Bezirkstag Südwürttemberg 2026

Die Zukunft beginnt heute!

Mit diesem Slogan startete Dr. Werner Baur, nach erfolgter Begrüßung und Eröffnung des Bezirkstages Südwürttemberg durch den Bezirksvorsitzenden Ernst Retz, seinen Vortrag, und er ergänzte, beim heutigen Datum, dem 10.10.2026, handle es sich um einen denkwürdigen Tag, der in die Geschichte des LFVBW eingeht. Grund hierfür sei der Umstieg von analog in digital dank KI, eine nun mögliche, flächendeckende Erhebung gewässerspezifischer Daten durch den Einstieg ins digitale Zeitalter der Fischerei. Seine ausführliche Schilderung über die ökologische Notwendigkeit der Erfassung relevanter Daten an unseren Gewässern machte er an Beispielen fest. So bestimmt die Wassertemperatur das Artenspektrum und den Lebensraum aller aquatischen Lebewesen. Temperaturschwankungen durch z.B. Hitzewellen fordern zum Handeln in Abhängigkeit durch die steigenden Wassertemperaturen auf. Am Beispiel der Forellen stellt ein Bach mit 15°C einen stressfreien Lebensraum dar, wobei eine Erwärmung über 24°C, wie es dieses Jahr öfters der Fall war, tödlich sein kann. Geschwächte Tiere sind viel anfälliger für Krankheiten und Erreger. Dringendes Handeln mit geeigneten Maßnahmen ist oberstes Gebot.

Das Wissen über die richtige und mengenmäßig korrekte Bepflanzung, eine funktionsfähige Renaturierung, die nicht einfach nur den Bach aufweitet und ihn dadurch zusätzlich noch in der Tiefe reduziert, sowie auch fehlende Beschattung muss den Verantwortlichen vermittelt werden. Leider werden diese Maßnahmen oft fehlerhaft praktiziert und bewirken genau das Gegenteil. Ebenso müssen Besatzmaßnahmen an Temperatur und Jahreszeit angepasst werden. Gezielte Messungen des pH-Wertes sind erforderlich, denn durch eine Veränderung des pH-Wertes in alkalischer Richtung wird Ammonium für Fische zum giftigen Ammoniak. Die Erhebung weiterer Gewässerdaten ist zukünftig unerlässlich und kann dank der Entwicklungsinitiative des 1. Vorstandes des FV Wangen e.V., Herrn Altiparmak, einfach jederzeit digital erhoben und ausgewertet werden. Mit dem Aufruf, den Schritt ins digitale Zeitalter der Fischerei zu machen, beendete Herr Dr. Baur seinen mit Euphorie geladenen Vortrag und übergab direkt an den Entwickler dieser Neuerung zur detaillierten Vorstellung.

Herr Daniel Altiparmak untermauerte im Anschluss die von Herrn Dr. Baur zitierten Probleme mit Zahlen der erhobenen Messdaten. Mit der Aussage „Wir wissen es“ ging er auf die Vermutungen ein. Die Zusammenhänge zu erkennen und daraus Schlüsse zu ziehen, stellte bis dato die gängige Praxis dar, nun jedoch können Zahlen der Messdaten dies bestätigen. Z.B. wurde von 44 Messtagen an 4 Tagen eine Temperatur von 25°C im Bach gemessen – für heimische Salmoniden in der Regel tödlich. Der höchste Wert wurde am 02.08.2026 mit 28,2°C und einer Sättigung von nur noch 3,2 mg/l gemessen. Anhand dieser Zahlen kann man nun nachvollziehen, warum es immer wieder zu einem Fischsterben kommt – sie ersticken einfach! Zahlen bestätigen die Vermutungen. Sein Wunsch, ein flächendeckendes Netz aufzubauen, kann durch die Fischereivereine erfüllt werden. Die von ihm selbst entwickelte Software mit dem Namen LimnoNetz kostet den Verein nichts und ist an kein System gebunden. Die Datensicherheit ist gewahrt und das Auslesen der angezeigten Parameter benötigt keine Schulung. Die Messgeräte können oft über Fördertöpfe und Vereinszuschüsse der Städte und Gemeinden erworben werden.

In Kombination können diese Daten mit der ebenfalls entwickelten Vereinsapp „Petri Heil“ direkt mit den Vereinsdaten zusammengefasst werden. Die Integration erfolgt mit allen Daten aus allen Messstellen inklusive Warnung über kritische Werte direkt aufs Handy. Ein Bereich für die Mitglieder sowie für die Vorstände und Gewässeraufsicht ergänzt diese Software. Der FV Wangen e.V. arbeitet damit und kann sie nur empfehlen.

Homepage: limnonetz.de ; petri-heil.online

Mit etwas beschwichtigenden Worten begann Herr Dipl.-Biologe Uwe Dußling als Fischereireferent des Regierungsbezirks Tübingen seinen Vortrag. Bezugnehmend auf die Vorredner erwähnte er, dass eine Datenerhebung nicht ganz so einfach und vor allem verwertbar sei. Für eine Verwertbarkeit müsse es im Sinne einer Begründung für Maßnahmen eine nachvollziehbare und einheitliche Messmethode geben. Hierfür müssten Vorgaben eingehalten werden. Doch als Hilfe zur Erkennung der Verhältnisse in den eigenen Gewässern sei diese Erhebung der Daten durchaus sinnvoll.

Nun zu seinem eigenen Vortrag kommend schilderte er die Probleme der fischereirechtlichen Hege unter Dürrebedingungen, wie in diesem Sommer. Anhand des Zyklus dimiktischer Seen veranschaulichte er die Erwärmung und die Abkühlung dieser Gewässer. Einhergehend mit der Sauerstoffkonzentration zu den unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten im Sommer, verursacht durch Pflanzen, vorwiegend durch die Fotosynthese der Algen, konnte dargestellt werden, dass zu Tageszeiten eine Übersättigung an gebundenem Sauerstoff bis zu 130% im Oberflächenbereich der Gewässer bis zu einer Tiefe von ca. 2 Metern vorliegt. Drastisch abnehmend liegt dann eine Sättigung ab 3 Metern von nur noch ca. 15% vor, also eine absolute Todeszone für Fische. Bei Nacht hingegen nimmt die Sauerstoffkonzentration auf den ersten 2 Metern bereits stark ab auf nur noch ca. 70% und der tiefere Bereich bleibt bei ca. 15%. Schlussfolgernd hieraus müssen alle Fische in diesem Gewässer sich den Lebensraum auf den ersten 2 Metern teilen. Legt man nun diese Erkenntnis zu Grunde, bleibt die Frage nach der Sinnhaftigkeit von am Tag durchgeführten Belüftungsmaßnahmen durch Schaufelrad-Belüfter oder Feuerwehreinsätze, um ein Umkippen von Seen oder Teichen bei akutem Sauerstoffmangel angeblich zu verhindern. Sie verwirbeln hauptsächlich das bereits gesättigte Oberflächenwasser ohne Auswirkung auf die tieferen Bereiche. Sind diese Maßnahmen dann wirklich sinnvoll? Nach dieser Erkenntnis müsste bei Nacht, also ab Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, belüftet werden, um die fehlende Fotosynthese der Pflanzen und die damit verbundene vollständige Sättigung auszugleichen.

Weitere Maßnahmen, die auch teilweise schon von Dr. Werner Baur angesprochen wurden, wie Besatzmaßnahmen überdenken, die Förderung von Makrophyten, Beobachtung und eventuell Präventionsmaßnahmen im unmittelbaren Einzugsgebiet der Gewässer, die Errichtung eines funktionsfähigen Mönchs oder eine Winterung/Sömmerung können den Lebensraum der Gewässer verbessern. Mit einer Fragerunde beendete Herr Dußling seinen Vortrag und bedankte sich bei den Anwesenden für die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Aufgrund einer Terminüberschneidung konnte der Oberbürgermeister der Kreisstadt Wangen im Allgäu, Herr Michael Lang, sein Grußwort an die Versammlung erst nach den Vorträgen halten und lobte ausdrücklich die immer sehr gute Zusammenarbeit mit dem FV Wangen e.V. Trotz der sehr vielen Vereine auf seiner Gemarkung müsse er den Fischereiverein explizit erwähnen, die erhaltene Unterstützung habe sich bei der Landesgartenschau besonders bewährt. Hier sei der Verein ständiger Begleiter bei der Planung und Umsetzung gewesen. Einen außerordentlichen Dank möchte er an den Mann mit der lauten Stimme, wir alle kennen ihn als 2. Vorstand des FV Wangen e.V., Thomas Bernhard, richten. Seine Führungen waren beispielhaft und bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt. Die ehrenamtliche Arbeit für den Natur- und Artenschutz sei hervorragend. Auch er sehe die Wichtigkeit dieser Arbeit, speziell bei den sich verändernden Klimaverhältnissen mit Trockenheit und Niedrigwasser, hier brauche es ein kompetentes Fachwissen, welches im FV Wangen e.V. ohne Frage vorhanden sei – Danke hierfür und Danke für den Verbandswein, den er im Anschluss erhielt.

Da dieser Bezirkstag Südwürttemberg vom FV Wangen e.V. ausgerichtet wurde, gilt unser Dank auch der ganzen Mannschaft. Bewirtung und Organisation waren tadellos, vor allem die Mittagspause mit gutem Essen und selbst gebackenem Kuchen im Nachgang erfreute die Teilnehmer.

Gut gesättigt begann Ernst Retz als Bezirksvorsitzender mit dem 2. Teil dieser Veranstaltung.

TOP 4: Die Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung, der Beschlussfähigkeit und der Stimmberechtigung konnte erfolgen.

TOP 5: Aktuelles aus dem Verband:

Er erwähnte die sofortige Niederlegung des Amtes des Schatzmeisters im Verband, Gerd Schwarz, ohne weitere Erklärungen, die Ankündigung des 10. Fachforums der Angelfischerei am 24. Oktober in Friedrichshafen, Probleme mit dem Finden von Ehrenamtlichen für den Bezirksvorstand und den Hinweis, dass Thomas Wahl als Präsident an dieser Sitzung teilnehmen wollte, jedoch einen Termin mit dem DAFV wahrnehmen musste.

TOP 6: Jahresbericht der Mitglieder des Bezirksvorstandes:

Dr. Werner Baur berichtete von seinen Tätigkeiten, rügte vor allem die Informationspolitik des Verbandes: Diese sei ungenügend – Punkt – Aus! Grinsend lobte er den Biber, denn er habe in diesem Sommer dafür gesorgt, dass an einigen Stellen noch Wasser verblieben ist.

Hermann Gleinser sprach über das Casting und über die große Nachfrage auf der Messe Aqua-Fisch, es habe allen Beteiligten viel Spaß gemacht. Er ging auf die Meisterschaften ein und wie gut die Mitglieder des Verbandes abgeschnitten hätten.

Aufgrund der Abwesenheit anderer Referenten gab es keine weiteren Berichte.

TOP 7: Die Entlastung der Mitglieder des Bezirksvorstandes wurde von Thomas Bernhard übernommen und dieser Entlastung wurde von den Beteiligten der Versammlung einstimmig zugestimmt.

TOP 8: Wahlen 2026: Hier gab es ein „großes Paket“ zu schnüren, denn der gesamte Bezirksvorstand musste neu gewählt werden. Leider konnten einige Mitglieder aufgrund gesundheitlicher, persönlicher oder umzugsbedingter Gründe ihr bisheriges Amt nicht mehr weiterführen und standen deshalb nicht zur Wiederwahl.

Die Besetzung des Vizepräsidenten wurde durch eine Stichwahl zwischen Roland Sauter, der nicht anwesend war, und Ernst Retz entschieden. Nach mehrfachen Auszählungsfehlern wurde eine geheime Wahl mit Stimmzettel durchgeführt und führte zum Ergebnis: 63 Stimmen für Roland Sauter und 26 Stimmen für Ernst Retz. Somit bleibt Roland Sauter weiterhin der Vizepräsident des Bezirks Südwürttemberg.

Da Ernst Retz sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen etwas zurücknehmen wollte, stand nun zur alleinigen Wahl des Bezirksvorsitzenden Franziska Kenntner, die bisher das Amt des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden innehatte. Sie wurde einstimmig gewählt und nahm die Wahl an.

Ein stellvertretender Bezirksvorsitzender konnte nicht gefunden werden.

Die Kreisvorsitzenden wurden wie folgt gewählt:

Alb-Donau – Franziska Kenntner

Biberach – Roland Sauter

Ravensburg – Werner Baur

Reutlingen – Kurt Mollenkopf

Sigmaringen – Ernst Retz

Tübingen – Udo Dubnitzki

Ulm – Heiko Winkel

Die Kreisvorsitzenden für Bodenseekreis und Zollernalbkreis konnten nicht besetzt werden.

Die Bezirksreferenten wurden wie folgt gewählt:

Gewässer – Udo Dubnitzki

Casting – Hermann Gleinser

Die Bezirksreferenten für Angelfischerei, Natur- und Artenschutz, Jugend und Öffentlichkeitsarbeit konnten nicht besetzt werden.

Der Bezirksreferent für Vorbereitungslehrgänge mit Fischerprüfung, Herr Tobias Weiß, stand nicht zur Wahl, da er turnusmäßig nicht an der Reihe war.

Nach der Wahl übernahm nun Franziska Kenntner als erste Handlung in ihrem neuen Amt die Versammlungsleitung. Sie bedankte sich, stellte sich kurz vor und versicherte, ihre Aufgaben sehr ernst zu nehmen. Ihr wichtigstes Kredo: „Leut, schwätzet miteinander“ – man kann über alles reden, nur muss man es auch machen, Kommunikation ist das A und O.

Es ist gut zu wissen, dass es noch junge Menschen gibt, die sich solch einer Aufgabe stellen und ihr Wissen, ihre Energie und Dynamik einbringen wollen.

TOP 9: Da keine Anträge vorlagen, wurde auch keine Beschlussfassung diesbezüglich nötig.

TOP 10: Unter Verschiedenes wurde das Thema Besetzung der Vorstandschaft nochmal angesprochen und angeregt, man solle doch mal ein genaues Aufgabenprofil erstellen. Das auf der Homepage hinterlegte PDF „Aufgabenprofile der ehrenamtlichen Mitglieder im Verbandsvorstand“ sei hier sehr allgemein gehalten und würde nicht dazu beitragen, sich mit den einzelnen Aufgabengebieten vertraut machen zu können. So könne nur schwer eine Entscheidung getroffen werden, ob man sich für ein Amt eignet und ob man dieses Amt auch erfüllen kann. Grundsätzlich sei man ja interessiert, ein Amt zu übernehmen, jedoch habe man keine Möglichkeit, sich vorab darüber zu informieren.

Noch bevor die Versammlung zu Ende ging, ließ es sich Thomas Bernhard nicht nehmen, sich im Namen des Bezirks Südwürttemberg bei Ernst Retz für seinen Einsatz als scheidender Bezirksvorsitzender zu bedanken. Von den Worten berührt nahm Ernst Retz das Geschenk entgegen und erklärte, dass es ihm viel Spaß gemacht habe, sich für den Verband zu engagieren, und er wünsche seiner Nachfolgerin für die Zukunft alles Gute und viel Geduld.

Text und Bilder: © Groth

Bezirkstag Südwürttemberg 2025

©Groth bez001 Ernst Retz

An einem sonnigen Herbsttag folgten viele Mitglieder des LFVBW Südwürttemberg der Einladung zum diesjährigen Bezirkstag am 11.10.2025 im Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf.

Der Bezirksvorsitzende Ernst Retz begrüßte die Teilnehmer und eröffnete die Veranstaltung vor fast voll besetzter Kulisse. Herr Daniel Oppold ließ es sich als stellv. Bürgermeister nicht nehmen, die Anwesenden ebenfalls zu begrüßen und mit heiteren Worten über die Wichtigkeit des Naturschutzes trotz finanzieller Sorgen zu informieren und sprach für die permanente Unterstützung durch die beiden Fischereivereine seinen Dank aus.

Anschließend begann Herr Dipl.-Verw. Christoph Schulz als Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried seinen sehr informativen und interessanten Fachvortrag über die Entstehung dieses Rieds durch Gletscher mit Kiesmoränen als Hinterlassenschaft, der dadurch entstandenen Nutzung und Gründung von Wilhelmsdorf, die Entwicklung über viele Jahrhunderte bis heute mit all den Aspekten und Zusammenhängen zwischen Wirtschaft und Natur und betonte die enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Veränderungen durch das Klima, der Hochwasserschutz und die Wichtigkeit der Moore als CO2 – Speicher im Vergleich mit Waldbeständen waren ebenso Thema wie auch die Planung und Umsetzung von Projekten mitsamt Finanzierung durch Spenden. Als weiterer Punkt ging er auf die Artenvielfalt und die vorherrschenden Lebensbedingungen ein. Natürlich erwähnte auch er, dass es ohne die Mithilfe der Ehrenamtlichen nicht umsetzbar wäre und sprach seinen großen Dank hierfür aus.

Für Interessierte gibt es ausführliche Informationen unter: https://pfrunger-burgweiler-ried.de/stiftung.

Nachfolgend übernahm Herr Dipl.-Biologe Uwe Dussling als Fischereireferent des Regierungspräsidiums Tübingen mit seinem Fachvortrag den Anwesenden, Neues aus der Fischereiverwaltung nahe zu bringen. Hier wurden sehr viele Themen, die für uns Angler wichtig sind aus der rechtlichen Sicht vorgetragen. Beginnend mit Schonmaßen, Niedrigwasserinformationen, Fischereirecht und Fischereiausübung bis hin zur Hegepflicht mit den heiklen Themen Besatz und Entnahmefenster aus der Sicht des Tierschutzgesetzes war alles vertreten. Die anschließende Fragerunde wurde ausgiebig genutzt.

Hiervon etwas mitgenommen durften sich dann die Anwesenden in der Mittagspause wieder stärken. Dank dem Fischereiverein Pfrunger Ried e.V. konnte man zwischen den selbstgemachten Fischkusperli mit Zanderfüllung und Salat oder vegetarischen Maultaschen mit Salat wählen. Beides bekam uneingeschränktes Lob und Kaffee und Kuchen vervollständigten den kulinarischen Teil der Veranstaltung.

Dermaßen erfrischt konnte daraufhin die Bezirkssitzung gestartet werden. Nach der Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung, der Beschlussfähigkeit und der Stimmberechtigung setze Herr Ernst Retz mit Tagesordnungspunkt 5, Aktuelles aus der Verbandsarbeit die Sitzung fort und berichtete über Schwarzfischer und deren Vorkommen, Monitoring von Fischottern, Abwerbeversuche von Vereinsausbildern des LFVBW und der DAFV-Satzungskommission.

Es folgten unter Punkt 6 die Jahresberichte der Mitglieder des Bezirksvorstandes mit dem Inhalt von erledigten Tätigkeiten und zukünftigen Planungen.

Nach diesen Ausführungen wurden unter Punkt 7 die Mitglieder des Bezirksvorstandes einstimmig ohne Enthaltung entlastet.

Durch eine Abweichung des Wahlzyklus mussten der Vizepräsident, der Bezirksvorsitzende, die Kreisvorsitzenden und die Bezirksreferenten für 1 Jahr bis 2026 neu gewählt werden, um wieder den 2-Jahres-Abstand zu den Wahlen des Landesfischereitages herzustellen.

Diese Wahl erfolgte unter Punkt 8 und es wurden ins Amt gewählt:

Vizepräsident Südwürttemberg: Roland Sauter, Bezirksvorsitzender: Ernst Retz, Kreisversitzende: Alb-Donau: Oliver Ruoß, Ravensburg: Dr. Werner Baur, Reutlingen: Kurt Mollenkopf, Sigmaringen: Ernst Retz, Tübingen: Udo Dubnitzki, Zollernalbkreis: Wolfgang Groth und als Fachreferenten für Gewässer: Udo Dubnitzki, Jungend: Erwin Schädler, Casting: Herrmann Gleinser, Öffentlichkeitsarbeit: Wolfgang Groth. Alle weiteren Ämter konnten nicht besetzt werden. Der Wahlleiter Thomas Frick bedankte sich bei den Kandidaten und der Mitgliederversammlung für das eindeutige Votum.

Da keine zur Beschlussfassung eingereichten Anträge vorlagen, konnte Punkt 9 direkt beendet werden.

Abschließend wurde unter Punkt 10, Verschiedenes gebeten, doch Mitteilungen über den Ort von Prüfungen an die Ausbilder weiterzugeben. Aufgrund der Tatsache, dass nicht alle Ämter vergeben werden konnten, kam die Anfrage nach den spezifischen Aufgabenprofilen der einzelnen Ämter auf, welche zum Nachlesen auf der Verbandshomepage zu finden sind. Herr Dubnitzki regte an, lokale Presse zu Vereinsaktivitäten einzuladen und Frau Kenntner bat alle eventuell anwesenden Jäger darum, ihre Kormoranabschüsse an die FFS-Langenargen zu melden.

Zu guter Letzt blieb nur noch zu klären, wo der Bezirkstag 2026 durchgeführt wird. Hier bot sich Herr Altiparmak, 1.Vorstand FV Wangen i.A. an und dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Somit findet der Bezirkstag Südwürttemberg 2026 in Wangen i.A. statt.

 

Bilder ©Groth

Bezirkstag Südwürttemberg

Bericht zum Bezirkstag Südwürttemberg

Am 23.11.2024 fand in Hohentengen-Bremen der Bezirkstag Südwürttemberg statt. Der Gögemer Angelverein hat dankenswerterweise die Ausrichtung und die Bewirtung übernommen.
Der gut besuchte Bezirkstag wurde vom Bezirksvorsitzenden Ernst Retz geleitet. Als Ehrengäste konnte er Herrn MdL Klaus Burger (CDU) sowie unseren Präsidenten Thomas Wahl begrüßen.
Die Versammlung war harmonisch. Bei den Nachwahlen konnte der Posten der Stellvertretenden Bezirksvorsitzenden besetzt werden. Frau Franziska Kenter wurde von der Versammlung einstimmig gewählt.
Für unseren langjährigen Bezirksreferenten für Vorbereitungslehrgänge mit Prüfung Karl (Charly) Geyer wurde Herr Tobias Weiß gewählt. Wir wünschen Charly für seien weiteren Lebensweg alles Gute und hoffen, dass er noch lange bei uns seine Stimme einbringt.
In der Versammlung wurde ausführlich über das Problem der Schwarzfischer diskutiert. Es wurde überwiegend bemängelt, dass von der Staatsanwaltschaft die Verfahren eingestellt werden und eine Anzeige keinen Sinn hat. Vom Präsidenten wurde erläutert, dass wir als Verband nur tätig werden können, wenn die Fälle zur Anzeige gebracht werden und gleichzeitig uns mitgeteilt wird, dass eine Anzeige erstattet wurde. Um beim Justizministerium vorstellig zu werden benötigen wir belastbare Zahlen zu den Fällen.

Bezirkstag Südwürttemberg, am 25.11.2023 in Aulendorf/Haslach

Bezirkstag_Suedwuerttemberg

Der Bezirksvorsitzende Ernst Retz begrüßt alle 65 anwesenden Mitglieder. Ehrenmitglied Jürgen Kath und die erst später hinzugekommene Frau Dilger (Vertretung Berufsfischer) wurden extra begrüßt.

Am Vormittag wurden durch Werner H. Baur Vorträge über Wassermangel und Temperaturerhöhung sowie über seuchenrechtliche Vorgaben der EU gehalten. Beide Vorträge sind bei den Mitgliedern gut angekommen und haben sicherlich den einen oder anderen zum Nachdenken angeregt.

Die Vorträge von Werner H. Baur wurden, wie immer, mit viel Wissen und Können den Mitgliedern vorgetragen. Jeder konnte miterleben, wie schlecht es dem „Klima“ geht und wie schnell vor allem das ganze voranschreitet. Auch konnte jeder doch erkennen, dass nicht nur die anderen das Pech haben, sondern dass zum Beispiel der Wassermangel auch für uns zum Problem werden könnte.

Ja, selbst an großen Gewässern/Seen kann es zu Problemen führen, wenn das Wasser zu stark belastet wird, zu warm wird oder zu wenig Wind da ist und im schlechtesten Falle der Fluss als Zubringer gar kein Wasser mehr führt.

Im Bereich Seuchen wurde klar aufgezeigt, dass auch hier mit Vorsicht der Bereich Fisch zu betrachten ist. Der Umgang beim Kauf/Verkauf, Besatzmaßnahmen, erkennen von Krankheiten sowie deren Behandlung, erfordert doch einiges an Wissen, beim Angler und den Gewässerwarten.

Um 12.30 Uhr gab es dann Mittagessen, sodass dann gegen 13:30 Uhr die Mitgliederversammlung beginnen konnte.

 

Ernst Retz hat dann den Vortrag über das Biosphärengebiet Oberschwaben noch vorangestellt, da dieser aus zeitlichen Gründen nicht mehr vor dem Mittagessen stattfinden konnte. Hier wird im Bereich Allgäu/Oberschwaben mit großem Elan ein Biosphärengebiet erschaffen, welches auch die Angelfischerei bzw. Teichwirte betreffen kann. Ernst Retz hat anhand von einer Präsentation die Ausmaße kurz dargestellt und erklärt, wie die Erschaffung des Gebietes und deren Bewirtschaftung erfolgen soll.

Der Verband steht mit dem Prozessteam Biosphäre in Verbindung und wird über eventuelle Probleme bezüglich Angelfischerei informiert. Auch ist der Verband regelmäßig bei den Veranstaltungen und Arbeitskreisen eingebunden.

Danach folgten die Jahresberichte der Vorstandsmitglieder.

Berichtet wurde vom Casting, das wenig Einsätze zu verbuchen hat.

Werner Baur mahnte den Bereich Öffentlichkeitsarbeit an, der immer wichtiger wird.

Jugendwart H. Schädler wird 2024 ein Zeltlager durchführen, wobei die Standortsuche sicherlich nicht einfach wird.

Udo Dubnitzki konnte von einer Gewässerrenaturierung im Bereich TÜ berichten, welche schon über Jahre geht, aber schon erste Erfolge zu verzeichnen hat.

Ch. Geyer berichtete über den großen Bereich Erwerb Fischerschein und deren Umfeld: Ein neuer Fragenkatalog, Änderungen im Bereich Ausbildung und stellte auch klar, dass sich hier die Zusammenarbeit verbessern muss.

Die Entlastung der Vorstandschaft wurde von Thomas Bernhard durchgeführt. Sie erfolgte einstimmig ohne Enthaltung und Gegenstimmen.

Danach folgte neues aus dem Verband, vorgetragen vom Vizepräsidenten Roland Sauter.

Er berichtete vom neuen Fischereigesetz, welches voraussichtlich 2024 kommt. Der Jugendfischereischein mit 7 Jahren ist auf den Weg gebracht und soll 2024 durch einen vorgezogenen Gesetzesentwurf möglich werden.

Ein Lehrgang für Abgeordnete für den Erwerb Fischereischein wurde durchgeführt und hat bei einigen für mehr Verständnis im Bereich Fischerei gesorgt.

Fischmobil und Lachszucht : Beide Projekte sind wieder für 5 Jahre gesichert.

1 Jahr Geschäftsstelle hatte leider wenig Resonanz.

Fischereiforum Bodensee:   LFV BW und FFS-Langenargen haben am 28.10.23 das Forum in Meersburg durchgeführt. Es fand viel Zuspruch.

Fr. Dr. Winkelmann hat in ihrem Vortrag festgestellt, dass der Kormoranbestand doch einen hohen Anteil negativer Auswirkungen auf die Gewässergüte beim Fließgewässer hat. Weiterhin hat sie festgestellt, dass durch den Fraß von am Gewässergrund lebender Fische der Aufwuchs (Pflanzen) nicht mehr abgeweidet wird und somit das Gewässer nicht mehr gut durchströmt wird. Somit wird eine Selbstreinigung des Gewässers negativ beeinflusst.

Das Forum soll noch mit einer entsprechenden Pressemitteilung in die Öffentlichkeit gebracht werden.

Der Fischotter ist auf dem Vormarsch. Ein Fischotter-Seminar in unserem Bereich soll Teilnehmer schulen zur besseren Otterkennung.

Die Verbandszeitschrift wird jetzt online bereitgestellt. Ab Dez. 2023. Hohe Kosten können somit eingespart werden.

Anträge bei der Fischereibehörde, beim Reg.Präs.Tü hat im Bereich Fischereiabgabe Möglichkeiten zu einer Projektunterstützung bei den Vereinen. Es können Anträge gestellt werden, die bis zu 75 % bezuschusst werden. Es werden aus der Fischereiabgabe Projekte oder sinnvolle Anschaffungen gefordert.

Beim DAFV wird gerade überlegt, ob man austreten soll. Eine Beitragserhöhung und Satzungsänderung und die damit verbundenen hohen Kosten sind nicht einfach zu handhaben.

Auf dem Landesfischereitag wurde das Thema besprochen. Es wurde beschlossen mit Nachdruck und aller Macht auf den DAFV einzuwirken, um die Änderungen in der Satzung nicht zum Nachteil von LFV BW einzubringen. Vorsorglich musste aber 2023 gekündigt werden, damit der eventuelle (nicht unbedingt gewünschte) Austritt dann 2025 vollzogen werden kann.

Bei den anstehenden Wahlen konnte leider kein stellv.  Bezirksvorsitzender sowie ein Kreisvorsitzender Friedrichshafen gefunden werde.

Ein Antrag aus Mosisgreut bezüglich Lehrunterlagen zum Fischereischein sorgte für rege Diskussionen. Peter Schäle bemängelte die zur Verfügung gestellten Lehrunterlagen zum Vorbereitungslehrgang. Roland Sauter (Vizepräsident) sicherte H. Schäle zu, diese Probleme bei der nächsten GfP Sitzung als Tagesordnungspunkt mit anzusprechen.

Die Bezirkssitzung wurde gegen 16:30 Uhr durch den Bezirksvorsitzenden Ernst Retz beendet.

Genehmigt:     Ernst Retz                                              Bericht erstellt:  Roland Sauter

Fachforum Angelfischerei – Einflüsse heute und morgen

Auch wenn das Angelforum zweimal aussetzen musste – es hat sich viel an unseren Gewässern getan. Nach wie vor gibt es zahlreiche Herausforderungen und neue Entwicklungen rund um das Thema Fischerei.

Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg und die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg möchten mit dem 6. FACHFORUM Angelfischerei den offenen Dialog mit allen fortführen, denen die Fischerei am Herzen liegt. Aktuelle Themen wollen wir gemeinsam erörtern. Die Schirmherrschaft hat der Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen Andreas Brand übernommen.

Mit Fachbeiträgen bieten wir eine Basis, auf der ein gemeinsamer Meinungs- und Ideenaustausch stattfinden soll und so ein Anstoß für eine zukünftige Perspektive der Fischerei gegeben werden kann. Daher würden wir uns freuen, Sie

am 29. Oktober 2022
im Graf-Zeppelin-Haus
Olgastr. 20
88045 Friedrichshafen

beim FACHFORUM Angelfischerei begrüßen zu können.

Programm:

 

Um die Tagung vorbereiten zu können, bitten wir Sie, sich bis zum 21. Oktober anzumelden. Sie können dies formlos per E-Mail an karin.nowak@lfvbw.de oder telefonisch unter der Nummer 0711 / 252 947 – 53 tun.

Für die Teilnehmer des Forums stehen im 3. Parkdeck (siehe Hinweis an der Einfahrt zur Parkgarage) kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

Wir freuen uns schon jetzt auf Ihr Kommen!

 

Der Fischotter: Ein Portrait und sein Einfluss auf die (Angel-)fischerei

Fischotter frisst Fisch

Im Folgenden finden Sie alle Präsentationen unseres Onlineseminars im September über den Fischotter und seinen Einfluss auf die (Angel-)fischerei organisiert von Christian Haas, Stellvertr. Bezirksvorsitzener Südbaden. Referenten waren Frau Schmalz vom Büro Fluss als Koautorin gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe, Herr Trzebiatowski und Christian Haas.

 

 

Bezirkstag Südwürttemberg Nachholtermin für 2021 am 26.03.2022

004©Groth Bezirkstag 2021.

Kurz nach 10.00 Uhr begrüßte der neue Bezirksvorsitzende Ernst Retz die doch zahlreich erschienenen Mitglieder und Ehrengäste im Veranstaltungssaal des Hotels Zug um Zug in Schemmerhofen. Da nach vielen Jahren unermüdlicher Arbeit für den Verband Jürgen Kath sein Amt als Vizepräsident des Verbandes für Süd-Württemberg turnusmäßig nicht mehr weiterführen wollte, er hatte dies seiner Frau versprochen, wurde der bisherige Bezirksvorsitzende Roland Sauter bereits am Landesfischereitag, 25.09.2021 als sein Nachfolger gewählt. Somit erklärte sich Ernst Retz bereit, seine Verbandsarbeit nun als Bezirksvorsitzender weiterzuführen. Die Generalprobe gelang ihm gut und nach Corona-bedingten Änderungen der geplanten Vorträge begann Herr Heffner vom Landschaftserhaltungsverband Landkreis Biberach e.V. (LEV) seinen sehr interessanten Vortrag.

Als Brückenbauer zwischen Mensch und Natur sehen sich die 49 Mitglieder des LEV, darunter 38 der insgesamt 45 kreiszugehörigen Städte und Gemeinden, 9 Verbände, 1 Stiftung und der Landkreis Biberach selbst. Der LEV Biberach e.V. ist einer von 34 Landschaftserhaltungsverbänden in BW und legt seinen Focus auf den Erhalt der wertvollen Lebensräume und schutzwürdigen Tier- und Pflanzenwelt in einer vielfältigen Kulturlandschaft im Landkreis Biberach. Anschaulich wurde Aktuelles aus der LEV-Arbeit präsentiert, der Sinn und Zweck, unter anderem der Vertragsnaturschutz erklärt und die Projekte, Maßnahmen und Aufgaben dargestellt. Die Beratung der Gemeinden bei der Biotopverbundplanung, Biotopvernetzung, Umsetzung von Maßnahmen, die Beratung von Landwirten bei der Extensivierung der Bewirtschaftung, die naturschutzfachliche Unterstützung von Vereinen und Kommunen, z.B. bei Ausgleichsmaßnahmen, ist eine Zielsetzung. Umsetzung der Managementpläne in Natura 2000-Gebieten, die Organisation und Begleitung von Pflege- und Artenschutzmaßnahmen, die Initiierung von neuen Projekten und Patenschaften in Naturschutz und Landschaftspflege inklusive der Aus- und Fortbildung der Akteure sowie Öffentlichkeitsarbeit vervollständigen ihre Aktivitäten. Aufgrund der besonderen Konstellation der Mitglieder lassen sich viele Maßnahmen und Projekte, einschließlich kostenfreier Beratung, auch für private Eigentümer finanziell stemmen und gezielt umsetzen. Da wir Mitglied in diesem Verband sind, ergeben sich auch für uns Synergien für unsere Fischereivereine und Gewässer.

Der Bericht von Dr. Werner Baur über die Klimaveränderung heute und morgen: unser (ignoriertes) größtes Problem, begann mit heiteren Anekdoten aus seinem gesammelten Wissen und seinem seit über 50 Jahren andauernden Kampf mit Behörden und Amtsträgern. Mit unnachgiebiger Energie zeigte er das Versagen der unterschiedlichen Landesregierungen in BW bezüglich der Nichteinhaltung der WRRL trotz Verlängerung um 6 Jahre bis 2021 auf. Die Pflicht, unsere Gewässer in guten ökologischen Zustand zu bringen wurde selbst mit grüner Beteiligung der Landesregierung in keiner Weise nur im Ansatz erfüllt. Baden-Württemberg hat den schlechtesten Gewässerzustand von allen Bundesländern. Er vermittelte in drastischer aber der Tatsache entsprechender Weise die desaströse Entwicklung. So gut wie kein Gewässer in BW ist noch vollkommen intakt, Makrozoobenthos ist überall nicht mehr in einem guten ökologischen Zustand. Er verwies auf die Vernichtung der Selbstreinigungskraft und der nicht mehr vorhandenen Durchmischung des Wasserkörpers mitsamt den Folgen. Unermüdlich mahnte er mit seiner durch Zahlen, Grafiken und Diagrammen verständlichen Präsentation zur Wahrnehmung dieses Problems, welches wir nicht mehr umkehren sondern nur noch durch angepasste Lösungen eventuell etwas verringern können.

Nach der nun erforderlichen Pause und dem vorzüglichem Mittagessen begann mit etwas Verspätung die Mitgliederversammlung.

Top 1, die Eröffnung und Begrüßung inklusive Ansprache von Herrn Kaspar und

Top 2, die Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung, der Beschlussfähigkeit und der Stimmberechtigung konnte am Stück durchgezogen werden.

Top 3, die Jahresberichte der Bezirksvorstände benötigten auch wenig Zeit, da entweder Corona-bedingt nicht so viele berichtenswerte Aktionen 2021 durchgeführt wurden oder Corona-bedingt die Referenten nicht anwesend waren.

Karl Geyer sprach über die sehr problematische Situation der Vorbereitungslehrgänge und Fischerprüfungen unter Corona bzw. unter dem Aspekt der von der Landesregierung erteilten Durchführungsverbote. Eine Diskussion über Sinn und Unsinn von Online-Lehrgängen und warum wir als Verband zugestimmt haben wurde mit der Begründung, dass uns aufgrund einer Änderung die alleinige Durchführung der Lehrgänge genommen wurde und somit unverzüglich gehandelt werde musste, erklärt. Allerdings bleibt die Sorge, dass dies den Rückgang der Präsentkurse zur Folge hat.

Die Kreisvorsitzenden Roland Sauter und Ernst Retz trugen kurz zusammengefasst ihre Informationen vor.

Dr. Werner Baur als Kreisvorsitzender für Ravensburg äußerte sich ausführlicher zu seinen Behördenbesprechungen über Baupläne, Renaturierungen, Regenrückhaltebecken und Hochwasserschutzmaßnahmen sowie der Zusammenarbeit mit dem BUND bezüglich Gewässer in Parkanlagen und gemeinsamen Stellungnahmen mit LNV-Vertretern. Gewässeruntersuchungen zu Fischsterben im Hitzesommer, Beratungen zu einer zukunftsorientierten Bewirtschaftung und Erstellung von Gutachten für unsere Mitglieder und zu guter Letzt auch noch Ehrungen beinhalteten 2021 sein Amt. Für Veröffentlichungen zum Problem Klimaveränderung u. a. in Fachzeitschriften, das Buch chemische Untersuchung in Fließgewässer und das Buch Untersuchung Seen nach den Vorgaben der WRRL/WHG/OGewV fand er auch noch Zeit. Diese Bücher werden vom LFVBW herausgegeben und unterstützen unsere Forderungen, Ausbildungen und Bemühungen im Natur- und Artenschutz inklusive der Renaturierung von Gewässern.

Als letztes wurde der Bereich Öffentlichkeitsarbeit vorgestellt. Über den Entwurf eines Organigramms, der Umstrukturierung des Machbaren, den Wert des öffentlichen Auftritts für den Verband bei Messen und Gartenschauen wurde berichtet. Die spontane und erfolgreiche Teilnahme an der Roadshow mitsamt dem Forum Gesellschaft und Natur auf Einladung der Stiftung BW war ebenso ein Thema wie der in der Öffentlichkeit sehr wirksame Tag des Gewässers im zeitigen Frühjahr nach Beendigung der Schonzeit der Salmoniden und vor Beginn des Nestbaus der brütenden Vögel. Der Aufbau eines Presseverteilers für Print- und Onlinemedien und die neue Homepage mit zeitgemäßem Erscheinungsbild wurde ebenfalls realisiert. Der Wunsch um weitere Mithilfe kam bei den Anwesenden zwar wohlwollend an, jedoch erklärte sich niemand spontan bereit, sich doch einbringen zu wollen.

Top 4, die Entlastung der Vorstandschaft konnte nach diesen Berichten einstimmig vorgenommen werden.

Top 5, Aktuelles aus der Verbandsarbeit wurde von Roland Sauter sehr ausführlich vorgetragen. Beginnend mit der politischen Stellungnahme durch Minister Hauck: Klimaschutz „auf schmalem Grad“, über die neue Mustersatzung für unsere Vereine, einer neuen Versicherung für unsere Mitglieder, die Entwicklung, Zertifizierung und Weiterführung der Lehrgänge, Verwendung der Fischereiabgabe für unsere Zwecke, Naturschutz, Kormoran, Aufhebung des Nachtangelverbots mit der Sonderregelung für den Bodensee, Herabsetzung des Mindestalters auf 7 Jahre bis hin zu Interna aus dem Verband wie der anstehende Umzug der Hauptgeschäftsstelle nach Backnang gegen Ende des Jahres 2022 und dem Weggang von Frau Kustermann zum 31.04.2022 wurde umfassend berichtet (alle Details siehe Protokoll).

Nach einer kurzen Pause ging man zu Top 6, Wahlen über und als Wahlleiter erklärte sich Thomas Bernhard bereit, die Wahlen ordnungsgemäß durchzuführen. Insgesamt standen 18 Ämter turnusgemäß zur Wahl an.
Der Vizepräsident Roland Sauter und der Bezirksvorsitzende Ernst Retz wurden ebenso bestätigt wie die Kreisvorsitzenden Dr. Werner Baur – Ravensburg, Kurt Mollenkopf – Reutlingen, Ernst Retz – Sigmaringen, Udo Dubnitzki – Tübingen und Wolfgang Groth – Zollernalbkreis. Neu hinzugekommen sind Oliver Ruoß – Alb-Donau, Jürgen Keller – Ulm (Stadt) und Markus Wunder – Biberach. Als Bezirksreferenten wurden Hans-Jürgen Eichinger für die Angelfischerei, Udo Dubnitzki für Gewässer, Harald Kaut für Natur- und Artenschutz, Karl Geyer für Vorbereitungslehrgänge mit Fischerprüfung, Hermann Gleinser für Casting, und Wolfgang Groth für Öffentlichkeitsarbeit bestätigt. Erwin Schädler erklärte sich nachträglich bereit, sich als Bezirksreferent um die Jugend zu kümmern und wird vorerst kommissarisch bis zur Wahl sein Amt erfüllen (alle Details siehe Protokoll).

Nach dieser erfreulichen Wahl konnte mit Top 7, Ehrungen die Tagesordnung positiv weitergeführt werden. Sechs Anwesende konnten direkt geehrt werden (alle Details siehe Protokoll). Auch vergaß man nicht, sich bei Karin Novak mit einem Blumenstrauß für ihre Leistungen zu bedanken. Besonders hervorzuheben ist das Gedicht und das Ständchen: Über sieben Brücken musst Du gehen, beide vorgetragen von Werner Baur zu Ehren Jürgen Kath für seine in vielen Jahren geleistete unermüdliche Arbeit für den Verband. Sehr gerührt nahm der ehemalige Vizepräsident die Ehrung entgegen und verstand den Song als Hommage für seinen beschrittenen „Leidensweg“ bis zur erfolgreichen Fusion der 4 Verbände.

Mangels vorliegender Anträge konnte die Beschlussfassung hierzu unter Top 8 direkt abgehakt werden und unter Top 9, Verschiedenes bat Ernst Retz nochmals darum, sich umzuhören, ob sich doch noch jemand bereit erklären würde, eines der beiden nicht besetzten Ämter, stellv. Bezirksvorsitzender und Kreisvorsitzender Bodensee zu übernehmen. Abschließend wurde noch die Haftungsfrage bei unbefugtem Betreten eines Angelsteges besprochen und die Sitzung endete gegen 15:35 Uhr. Leider „verpuffte“ die Bitte des Fotografen für ein gemeinsames Gruppenbild der Gewählten und Geehrten, so kommt es zu der unvollständigen Ablichtung. Hier muss Besserung gelobt werden!

© Text und Bilder Wolfgang Groth

 

Bezirkstag Südwürttemberg

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Zug um Zug

heißt nicht nur das Hotel in Schemmerhofen, in dessen großzügigem Tagungsraum die diesjährige Bezirksversammlung des LFVBW Bezirk Südwürttemberg am 23.11. pünktlich um 10.00 Uhr erstmals von Roland Sauter eröffnet wurde, Zug um Zug war auch das Motto, wie Fachvorträge und die Mitgliederversammlung durchgeführt wurden.

Dankbare Grußworte richtete Bürgermeister Glaser an die Versammlung und lobte die ehrenamtlichen Leistungen der vielen Fischereivereine. Dem schlossen sich der neue Fischereireferent des RP Tübingen, Herr Dußling und auch Frau Dilger vom Verband badischer Berufsfischer an. Von Beiden kamen wohlwollende Worte und die Bekräftigung einer guten Zusammenarbeit.

Der erste Fachvortrag von Dr. Werner Baur zum Klimawandel mit den Zusammenhängen und Auswirkungen auf dem aquatischen Lebensraum war sehr informativ und erschreckend zu gleich. Er veranschaulichte deutlich, dass sich unsere Gewässer so sehr verändern werden, dass der Lebensraum für einige Arten nicht mehr erhalten werden kann. Ein unverzügliches Handeln und Umsetzen vieler seit langer Zeit geforderter Maßnahmen muss nun erfolgen.

Als Fachreferent für Öffentlichkeitsarbeit stellte Wolfgang Groth in kurzen Worten vor, wie die zukünftige Öffentlichkeitsarbeit im Verband gestaltet werden könnte und bat um Mithilfe. Jedes Mitglied kann und darf sich einbringen und gerne Berichtenswertes mitteilen.

Ferner informierte er über einen mobilen Service, der vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ins Leben gerufen wurde: „Meine Umwelt“-App. Mit dieser kostenlosen APP kann man sich nicht nur aktuelle Informationen rund um die Umwelt auf dem Mobiltelefon anzeigen lassen, man kann auch selbst Verstöße wie z.B. illegale Einleitungen, Verunreinigungen, Abholzung oder Verstöße gegen die WRRL melden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Hinweise zügig und anonym bearbeitet werden.

Anschließend informierte Roland Sauter über die Auswirkung des invasiven Louisianakrebses oder auch roter amerikanischer Sumpfkrebs an den Gewässern, der inzwischen auch in Baden-Württemberg angekommen ist. Neben den bereits massiv vorhandenen Kamberkrebsen und der wachsenden Population der Signalkrebse wird seine Ausbreitung aufgrund Anspruchslosigkeit bezüglich dem Lebensraum, der frühen Geschlechtsreife und der hohen Reproduktion in kurzer Zeit zu einer enormen Bestandsdichte führen. Da er auch Gewässer aktiv über Land verlassen kann ist seine Verbreitung kaum noch zu stoppen. Selbst Schwimmbäder wurden von ihm schon besiedelt. Als Träger der Krebspest und mit der starken Verbreitungsrate stellt der Allesfresser eine große Gefahr nicht nur für die heimischen Krebsarten dar, sondern dezimiert auch als aggressiver Prädator viele Amphibien. Fischlaich wird ebenso nicht verschont und beeinträchtigt somit die gesamte Fischpopulation.

Ergänzend meldete sich Herr Dußling zu Wort und erklärte, dass dieser Krebs ursprünglich als Speisekrebs gezüchtet wurde und auch gerne von Aquarianern gehalten wird, er wies aber darauf hin, dass die Verbreitung dieses Krebses vermutlich nicht allein auf aus der Zucht entkommener und von Aquarianern ausgesetzter Exemplare basieren kann. Es muss wohl auch, offenbar unwissend über die Konsequenzen, zu Besatzmaßnahmen gekommen sein. Energisch verwies er darauf, dass dieser Neozoon unbedingt gefangen werden muss und nicht mehr zurückgesetzt werden darf. Kauf, Besatz und Umsetzung sind verboten!

BZTNW

Übergreifend wurde das Thema mit der Invasion der ursprünglich im Schwarzen Meer beheimateten Quagga Muschel erweitert. Ohne natürliche Feinde verbreitet sich die Muschel inzwischen ungebremst im Bodensee aus. Von der ersten Entdeckung einzelner Exemplare 2016 durch Taucher ist sie heute überall massenhaft zu finden und stellt eine große Beeinträchtigung dar. Sie besiedelt auch technische Anlagen, setzen diese außer Funktion und richtet damit große Schäden an. Die Auswirkung dieser bis zu 4 cm großen Tiere auf das Ökosystem im Bodensee wird derzeit erforscht und ist Inhalt des Projektes „SeeWandel“.

Nach einem reichhaltigen und sehr schmackhaften Mittagessen wurde um 13:00 Uhr die Mitgliederversammlung eröffnet. Roland Sauter stellte die ordnungsgemäße Einberufung sowie die Beschlussfähigkeit fest und übergab dann an die einzelnen Funktionäre des Bezirksvorstandes, die ihre Jahresberichte vortrugen. So erfuhren die zahlreich erschienenen Mitglieder Wissenswertes über die Aktivitäten des Bezirks von A wie Abfischen und unterschiedlichen Ausbildungen, Beteiligungen an Gremien, Maßnahmen zur Landschaftserhaltung, Natur- und Artenschutz, über Öffentlichkeitsarbeit und regionale Stammtische zur Pflege der Kameradschaft und Informationsaustausch bis Z wie Zeltlager, dass als überaus gelungen gewertet wurde und 2020 in Kiebingen wieder stattfinden wird. Herauszuheben ist der Bericht von Hermann Gleinser, der voller Stolz verkünden konnte, dass die erstmalige internationale Beteiligung im Casting gleich mit dem WM-Titel für Bianca Heyner in der Disziplin Einhand mit Wurfgewicht 7,5g belohnt wurde. Ihr Wurf von 69,37 m wurde von keiner anderen Teilnehmerin erreicht. Somit haben wir eine Weltmeisterin in unseren Reihen!

Anschließend wurde von Gerd Schwarz die Entlastung des Bezirksvorstandes einstimmig per Akklamation durchgeführt.

Jürgen Kath übernahm nachfolgend das Wort und erläuterte nochmals umrisshaft die Geschehnisse im vergangenen Zeitraum und der daraus resultierenden Änderungen in der Geschäftsstelle sowie auch im Gesamtpräsidium mit der Notwendigkeit der Neubesetzung einiger nicht mehr vertretener Funktionärspositionen. Als Wahlleiter fungierte erneut Gerd Schwarz und stellte fest, dass 122 Vereinsstimmen, 2 Einzelmitglieder und 8 Funktionärsstimmen wahlberechtigt sind. Es wurden nacheinander Jürgen Kath als Vizepräsident, Roland Sauter als Bezirksvorsitzender und Ernst Retz als stellvertretender Bezirksvorsitzender einstimmig für ein Jahr bis zur turnusmäßigen Neuwahl bestätigt.

Die Danksagung an Jürgen Kath für die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre und Karin Nowak für die sehr guten Leistungen als Geschäftsstellenleiterin in Sigmaringen durften nicht fehlen. Elke Dilger ließ es sich nicht nehmen und bedankte sich ebenfalls für die gute Zusammenarbeit und die erbrachte Leistung der Vereine und Funktionäre.

Unter Verschiedenes konnte Jürgen Kath berichten, dass der vom Verband vorgelegte Vorschlag zur Änderung der Landesfischereiverordnung wohl nicht unberücksichtigt bleibt und eine Überarbeitung folgen soll.

Der Rückgang der Insekten hat dramatische Auswirkungen, dies ist inzwischen bekannt, dass dieser Rückgang auch die Insekten im aquatischen Lebensraum betrifft, wird nicht wirklich publiziert, diesem Thema möchte sich der Verband widmen und mit fachlich fundierten Informationen die Konsequenzen darstellen. Dieses Projekt ist langfristig angelegt.

Erneut wurde auf die beiden sehr guten Bücher von Dr. Werner Baur: Renaturierung fließender Gewässer und Renaturierung stehender Gewässer hingewiesen und angeregt, diese Bücher jedem Interessierten zur Verfügung zu stellen.

Als schwierig wird die Bepflanzung von Gewässerrandstreifen bezeichnet, weil sich wohl einige Landwirte dagegen zur Wehr setzen. Dr. Baur möchte diesbezüglich mitwirken und fragt bei den entsprechenden Behörden nach.

Basierend auf die vorangegangenen Ausführungen wurde die Idee, einen Leitfaden zur richtigen Vorgehensweise bei Renaturierungsmaßnahmen zu erstellen grundsätzlich sehr begrüßt. Die Erarbeitung dieses Leitfadens wird geplant.

Als Fisch des Jahres 2020 wurde die Nase ausgewählt und mit der Bekanntgabe der Verbandstermine 2020 endete laut Protokollführer Hermann Gleinser die Mitgliederversammlung um 14:08 Uhr, die wirklich souverän, getreu dem Veranstaltungsort Zug um Zug von Roland Sauter geführt wurde.

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
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