Bericht zum 6. Treffen der Schiltachpächter

Am 23. Januar 2026 kamen 6 Vertreter der 4 Pachtvereine der Schiltach, eine Vertreterin des Umweltschutzamtes Landratsamt Rottweil, 2 Vertreter der Stadtverwaltung Schramberg, 1 ehrenamtlicher Fischereiaufseher sowie 3 Funktionäre des Landesfischereiverbandes (Bezirk Südbaden) zusammen, um die Ergebnisse des Untersuchungsprogramms „Gesamtschiltach 2025“ zu besprechen. Die Leitung der Veranstaltung übernahm Michael Roth in seiner Funktion als Kreisvorsitzender Rottweil und Initiator dieses Projektes.

Kernerkenntnisse der Untersuchungen 2025

Das Hauptziel der Messungen im Jahr 2025 war es, bestehende Datenlücken aus den Vorjahren zu schließen und die Auswirkungen von Beschattung und Wasserführung auf das Ökosystem zu klären.

  • Temperatur & Beschattung: Die Messungen bestätigten einen direkten Zusammenhang zwischen fehlender Ufervegetation und kritischen Wassertemperaturen. Der Spitzenwert von 25,1 °C stellt für Salmoniden (Forellenartige) eine lebensbedrohliche Grenze dar. Hauptursache für solche Extremwerte war ein Kahlschlag am Ufer im Winter 2024 / 2025. Zudem beeinflusst die Temperatur der Schiltach messbar die der Kinzig.

  • Wasserführung & Pegel: Die Schiltach leidet unter chronischem Wassermangel, der durch extreme Pegelanstiege bei Starkregen aufgrund fehlender Strukturen unterbrochen wird. Diese Dynamik beeinflusst das Fischverhalten: Große Forellen tauchen bei Hochwasser kurzzeitig auf, verschwinden aber mit sinkendem Pegel sofort wieder.

  • Wasserqualität: Während der Sauerstoffgehalt über die gesamte Bachlänge als zufriedenstellend bewertet wurde, blieben Fragen zum Nahrungsangebot aufgrund der schwierigen Messbedingungen (Starkregen) offen. Biologische Untersuchungen hierzu sind für 2026 geplant.

 Methodik und Unterstützung

Die Datenerhebung erfolgte zwischen Mai und September 2025 über 13 Messstellen mit HOBO-Datenloggern im 30-Minuten-Takt, ergänzt durch manuelle Kontrollen (pH-Wert, Leitfähigkeit, Sauerstoff). Besonders positiv hervorgehoben wurde die Stadt Schramberg, die der Gemeinschaft ein neues, modernes Messgerät zur Verfügung gestellt hat.

Erfolge und Handlungsbedarf

Dort, wo bereits Strukturverbesserungen und gezielte Beschattungsmaßnahmen umgesetzt wurden, konnte ein massiver Erfolg verzeichnet werden: Der Bestand an Jungforellen verdreifachte sich teilweise in diesen Abschnitten.

Das Hauptproblem: Das größte Defizit liegt in der Kommunikation. Oft mangelt es auf der ausführenden Ebene an Wissen über die Gewässerunterhaltung gemäß Wasserhaushaltsgesetz §39. Bautrupps / Grundstückseigentümer führen teilweise radikale Rückschnitte an der Ufervegetation durch, ohne die ökologischen Folgen (Temperaturanstieg) zu bedenken.

Fazit und Ausblick

Um den Lebensraum Schiltach langfristig zu sichern, ist eine bessere Vernetzung zwischen den Behörden und der ausführenden Ebene (Bautrupps / Grundstückeigentümern) zwingend erforderlich. Geplant ist eine Informationsveranstaltung, um die Verantwortlichen für Themen wie den korrekten Pflanzabstand und den Erhalt der Beschattung zu sensibilisieren.

Verfasser des Berichtes: Simon Wachter/Bezirksreferent für Öffentlichkeitsarbeit Südbaden

Bericht fachlich geprüft durch Michael Roth Kreisvorsitzender Rottweil und Ingo Kramer

Den vollständigen Bericht seht ihr im unten stehenden Link
Präsentation Ergebnisse 2025

 

 

 

 

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
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