisaktionen nichts im Wege. Es ist mir ein großes Anliegen, den Kindern durch solche Projekte die Natur näherzubringen und ihre Begeisterung für Umwelt- und Naturschutz zu entfachen.

Kurzinformation zur Josef-Hepting-Schule Vöhrenbach

Die Josef-Hepting-Schule befindet sich ebenfalls im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg und trägt das Prädikat „Naturparkschule“. Ihr vielfältiges Bildungsangebot legt einen besonderen Fokus auf Natur- und Umweltprojekte. Mit Modulen wie „Wasser ist Leben!“ fördert sie nachhaltiges Lernen und vermittelt den Schülerinnen und Schülern praxisnahes Wissen zu ökologischen Zusammenhängen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Stadt Vöhrenbach oder in lokalen Bildungsverzeichnissen.

Euer Jörg Klausmann

Bezirksreferent für Jugendarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Veranstaltung im Vereinsheim des Angel- und Naturschutzvereins Sulz am Neckar am 10. Oktober

Am 10. Oktober fand in der Fischerhütte des Angel- und Naturschutzvereins Sulz am Neckar (ANV) e.V. der siebte Fischerstammtisch statt. Die Organisation dieses Fischerstammtischs lag erneut in den Händen von Michael Roth, der als Mitglied im Landesfischereiverband Südbaden und in seiner Funktion als Kreisvorsitzender des Landkreises Rottweil maßgeblich zur Durchführung der Veranstaltung beitrug. Kurz nach 19 Uhr begrüßte er die anwesenden Teilnehmer herzlich im Vereinsheim des Angel- und Naturschutzvereins Sulz am Neckar und hieß sie willkommen. Dabei sprach er dem Bewirtungsteam des Vereins seinen besonderen Dank für die gelungene Verpflegung aus, was maßgeblich zur angenehmen Atmosphäre des Abends beitrug.

Insgesamt hatten sich 19 Teilnehmer für den Stammtisch angemeldet, von denen 16 erschienen sind. Nach der Begrüßung stellte Michael Roth die Tagesordnung vor und gab einen Ausblick auf kommende Veranstaltungen. Besonders hervorgehoben wurden das Fachforum in Friedrichshafen sowie ein Seminar für angehende Jugendleiter, welche dem Vereinsleben und der Jugendarbeit neuen Schwung verleihen sollen.

Der nächste Stammtisch wurde bereits für den 24. April 2026 angekündigt. Wie gewohnt soll dieser wieder in der Fischerhütte in Sulz stattfinden, was von den Anwesenden erfreut aufgenommen wurde.

Vorstellung des Datenloggers durch Jens Breitbart, Entwickler des Datenloggers

Einen zentralen Themenpunkt des Abends bildete die Präsentation eines von Jens Breitbarth Mitglied des ANV Rotenzimmer e.V. entwickelten multifunktionalen Messsystems (Datenlogger) für Messungen in und am Gewässer. Das Gerät, welches sich in der achten Entwicklungsphase befindet und voraussichtlich ab April 2026 serienreif sein soll, beeindruckte durch seine vielfältigen Funktionen. Der Datenlogger misst und dokumentiert unter anderem Wassertemperaturen in verschiedenen Tiefen, Lufttemperatur, Pegelstände, Regenmenge sowie den Taupunkt. Zudem können sämtliche Lufteinflüsse detailliert erfasst werden.

Ein besonderes Highlight ist die kostenfreie Datenübertragung und die beachtliche Reichweite des Systems. Der anvisierte Verkaufspreis liegt zwischen 300 und 500 Euro. Jens Breitbart betonte die Wichtigkeit, Umwelteinflüsse systematisch zu erfassen, um zuverlässige Auswertungen zu ermöglichen. Das vorgestellte Modell soll ohne größere Wartungsarbeiten mindestens sechs Monate im Dauerbetrieb funktionieren. Das Projekt gilt innerhalb des Vereins als äußerst vielversprechend und bietet großes Potenzial für zukünftige Anwendungen.

Bedeutung der Datenauswertung und Öffentlichkeitsarbeit

Wolfgang Groth, der für die Öffentlichkeitsarbeit im Verband verantwortlich ist, unterstrich in seinem Beitrag, wie essenziell das Sammeln und Auswerten von Umweltdaten im Hinblick auf den Klimawandel ist. Die gesammelten Daten liefern wichtige Erkenntnisse, die nicht nur für den Verein selbst, sondern auch für die öffentliche Darstellung und Zusammenarbeit mit anderen Vereinen von Bedeutung sind. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit einer qualitativ hochwertigen Auswertung und die Bereitschaft, diese Ergebnisse auch mit anderen Akteuren zu teilen.

Die Präsentation der Auswertungsergebnisse aus der Schlichem wurde dabei als besonders wertvoll angesehen. Jens Breitbart erklärte anschaulich, wie die Auswertung der aufgezeichneten Daten erfolgt und warum diese für die Vereinsarbeit und den Naturschutz so bedeutsam sind. Die regelmäßige und professionelle Öffentlichkeitsarbeit wurde von Wolfgang Groth als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Vereinsarbeit betont.

Ausklang und geselliger Abschluss

Nach dem offiziellen Teil, der gegen 20:00 Uhr endete, folgte ein geselliger Austausch unter den Teilnehmern. In ungezwungener Atmosphäre wurden verschiedenste Themen rund um das Angeln, den Naturschutz und die Vereinsarbeit diskutiert. Der Fischerstammtisch wurde von allen Besuchern als gelungen und informativ bewertet. Die Vorfreude auf die nächste Veranstaltung im April 2026 ist bereits groß.

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Bericht zum Bezirkstag Südbaden des Landesfischereiverbandes am 11. Oktober 2025 in Deißlingen

Der diesjährige Bezirkstag Südbaden des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg fand am Samstag, den 11. Oktober 2025, pünktlich um 10:00 Uhr im Hotel Hirt in Deißlingen statt. Patrick Schnurr (Bezirksvorsitzender Südbaden) eröffnete die Versammlung und dankte Corinna Leonhard und Ingo Kramer für die Unterstützung bei der Organisation.

Fachvortrag: „Schwammlandschaft, kühles Wasser für unsere Oberläufe“

Ein zentraler Programmpunkt war der eindrucksvolle Fachvortrag von Christian Haas (stellv. Bezirksvorsitzender Südbaden) zum Thema „Schwammlandschaft, kühles Wasser für unsere Oberläufe“. Haas begann mit einem aufrüttelnden Zitat zur Klimaerwärmung, wonach das 1,5-Grad-Ziel im Schwarzwald Baar-Kreis bereits deutlich überschritten sei. Er betonte die langfristige und immense ökologische Bedeutung eines natürlichen Grundwasserhaushaltes für das Ökosystem Fließgewässer.

  • Schwammlandschaft und Klimaresilienz: Das Konzept der Schwammlandschaft gewinnt an Bedeutung, um die Wasserretentionsfähigkeit von Landschaften zu erhöhen und somit die Klimaresilienz zu stärken. Dies ist angesichts veränderter Niederschlagsregime und der Notwendigkeit, kühles Wasser in Oberläufen zu halten, essenziell.
  • Biber als Ökosystemingenieur: Der Biber fördert die Biodiversität erheblich und dient als „Ökosystemingenieur“. Seine Dämme tragen zur Grundwasserbildung, Sedimentrückhalt, zur Nährstoffsenkung und zur Verzögerung des Wasserabflusses bei, was sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Bewältigung von Trockenheit dient.
  • Biber-Konflikt und Fischpopulation: Studien zeigen, anders als die gängige Meinung, dass Biberdämme das Oberflächengewässer durch den erhöhten Grundwasseraustausch stärker abkühlen können als eine reine Beschattung und das die Dämme für Salmoniden kein Wanderhindernis darstellen. Eine angeregte Diskussion folgte unter den Teilnehmern des Bezirkstags. Patrick Schnurr merkte hierzu an, dass die Auswirkungen auf die Fischpopulation im Biber-Territorium stets im Kontext des gesamten Einzugsgebietes betrachtet werden sollten, um die positive Gesamtbilanz des Bibers auf die Artenvielfalt, Fischpopulation und die Gewässerstruktur zu würdigen.

Nach dem intensiven Fachvortrag (dessen Inhalt als ausführlicher Bericht zum Nachlesen in der nächsten Verbandszeitschrift erscheint) und einer kurzen Pause, in der die Diskussionen fortgeführt wurden, folgte der satzungskonforme formelle Teil.

Berichte der Kreisvorsitzenden und Funktionäre

Bei Anwesenheit von 23 Vereinen, zwei Einzelmitgliedern und 11 Funktionären wurden folgende Berichte aus den Bezirken und von den Fachreferenten präsentiert:

  • Bernd Schmidt (Kreisvorsitzender Emmendingen): Berichtete über ein großes Bibervorkommen, das in Konflikt mit einem großen Bachmuschelbestand geriet. Die durch den Biber verursachte Sedimentablagerung machte eine Notbergung der Muscheln notwendig, was die Schwierigkeit im Umgang mit Artenschutzkonflikten verdeutlicht.
  • Raymond Vöstel (Kreisvorsitzender Waldshut): Meldete die Suche und mögliche Besetzung eines Nachfolgers. Er appellierte generell an eine frühzeitige Nachfolgersuche. Weitere Themen waren die Neukonzession für das Kraftwerk Rheinau und das 100-jährige Jubiläum in Bad Säckingen. Er betonte die Notwendigkeit guter Zusammenarbeit mit Behörden.
  • Christian Haas (stellv. Bezirksvorsitzender Südbaden): Unterstütze Patrick Schnurr im Bezirksvorsitz, sprang bei Elektrobefischungen ein, erstellte Stellungnahmen zu wasserrechtlichen Verfahren und ist im Fischereibeirat des Bezirks.
  • Jörg Klausmann (Bezirksreferent für Jugend): Fasste die Aktivitäten  seines ersten Jahres zusammen, darunter Bezirksjugendfischen, Stammtisch und die Vorstellung eines Anhängers des Fischmobils des Landesfischereiverbandes. Der Anhänger wurde bereits 15-mal genutzt. Er hob die Bedeutung der Jugendarbeit hervor und forderte Vereine ohne eigene Jugendgruppe auf, gezielt Maßnahmen zur Gewinnung junger Mitglieder zu ergreifen. Das Interesse von Jugendlichen an Natur- und Artenschutz ist häufig besonders ausgeprägt, was ein großes Potenzial für entsprechende Angebote bietet.
  • Klaus Lachner (Kreisvorsitzender Schwarzwald Baar-Kreis): Führte zwei Ehrungen durch und berichtete von Gewässerproblemen wie der Einleitung von Gülle aus einer abgepumpten Grube, dem Überlauf einer Hauskläranlage und den positiven Auswirkungen der Entschlammung des Klosterweihers in St. Georgen. Er verwies auf ungeklärtes Fischsterben und empfahl der Vereinsvorsitzenden die Termine der behördlichen Gewässerschauen zu erfahren und diese von den Gewässerwarten wahrzunehmen zu lassen.
  • Thomas Lang (Vizepräsident Südbaden und Kreisvorsitzender Konstanz): Beschrieb Frustration im Umgang mit Schwarzfischern und der Untätigkeit der Staatsanwaltschaften im Lande. Er kritisierte die geringe Beteiligung der Vereine an der Thematik. Die Überlastung der Behörden führe zu Verfahrenseinstellungen, selbst bei Fällen von Fischwilderei, Tierquälerei oder dem Bau von Elektrofanggeräten. Dies sei mit Blick auf das Theater beim Jugendfischereischein in den letzten Jahren absolut lächerlich. Er forderte mehr Engagement und themenbezogene Workshops in diesem Bereich. Betroffene Vereine sollen sich mit Ihren Fällen direkt unter thomas.lang@lfvbw.de an ihn wenden.
  • Er forderte mehr Engagement und themenbezogene Workshops (Natur- und Artenschutz).
  • Claudio Schill (Bezirksreferent für Gewässer): Kündigte an, dass er nach 40 Jahren eine Nachfolge für seine Position sucht. Er erwähnte die Überlegungen zur Besetzung der Geschäftsstelle Freiburg auf lange Sicht. Er bedankte sich bei allen Unterstützern und hob die Wichtigkeit der Publikation zu Kaltwasserpools hervor.
  • Patrick Schnurr (stellv. für Igor Kos, Bezirksreferent für Vorbereitungslehrgänge mit Fischerprüfung): Informierte über eine geplante Erhöhung der Prüfungsgebühr auf 50,- Euro und ein überarbeitetes Fischkundebuch. Nannte die Termine für Verbandsausschuss-Treffen (alle drei Monate).

Entlastung und Wahlen

Nach den Berichten erfolgte die Entlastung des Vorstandes, vorgenommen durch Peter Beiter (Vorsitzender ANV Oberer Neckar). Die Entlastung wurde einstimmig erteilt.

Die anstehenden Wahlen, die noch auf die Auswirkungen der Coronakrise zurückzuführen waren, betrafen mehrere Posten. Alle verbliebenen Amtsinhaber wurden einstimmig und ohne Gegenkandidaten wiedergewählt. Leider konnten keine Kandidaten für die offenen Ämter des Kreisvorsitzenden Ortenau, des Kreisvorsitzenden Freiburg-Hochschwarzwald, Kreisvorsitzenden Tuttlingen, sowie für die Fachreferate Casting und Angelfischerei gefunden werden. Patrick Schnurr rief dazu auf, dass offene Ämter auch kommissarisch unter dem Jahr besetzt werden können, und betonte die mögliche Unterstützung und Zusammenarbeit zwischen Angelfischerei- und Jugendreferenten.

Neues aus dem Verband

Informationen aus dem Verband betrafen die Satzungskommission des DAFV, die Herausforderungen bei Prozesskosten und Zeitaufwand durch Gegenspieler, die Ausweisung von Schutzgebieten sowie Norm- und Kontrollklagen. Das Thema Schwarzfischerei wurde erneut hervorgehoben: Es handle sich um eine Straftat, und bereits der Versuch sei strafbar. Hierzu soll eine Abfrage an die Vereine erfolgen.

Verschiedenes

Zum Abschluss wurden keine fristgerechten Anträge eingereicht. Eine Ehrung von Raymond Vöstel wurde nachgeholt. Das Fachforum am 24. Oktober 2025 in FN wurde angekündigt.

Der Bezirkstag wurde um 13:30 Uhr beendet.

Buchtipp:

„Auf schmalem Grad°“

Die Zukunft unserer Fische in der Klimakriese.

Zu erwerben beim Landwirtschaftliches Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW)

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Ein voller Erfolg: Jörg Klausmanns „Tour de Fischanhänger“ begeistert beim 100-jährigen Jubiläum in Donaueschingen-Pfohren

Donaueschingen-Pfohren – An der vorletzten Station in 2025 seiner diesjährigen Vorstellungstour landete Jörg Klausmann mit seinem „Tour de Fischanhänger“ einen Volltreffer. Er besuchte den Fischereiverein Donaueschingen-Pfohren, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Die Feierlichkeiten wurden unter dem Motto „Fish and Chips“ gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr ausgerichtet.

Bereits am Samstag liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Klaus Lachner und Jörg Klausmann bereiteten den Fischanhänger vor, um den Besuchern die Welt über und unter dem Wasser näherzubringen. Das zentrale Ziel der Aktion war es, das Publikum noch stärker für den Arten- und Naturschutz zu begeistern.

Das abwechslungsreiche Programm richtete sich an Besucher aller Altersgruppen und sorgte dafür, dass jeder auf seine Kosten kam. Im Mittelpunkt stand der informative Fischanhänger, der anschaulich Einblicke in die Unterwasserwelt und die Bedeutung des Naturschutzes vermittelte. Besonders für die jüngsten Besucher gab es zahlreiche Mitmachaktionen: Sie konnten nicht nur verschiedene Fischmotive kreativ ausmalen, sondern auch ihr Geschick beim Zielwerfen mit einer Angelrute unter Beweis stellen. So wurde spielerisch Wissen über heimische Fischarten und die Bedeutung der Gewässer vermittelt, während der Spaßfaktor für Kinder und Erwachsene gleichermaßen hoch blieb.

Ein Höhepunkt der Bildungsarbeit war das Gewässererkundungsprotokoll, das Jörg Klausmann als Leitfaden in die Hände aller Besucher drückte. Die Teilnehmer wurden in die Handhabung eines Sauerstoff- und Temperaturmessgerätes eingewiesen, um wichtige Parameter des Gewässers selbstständig zu messen und zu protokollieren.

Die Mühe der jungen Forscher wurde belohnt: Die Jüngsten, die das Protokoll ausgefüllt hatten, erhielten eine Urkunde, einen Sticker, ein Malbuch und ein Poster mit den gängigsten heimischen Fischarten als Auszeichnung.

Das große Engagement fand auch Anklang in der Öffentlichkeit: Die Presse war vor Ort, und Jörg Klausmann erläuterte ihnen mit Leidenschaft seine Arbeit und sein nachhaltiges Engagement.

Ein besonderer Dank gilt seiner Ehefrau, die ihn bei allen Aktionen im Jahr 2025 tatkräftig unterstützt und ihm den Rücken freigehalten hat. Die erfolgreiche Veranstaltung unterstreicht die Wichtigkeit der praktischen Umweltbildung und des ehrenamtlichen Engagements für unsere Natur.

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Engagement für erlebbare Umweltbildung und Gewässerschutz

Am 15. Juli fand ein wichtiger Ortstermin mit Jörg Kasseckert, dem Gründer des Vereins „Erlebbare Umweltbildung“ (bekannt als KLIMENZ – Erlebbare Umweltbildung e. V.), statt. Begleitet wurde der Rundgang von Raymond Vöstel, dem Kreisvorsitzenden in Waldshut-Tiengen. Jörg Kasseckert ist zudem als Einzelmitglied im Landesfischereiverband aktiv und fühlt sich durch diesen gut vertreten. Der Fokus des Besuchs lag auf aktuellen Herausforderungen im Natur- und Gewässerschutz, insbesondere vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels.

Die Mission des Vereins KLIMENZ (Quelle: www.KLIMENZ.de)

KLIMENZ e. V. engagiert sich für erlebbaren Klimaschutz in Waldshut-Tiengen und der gesamten Region. Die zentrale Mission ist es, Umwelt- und Klimaschutzthemen für Jung und Alt greifbar und verständlich zu machen. Dies geschieht durch:

  • Umweltbildung: Vermittlung von zeitgemäßem Spielen, Staunen, Lernen, Erleben und Erholen in der Natur.
  • Veranstaltungen und Projekte: Organisation von Naturerlebnistagen, individuell zugeschnitten für Schulen, Kitas, Jugend- und Familiengruppen sowie Betriebe.
  • Ehrenamtliches Engagement: Der Verein arbeitet auf ehrenamtlicher Basis und kooperiert mit Experten und Naturschutzorganisationen.

Zu den konkreten Projekten des Vereins gehören die „Steinatal-Safari“ (Umweltbildung im Naturjuwel Steinatal), die Initiative „Biodiversitätsorientierte Schwammlandschaft Unteres Steinatal“ sowie „Bachpatenschaften für Schulklassen“, wie sie aktuell in Detzeln geplant sind.

Die Herausforderungen vor Ort: Klima, Müll und Gewässer

Die Rundreise am 15. Juli verdeutlichte die akuten Probleme der lokalen Umwelt:

  1. Die Steina im Klimawandel

Die erste Station war das Flüsschen „Steina“, das zum Zeitpunkt des Besuchs stark in Mitleidenschaft gezogen war. Dies wurde explizit auf die Auswirkungen des Klimawandels zurückgeführt, was auf Niedrigwasser und erhöhte Wassertemperaturen schließen lässt. Diese Beobachtung korreliert mit dem KLIMENZ-Projekt „Gewässer im (Klima-)Wandel – ‚Ohne Wasser läuft nichts …‘.

  1. Fehlende Beschattung und thermischer Stress

Ein wiederkehrendes Problem an den Fließgewässern ist die fehlende Beschattung durch Bäume. Dadurch erhitzen sich die Gewässer zunehmend, was die Lebensbedingungen für die dortigen Bewohner drastisch erschwert. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von Renaturierungsmaßnahmen.

  1. Umweltverschmutzung, geduldete Bademöglichkeit und illegale Ablagerungen

Eine erschreckende Station war ein illegaler Müllabladeplatz im Wald, wo Müll am unteren Canyon in die Steina gekippt wird. Dies zeigte den rücksichtslosen Umgang mancher Menschen mit der Umwelt.

Eine geduldete Bademöglichkeit, die mit Steinen geschaffen wurde, zeugt ebenfalls von der Gleichgültigkeit der Menschen.

  1. Wildtiere und invasive Arten
  • Biber: Auf der Gemarkung Detzeln bei Waldshut-Tiengen leben rund 30 Biber. Die Meinung über das Vorkommen dieser Tiere, die massiv in die Gewässerstruktur eingreifen können, ist geteilt.
  • Invasive Arten: Die Verbreitung invasiver Arten, wie das Indische Springkraut, stellt auch in diesem Bereich eine große Herausforderung für die heimische Flora dar. Zur Erfassung der Verbreitung von invasiven Krebsarten dienen Krebssperren, um gezielte Gegenmaßnahmen diskutieren zu können.

Konkrete Maßnahmen und Zukunftsplanungen

Jörg Kasseckert und sein Verein treiben mehrere Projekte voran, um die lokalen Ökosysteme zu schützen und zu verbessern:

  1. Bekämpfung der Umweltverschmutzung und Artenschutz
  • Müllentsorgung und Prävention: Der illegal abgelagerte Müll soll umgehend entsorgt werden. Um zukünftige Ablagerungen zu verhindern, ist die Platzierung einer Schranke an der Einfahrt in den Wald geplant.
  • Beobachtungsplattform: Eine geplante Plattform soll künftig zur Beobachtung von Vögeln, insbesondere Eisvögeln, und anderen Tieren dienen und somit die Naturbeobachtung und Umweltbildung fördern.
  1. Gezielte Landakquise zur Renaturierung

Der Verein plant den Erwerb von Gewässerrandstreifen. Landwirte bieten diese Flächen ab 0,80 Euro pro Quadratmeter an, um sie anschließend zu bepflanzen und so dringend benötigte Beschattung und natürliche Pufferzonen zu schaffen.

3. Projekte im Steinbruch

In einem nahegelegenen Steinbruch sollen in Zusammenarbeit mit dem Betreiber weitreichende Umweltmaßnahmen umgesetzt werden:

  • Naturlehrpfad: Die Anlage eines Naturerlebnispfades wird vom Steinbruchbetreiber unterstützt.
  • Amphibienhabitate: Im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen sollen Amphibienlaichhabitate errichtet werden.
  • Abraumhalde: Es laufen Abstimmungen, eine große Abraumhalde mit Wasser zu befüllen, um neue Feuchtbiotope zu schaffen.

Kritik an „Unsinnigen Maßnahmen“

Der Besuch diente auch dazu, negative Beispiele im Gewässerschutz aufzuzeigen, die Jörg Kasseckert als „unsinnig“ kritisierte:

  1. Die abgerissene Fischtreppe: Kasseckert präsentierte das Beispiel einer Fischtreppe, die vor 12 Jahren für 80.000 Euro gebaut wurde, jedoch vor drei Jahren im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen wieder abgerissen werden musste – eine klare Verschwendung von Mitteln.
  2. Zerstörte Bachläufe: Ein weiteres negatives Beispiel war ein ehemaliger Mühlbach, in dem durch verschiedene Bauten das Wasser vollständig versiegt ist. Solche baulichen Maßnahmen werden als völlig sinnwidrig für das Leben im Gewässer bewertet.

Fazit und Bildungseinsatz

Das Engagement von Jörg Kasseckert manifestiert sich nicht nur in konkreten Schutzprojekten, sondern auch in der Umweltbildung:

  • Kinderwanderungen: Er bietet auch Wanderungen an der Steina für Kinder an, wobei die Sicherheit durch das Tragen von Helmen an erster Stelle steht.
  • Breites Angebot: Auf der Webseite von KLIMENZ finden sich vielfältige Bildungsangebote, wie etwa das Spiel „Vogelstimmen-Memory“ oder das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), das junge Menschen zur Mitgestaltung von Umweltprojekten einlädt.

Der Besuch unterstrich die Dringlichkeit, sowohl die direkten Folgen des Klimawandels (wie die Trockenheit der Steina) als auch menschliche Eingriffe (Müll, unsinnige Verbauungen) durch bürgerschaftliches Engagement und gezielte Projekte zu beheben.

Verfasser:
Simon Wachter
Referent für Öffentlichkeitsarbeit LFBBW-Südbaden

 

Angelsportverein Singen-Bohlingen setzt Zeichen am World Cleanup Day.

Der World-Cleanup-Day, eine weltweite Initiative, die jährlich am dritten Samstag im September Millionen Freiwillige in über 190 Ländern vereint, setzt ein starkes Zeichen gegen die globale Müllproblematik. Das Ziel ist klar: Strände, Parks, Wälder und Straßen von Abfall befreien und gleichzeitig das nachhaltige Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Müll stärken.

Auch der Angelsportverein Singen-Bohlingen engagierte sich: Am 20. September trafen wir uns am Sportplatz in Bohlingen. Die Mitglieder Zsolt Nagy, Jan Günzel und Simon Wachter tauschten an diesem Tag die Angel gegen Rechen und Gabeln. Ihr Ziel war nicht der Fischfang, sondern die Reinigung der Natur.

Erfolgreiche Aktion entlang der Aach.

Die motivierte Gruppe machte sich sofort auf den Weg entlang der Aach. Zunächst säuberten sie einen guten Kilometer flussaufwärts das Ufer, und die angrenzenden Bereiche. Simon Wachter arbeitete sich entschlossen durchs dichte Gebüsch und sammelte alles ein, was nicht in die Natur gehört. Währenddessen wateten Zsolt Nagy und Jan Günzel mit ihren Watstiefel durch die Aach und übergaben ihm ihre gefundenen Abfälle, die er anschließend in die bereitgestellten Müllsäcke verstaute.

Anschließend setzten sie die Aufräumaktion flussabwärts fort. Das Ergebnis war beeindruckend: In nur wenigen Stunden konnten die drei eine beträchtliche Menge Müll aus der Umwelt entfernen. Zudem vertieften Jan Günzel und Simon Wachter ihr Wissen über die Aach und ihrer Tier- und Pflanzenwelt – dank der fachkundigen Erläuterungen durch Zsolt Nagy.

Fazit: Mit gutem Beispiel vorangehen.

Gegen 12 Uhr beendeten die Drei ihren Einsatz mit einem klaren Fazit: Schon mit wenigen, hochmotivierten Mitgliedern und einem kurzen Engagement lässt sich aktiv etwas für den Natur- und Landschaftsschutz bewirken.

Mit dieser und zahlreichen weiteren, über das Jahr verteilten Säuberungsaktionen setzt sich der Angelsportverein Singen-Bohlingen aktiv für den Schutz der Natur ein und übernimmt Verantwortung.

Verfasser:

Simon Wachter

Verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand

Analyse der ökologischen Resilienz der Dreisam im Kontext des anthropogenen Wandels.

Der Anlass:

Die koordinierte Fischzählung am 12. Juli als Fallstudie für das Gewässermanagement.

Die am 12. Juli in Freiburg durchgeführte Fischzählung in der Dreisam war mehr als eine einfache Routineaktion; sie stellt eine koordinierte und wissenschaftlich fundierte Fallstudie im praktischen Gewässermanagement dar. Die Aktion, bei der sich die Interessensgemeinschaft Dreisam (IG-Dreisam) als federführendes Organ, gemeinsam mit Mitgliedern des Angelsportvereins Freiburg (ASV Freiburg), des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg (LFVBW) und die Ehrenamtliche Fischereiaufsicht der RP Freiburg zusammenfand diente einem doppelten Zweck: der Umsiedlung von Fischen vor anstehenden Baumaßnahmen und der Erhebung von Langzeitdaten zur Überwachung der jährlichen Veränderungen im Fischbestand. Die Messung, Zählung und Umsiedlung der Fische erfolgte mittels Elektrofischerei, einer in der Gewässerökologie etablierten Methode, die eine schonende Erfassung der Population ermöglicht. Diese Vorgehensweise bestätigt den wissenschaftlichen Anspruch der Veranstaltung, die auf die Gewinnung valider Daten für die Gewässerforschung abzielt.

Die Durchführung der Operation demonstrierte ein hohes Maß an Professionalität und Sicherheitsbewusstsein.

An der Veranstaltung waren mehrere Schlüsselakteure beteiligt, die jeweils eine spezifische Rolle im Projekt übernahmen. Die IG-Dreisam, deren Mission die Renaturierung der Dreisam ist, leitete die Veranstaltung und war primär für das Monitoring zuständig. Der 2. Vorsitzende Jürgen Steiner der IG-Dreisam begrüßte die Anwesenden, was die leitende Funktion der IG-Dreisam unterstreicht. Der Angelsportverein Freiburg wiederum, dessen Selbstverständnis der Schutz der Gewässer und die nachhaltige Nutzung der Fischbestände ist, übernahm die physische Umsiedlung der gefangenen Fische in sichere Bereiche flussauf- und abwärts. Die fachliche Leitung oblag dem Landesfischereiverband Baden-Württemberg, vertreten durch Claudio Schill (Bezirksreferent für Gewässer), Klaus Lachner, Ingo Kramer und Martin Mitschele (Referenten für Gewässer Nordbaden) sowie der Fischereibehörde, vertreten durch Herbert Kaiser als ehrenamtlichen Fischereiaufseher.  Die Anwesenheit dieser hochrangigen Vertreter des Verbandes bestätigt die Bedeutung des Projekts und die enge Zusammenarbeit zwischen lokalen Vereinen und überregionalen Fachverbänden.

Analyse des Fischbestandes: Quantitative und qualitative Bestandsaufnahme.

Die Ergebnisse der Fischzählung lieferten ein differenziertes Bild des Dreisam-Ökosystems. Während in den vergangenen Jahren eine höhere Populationsdichte verzeichnet wurde, zeigte die diesjährige Zählung einen Rückgang im Fischbestand. Die quantitative Abnahme erfolgte im Zusammenhang mit dem Metarhithral (untere Forellenregion).

Die Artenzusammensetzung der gefangenen Fische umfasste eine Reihe von Indikatorarten, darunter Schmerlen, Elritzen, Bachforelle, Schneider und Groppen. Diese Fische sind bekannt dafür, dass sie saubere, strukturreiche und sauerstoffreiche Kaltwasserhabitate bevorzugen.

Ein besonders ermutigendes Ergebnis war der Fang von einjährigen Bachforellen. Das Überleben dieser Jungfische ist ein entscheidender ökologischer Indikator. Die Bachforelle ist eine anspruchsvolle Fischart, die auf kühle, sauerstoffreiche Gewässer und kiesige Laichgründe angewiesen ist. Das Vorkommen der einjährigen Fische belegt, dass die Dreisam seit einigen Jahren geeignete Bedingungen für die natürliche Reproduktion dieser sensiblen Art bietet. Es zeigt, dass der Fluss trotz negativer Trends (hoher Freizeitnutzung, die Folgen des Klimawandels und seiner extrem hoher strukturellen Überformung) eine bemerkenswerte Resilienz aufweist und ein hohes Potenzial für kieslaichende Fische hat. Die laufenden Anstrengungen zur Verbesserung der Flussstruktur und des Habitats müssen weiterhin gefördert werden. Aus fischereibiologischer Sicht ist dies ein fundamentales Argument für die Fortsetzung und Intensivierung der Renaturierungsarbeiten.

Eine detaillierte Übersicht über die Beobachtungen und deren ökologische Implikationen ist in der folgenden Tabelle dargestellt:

Fischart Beobachtung Ökologische Bedeutung
Bachforelle Nicht nur ein Vorkommen einjähriger Fische, sowie aller Größen Bestätigt erfolgreiche Reproduktion und die Existenz geeigneter Laichgründe (Kinderstube) in der Dreisam. Wichtiger Ökostamm aus dem Ibental.
Groppe, Schmerle, Elritze und Schneider Der Gewässerstruktur angepasstes Vorkommen Indikatoren für eine gute Wasserqualität, kühle Temperaturen und strukturreiche Habitate mit Steinen und Versteckmöglichkeiten.
Diverse Arten Insgesamt geringere Anzahl als in den Vorjahren Hinweise auf natürliche Stabilisierung aufgrund der Gewässerstruktur

Systemische Einflussfaktoren auf das Ökosystem der Dreisam.

Der leichte Rückgang des Fischbestandes ist das Resultat einer komplexen Interaktion aus historischen Veränderungen, andauerndem anthropogenem Druck und den Auswirkungen des Klimawandels. Diese Faktoren wirken sich kumulativ auf die Hydromorphologie und die ökologische Integrität des Flusses aus.

4.1. Hydromorphologie und die Geschichte der Dreisam.

Die heutige Beschaffenheit der Dreisam ist das Ergebnis einer langen Geschichte menschlicher Nutzung. Der Fluss wurde in der Vergangenheit, unter anderem aus Gründen des Hochwasserschutzes und Nutzung des Umfeldes (Industrie und Straßen), in ein enges, trapezförmiges Bett gezwängt. Diese „Kanalisierung“ reduzierte die natürliche Vielfalt der Flussstruktur, die für ein gesundes Ökosystem unerlässlich ist. Eine artenreiche Gewässerstruktur umfasst abwechslungsreiche Bereiche mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten, Ruhezonen, Laichgründen und Unterständen ohne diese Vielfalt, wie sie in einem begradigten Flussabschnitt vorherrscht, können sich Fischpopulationen nicht nachhaltig entwickeln, da ihnen spezifische Lebensräume für die verschiedenen Phasen ihres Lebenszyklus fehlen.

Als direkte Antwort auf diese historischen Defizite werden strategische Renaturierungsmaßnahmen ergriffen. Dazu gehören die Aufweitung des Flussbettes, der Einbau von Lenkbuhnen und das Anlegen von Ruhigwasserzonen, die eine Strömungsvielfalt erzeugen sollen. Darüber hinaus sind die Reparaturen an älteren Strukturen, die durch das Hochwasser im letzten Jahr beschädigt wurden, wie die erneute Befestigung von Baumstämmen, von großer Bedeutung, da Totholz und Wurzelstöcke wichtige Versteck- und Rückzugsorte für Fische bieten. Grundwasseraustritte bedienen die kalte Wasserstellen.

4.2. Anthropogener Nutzungsdruck und seine Folgen.

Die Zunahme von Besuchern und Badegästen stellt einen weiteren bedeutenden Stressfaktor für das Dreisam-Ökosystem dar. Die physische Anwesenheit von Menschen kann sensible Ufer- und Flachwasserbereiche stören, die als Aufwuchsgebiete oder Ruhezonen dienen. Darüber hinaus führen der zurückgelassene Müll, der an inoffiziellen Badestellen mangels Infrastruktur häufig liegen bleibt, die zunehmende Gewässerverschmutzung durch Kosmetika wie Sonnencremes und sonstige Organische Belastungen durch Freizeitnutzung (keine freien Toiletten, höhere Nährstoffeintrag aus der Umwelt) zu einer Belastung des Ökosystems.

Die Beobachtung, dass sogar Möbelstücke in den Fluss gestellt werden, ist nicht lediglich eine Form von Vandalismus. Sie offenbart eine tiefgreifende kognitive und ethische Kluft im Verständnis der Dreisam als Lebensraum. Während technische Maßnahmen oder einfache Verbote kurzfristige Effekte erzielen können, liegt die eigentliche Herausforderung in der fehlenden Wertschätzung des Flusses als lebendiges System. Das Fehlen dieses Bewusstseins zeigt, dass eine rein regulatorische oder technische Lösung nicht ausreicht. Ein nachhaltiger Schutz des Gewässers kann nur erreicht werden, wenn die Öffentlichkeit den Fluss nicht nur als Freizeiteinrichtung, sondern als fragiles Ökosystem wahrnimmt, das ihren Schutz benötigt.

4.3. Klimawandel und die strategische Bedeutung der Kaltwasserpools.

Die Fischzählung in der Dreisam ist auch im Kontext der zunehmenden Klimaerwärmung zu betrachten. Steigende Wassertemperaturen und längere Trockenperioden stellen eine existenzielle Bedrohung für Kaltstenoterme Fischarten dar. Die „Kaltwasserpools“, deren Reparatur die Baumaßnahmen in der Dreisam auslösten, sind eine direkte strategische Antwort auf diese Herausforderung.

Diese Pools die, als bis zu 1,7 Meter tiefe Senken angelegt wurden, dienen als thermische Rückzugsorte für Fische während Hitze- und Niedrigwasserphasen. Tausende von Fischen haben in den bereits bestehenden Pools Zuflucht gefunden. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird durch fortlaufende Mentoringprogramme untermauert. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg betreibt ein landesweites „Temperaturmonitoring Gewässer“-Projekt, das Langzeitdaten sammelt und die Auswirkungen des Klimawandels auf aquatische Lebensräume dokumentiert. Solche Datensätze ermöglichen es, die Wirksamkeit der Kaltwasserpools wissenschaftlich zu überprüfen und zukünftige Maßnahmen zur Stabilisierung der Gewässer abzuleiten. Diese datengestützte Zusammenarbeit zwischen Behörden, Fachverbänden und Forschungseinrichtungen, wie die der Universität Freiburg, stellt eine fundierte und zukunftsorientierte Herangehensweise an den Gewässerschutz dar.

Eine zusammenfassende Übersicht über die systemischen Stressoren und die daraufhin ergriffenen Maßnahmen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

Stressfaktor Beobachtete Auswirkungen Konkrete Maßnahmen
Hydromorphologische Defizite Reduzierte Artenvielfalt; Verlust von Lebensräumen (Laichplätze, Rückzugsgebiete) Kontinuierliche Renaturierung (Aufweitung des Flussbettes, Einbau von Lenkbuhnen, Anbringen von Wurzelstöcken)
Anthropogener Nutzungsdruck Rückgang des Fischbestandes; Zerstörung von Habitaten durch Betreten; Müll- und Schadstoffeintrag Aufklärung der Öffentlichkeit; Schaffung von geschützten Uferzonen; Verbesserung der Infrastruktur
Klimatische Erwärmung Anstieg der Wassertemperatur; Niedrigwasser; Fischsterben Bau von Kaltwasserpools als thermische Rückzugsräume; Langfristiges Temperaturmonitoring

 

  • Weiterführung der hydromorphologischen Maßnahmen: Die Renaturierungsarbeiten müssen als langfristiges und kontinuierliches Projekt verstanden werden. Das erfolgreiche Vorkommen der einjährigen Bachforellen bestätigt, dass der Ansatz zur Schaffung vielfältigerer Flussstrukturen fundamental richtig ist. Die fortlaufende Nacharbeit, wie sie im Rahmen der Maßnahmen zur Befestigung von Baumstämmen beschrieben wurde, ist unerlässlich, um die Stabilität des Gewässers zu sichern.
  • Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit: Um dem fehlenden Bewusstsein der Öffentlichkeit entgegenzuwirken, ist eine umfassende Sensibilisierungskampagne unerlässlich. Es wird empfohlen, öffentlich zugängliche Bereiche als „Achtsamkeitszonen“ auszuweisen, in denen die Besucher aktiv dazu ermutigt werden, die Flussökologie zu beobachten, statt sie zu stören. Bildungsmaßnahmen, wie Informationstafeln oder digitale Kampagnen, sollten die Geschichte des Flusses und die Bedeutung seiner Artenvielfalt erklären, um eine Kultur des Respekts zu fördern.
  • Optimierung des Monitorings: Das laufende Fisch- und Temperaturmonitoring ist von unschätzbarem Wert. Um die Wirksamkeit der Maßnahmen langfristig beurteilen und auf zukünftige klimatische Veränderungen reagieren zu können, sollte das Monitoring fortgesetzt und, wo möglich, ausgeweitet werden. Die erhobenen Daten bilden die wissenschaftliche Grundlage für jede zukünftige Entscheidungsfindung im Gewässermanagement.
  • Kooperation als Erfolgsfaktor: Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Organisationen – der IG-Dreisam, dem Angelsportverein Freiburg, dem Landesfischereiverband, der Fischereiaufsicht RP Freiburg und des Landesbetriebes für Gewässer des RP Freiburg– hat sich als äußerst effizientes Modell erwiesen. Diese koordinierte Partnerschaft, die es ermöglicht, Expertenwissen und ehrenamtliches Engagement zu bündeln, ist der entscheidende Erfolgsfaktor für den Schutz der Dreisam und sollte als Blaupause für ähnliche Projekte in anderen Regionen dienen.

Verfasser des Berichts: Simon Wachter

Landesfischereiverband Baden-Württemberg Bezirk Südbaden

Fachlich geprüft durch: Claudio Schill

Landesfischereiverband Baden-Württemberg Bezirk Südbaden

 

Ein Tag voller Freude und Engagement – Der Angelsportverein Konstanz beim Kinderfest

Der Angelsportverein Konstanz als engagierter Teilnehmer

Wie in jedem Jahr war auch am 13. September 2025 der Angelsportverein Konstanz mit einem eigenen Stand auf dem Kinderfest vertreten. Unter der Federführung von Axel Bischofberger und Dominik Lassisch wurde der Stand von einer Gruppe engagierter Jungangler mit viel Einsatz und Herzblut betreut. Die Besucher hatten die Möglichkeit, sich über die heimische Fischwelt zu informieren, Angeltechniken auszuprobieren und spannende Einblicke in die Welt des Angelsports zu gewinnen.

Unterstützung durch das Fischmobil

Für besondere Begeisterung sorgte das Fischmobil des Landesfischereiverbands, das mit zahlreichen interaktiven Angeboten anreiste. Ingabritta Hormann und Malte Seibold vom Fischmobil erklärten anschaulich, wie Fischarten unterschieden werden, wie Gewässerökologie funktioniert und warum der Schutz der heimischen Natur so wichtig ist. Die Kinder hatten die Gelegenheit, präparierte Fische und deren Zähne zu betrachten, das Auswerfen einer Angel auszuprobieren und Fischbilder auszumalen. Das Fischmobil war ein Magnet für neugierige Fragen und bot jede Menge Gelegenheiten zum Staunen und Lernen.

Ein Tag, der in Erinnerung bleibt

Das Engagement des Angelsportvereins Konstanz und die Unterstützung durch den Landesfischereiverband haben wesentlich zum Gelingen des Kinderfests beigetragen. Zahlreiche Kinder konnten spielerisch neue Erfahrungen sammeln und wurden für die Natur und das Angeln begeistert. Auch die Mitglieder des Vereins freuten sich über das große Interesse und die positiven Rückmeldungen der Besucher.

Das Stadtfest in Konstanz 2025 hat erneut gezeigt, wie wertvoll ehrenamtliches Engagement und Gemeinschaftssinn für das kulturelle Leben der Stadt sind. Der Angelsportverein Konstanz hat mit seinem Einsatz einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass das Fest für alle Beteiligten ein voller Erfolg wurde.

Verfasser: Simon Wachter

Verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit  beim ASV Konstanz

100 Jahre Partnerschaft an der Donau – Anglergesellschaft Villingen feiert Pachtjubiläum mit der Gemeinde Neudingen

Neudingen – Bei bestem Festwetter – zumindest bis zum späten Nachmittag – feierte die Anglergesellschaft Villingen e.V. am vergangenen Samstag das 100-jährige Pachtjubiläum mit der Gemeinde Neudingen. Geladene Gäste aus Politik, Naturschutz und den örtlichen Vereinen nahmen am offiziellen Teil der Feier teil, bevor ein bunter Familiennachmittag mit zahlreichen Besuchern das Jubiläum abrundete.

Die Festansprache hielt der Vorsitzende der Anglergesellschaft, Christian Haas, der in seiner Rede nicht nur auf die langjährige Partnerschaft mit der Gemeinde Neudingen einging, sondern auch die aktuellen Herausforderungen der Fischerei im Zeichen des Klimawandels hervorhob. Seit genau 100 Jahren betreut der Verein die Donau und die angrenzenden Gewässer bei Neudingen – und übernimmt dabei Aufgaben, die weit über das eigentliche Angeln hinausgehen: Gewässerhege, Artenmonitoring und strukturverbessernde Maßnahmen gehören ebenso dazu wie Umweltbildung und ehrenamtliches Engagement. Auch wenn der Verein seinen Sitz in Villingen hat, ist er seit einem Jahrhundert fest in Neudingen verwurzelt und versteht sich als Verein der Pachtgemeinden – mit seinem besonderen Juwel, der Fischerhütte an der Donau auf Neudinger Gemarkung, wie Haas betonte.

Jochen Preis, Ortsvorsteher von Neudingen, überbrachte in seiner Rede die Glückwünsche der Gemeinde Neudingen und der Stadt Donaueschingen. Er würdigte das langjährige und vertrauensvolle Verhältnis zwischen Gemeinde und Verein und lobte das Engagement der Anglergesellschaft für Natur, Umwelt und das örtliche Vereinsleben. Als Zeichen der Verbundenheit übergab er im Namen der Gemeinde und der Neudinger Vereine ein gemeinschaftliches Geschenk.

Einen überregionalen Blick auf die ökologische Situation warf Dr. Gerhard Bronner, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg. In seiner Rede stellte er die aktuelle politische Entwicklung im Bereich des Naturschutzes dar. In vielen Bereichen, so Bronner, werde der Schutz der natürlichen Lebensräume zugunsten anderer Interessen zunehmend zurückgedrängt – eine dramatische Entwicklung angesichts der ohnehin angespannten Situation der Gewässer unter den Folgen der Klimakrise. Besonders betroffen sei auch die Donau und ihre typischen Fischarten wie die Äsche, die regional kaum noch vorkommt.

Werner Mattes, Vorsitzender der Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren, stellte das erfolgreiche, gemeinsame Wirken der Angelvereine in der Region vor. Besonders würdigte er das Engagement von Christian Haas in der Interessensgruppe der Angelvereine entlang von Brigach, Breg und oberer Donau, die ins Leben gerufen wurde, um sich besser zu vernetzen und gemeinsame Anliegen mit vereinter Stimme zu vertreten.

Ludwig Dufner, dienstältestes Mitglied der Anglergesellschaft und Ehrenvorsitzender, brachte die Festgesellschaft mit einigen amüsanten Anekdoten aus den vergangenen Jahrzehnten zum Schmunzeln. Anschließend wurde das kulinarische Highlight serviert: ein Spanferkel, zubereitet von Lars Hogg aus Neudingen.

Im Anschluss an den offiziellen Festakt lud der Verein zum öffentlichen Familiennachmittag rund um die Fischerhütte ein. Höhepunkt für große und kleine Besucher war der „Fish on Tour“-Anhänger des Landesfischereiverbandes, der anschaulich über das Leben in und an der Donau informierte. Trotz eines kräftigen Gewitterschauers am Nachmittag fanden sich zahlreiche Gäste unter dem schützenden Zeltdach ein und genossen das vielfältige kulinarische Angebot mit Kaffee, Kuchen und Grillwürsten. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Musikkapelle Neudingen, die das Jubiläum festlich umrahmte.

Die Anglergesellschaft Villingen zeigte sich rundum zufrieden mit dem gelungenen Fest – und freut sich auf die kommenden Jahre gelebter Partnerschaft mit der Gemeinde Neudingen.

Bericht erstellt von Christian Haas.

Stellvertretender Bezirksvorsitzender des Landesfischereiverband  im Bezirk Südbanden.

Klaus Lachner übernimmt nun auch Verantwortung im Gesamtpräsidium des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg.

Seit dem diesjährigen Landesfischereitag im Mai in Bad Herrenalb wurde Klaus Lachner von den anwesenden Mitgliedern einstimmig ins Gesamtpräsidium berufen. Er tritt damit die Nachfolge von Achim Megerle an, der aus privaten Gründen ausscheidet.

Klaus Lachner ist für den Posten bestens qualifiziert. Seine Ausbildung und berufliche Erfahrung bereiten ihn hervorragend auf die Aufgabe vor:

1987-1988: Fachlehrer für Biologie und Chemie am Zinzendorf-Gymnasium Königsfeld

1988-2021 Akademischer Mitarbeiter an der Hochschule Furtwangen.

1994-heute: Fachberater Chemie bei der Freiwilligen Feuerwehr Schwarzwald-Baar-Kreis

Darüber hinaus ist Klaus Lachner seit 1998 als Gewässerwart des Angelvereins Furtwangen tätig und engagiert sich ehrenamtlich als Naturschutzwart beim Landratsamt SBK.

Mit seiner umfangreichen Erfahrung und seinem Engagement ist Klaus Lachner eine wertvolle Bereicherung für das Gesamtpräsidium des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg.

Vorstellung erstellt von Simon Wachter

Bezirksreferent für Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Baden-Württemberg Bezirk Südbaden

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
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