Die Murg ist Flusslandschaft der Jahre 2026/27

 

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Angelfischerverbandes e.V. (DAFV) und der NaturFreunde Deutschlands

Berlin/Rastatt, 14. Januar 2026 – Die Murg in Baden-Württemberg ist Flusslandschaft der Jahre 2026/27. Mit der gemeinsamen Auszeichnung würdigen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) Renaturierungserfolge, Fortschritte bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie die Entwicklung des sanften Tourismus im Murgtal. Die offizielle Proklamation findet am kommenden Weltwassertag (22. März 2026) im Naturfreundehaus An der Murg in Rastatt statt.

Alle zwei Jahre rufen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband eine gemeinsame Flusslandschaft der Jahre aus, um die Bevölkerung für die ökologische, wirtschaftliche und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse und der von ihnen durchflossenen Landschaften zu sensibilisieren. Im Kampagnenzeitraum werden vor Ort Maßnahmen für Schutz, Renaturierung und Durchgängigkeit unterstützt sowie naturnahe Wander- und Erholungsgebiete gefördert.

Einer der vielseitigsten und interessantesten Flusslebensräume in Deutschland

Die Murg ist ein rechter Nebenfluss des Rheins. Sie fließt vom Nordschwarzwald in die Oberrheinische Tiefebene und mündet nach 80,2 Kilometern nordwestlich von Rastatt in den Rhein. Dabei überwindet sie mehr als 800 Höhenmeter; ihr Einzugsgebiet umfasst 617 Quadratkilometer.

Der Charakter der Murg ändert sich im Flussverlauf mehrmals deutlich: Die beiden größten Quellbäche entspringen in den Wäldern des Nordschwarzwaldes und vereinigen sich danach in einem breiten Wiesental. Anschließend folgt der Fluss einer engen Waldschlucht, in der er an einen alpinen Wildfluss erinnert. Im mittleren und unteren Murgtal strömt die Murg wieder deutlich sanfter, wird vielerorts von Gewerbekanälen begleitet und führt zuletzt als begradigter Flusskanal bis zur künstlich verlegten Mündung in den Rhein.

Die jüngere Geschichte dieser Flusslandschaft wurde stark geprägt von der Industrialisierung, wobei die damit verbundenen Eingriffe in den Fluss bis heute spürbar sind. Noch vor 150 Jahren war die Murg das bedeutendste Lachsgewässer in Baden. Mit der Industrialisierung verkam der Fluss jedoch zu einer Ablaufrinne für Industrieabwässer, wurde gestaut und im Unterlauf zudem in ein starres Bett gezwängt. Als Folge nahm der einstige Fischreichtum stark ab und der Atlantische Lachs verschwand gänzlich.

Nach Renaturierungen kehrte der Lachs zurück

Seit den 1990er-Jahren – und verstärkt seit Beginn der 2000er-Jahre im Kontext der EU-Wasserrahmenrichtlinie – wurden an der Murg zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt: Zahlreiche Wehre und Kleinwasserkraftanlagen wurden für Wanderfische passierbarer gemacht, Gewässerstrukturen verbessert, Auenbereiche reaktiviert und Mindestwasserregelungen wasserrechtlich festgelegt. Parallel dazu wurde die Gewässerbelastung durch verbesserte Abwasserbehandlung und die Verminderung des Wärmeeintrags deutlich reduziert.

Besonders im Unterlauf wurde das Flussbett strukturreicher gestaltet und unter anderem Flussinseln angelegt, Deiche zurückgebaut und Überflutungsbereiche geschaffen. Und nicht zuletzt wurden im Rahmen von Wiederansiedelungsprogrammen mehrere hunderttausend Lachsbrütlinge ausgesetzt. Das Wanderfischprogramm wird im Land Baden-Württemberg vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg umgesetzt.

Aufgrund dieser Maßnahmen haben sich sowohl die Gewässerstruktur und die Wasserqualität als auch der Fischreichtum der Murg in den letzten 20 bis 30 Jahren deutlich verbessert. Zwar werden die Bestände von vor der Industrialisierung noch nicht wieder erreicht. Doch im Jahr 2024 konnten bereits wieder insgesamt 30 Fischarten in der Murg nachgewiesen werden. Und auch der Lachs – ein wichtiger Indikator für die Durchgängigkeit von Flüssen – kehrt wieder regelmäßig zurück in die Flusslandschaft der Jahre 2026/27.

„Mit der Murg haben wir eine Flusslandschaft ausgezeichnet, die beispielhaft zeigt, wie ökologischer, sozialer und kultureller Wert eines Gewässers Hand in Hand gehen. Die Murg steht nicht nur für beeindruckende Natur und artenreiche Lebensräume, sondern auch für das Engagement der Menschen vor Ort, die sich für ihren Schutz und ihre nachhaltige Nutzung einsetzen. Als Deutscher Angelfischerverband sehen wir es als unsere Verantwortung, diese Erfolgsgeschichten sichtbar zu machen und gemeinsam mit Partnern weiterhin für gesunde, durchgängige und lebendige Flüsse in Deutschland zu arbeiten“, sagt der Präsident des DAFV, Klaus-Dieter Mau.

„Im Zuge der Klimaanpassung gewinnen Renaturierungsmaßnahmen in Flusslandschaften zunehmend an Bedeutung, weil durch sie Extremwetterereignisse wie Starkregen und Dürren besser abgefedert werden können. Die Murg bietet hier hervorragende Beispiele“, so Joachim Nibbe, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands. „Die neue Flusslandschaft der Jahre 2026/27 zeigt, wie notwendig die Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur und der EU-Wasserrahmenrichtlinie für den Erhalt von Ökosystemen sind.“

Murgtal Huzenbach
Das Murgtal bei Huzenbach. Foto: Guido de Kleijn

Wander-, Rad- und Wildwassertouren kombinierbar mit der Regionalbahn

Das Murgtal mit seiner reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft ist auch ein attraktives Naherholungsgebiet, in dem viel für den sanften Tourismus getan wird. So führen drei sogenannte Natura Trails Wandernde durch das Schutzgebiet „Unteres Murgtal und Seitentäler“. Natura Trails sind Wandervorschläge der NaturFreunde, die auf attraktiven Faltblättern ökologische Zusammenhänge erklären und mit touristischen Informationen kombinieren. Sie sensibilisieren die Bevölkerung für die Naturschönheiten „vor der Haustür“.

Und es gibt viele weitere attraktive Wanderwege: Der Premiumwanderweg Murgleiter etwa erkundet auf 110 Kilometern Länge die Höhen beiderseits des Flusses. Dem Verlauf der Murg von der Quelle bis zur Mündung folgt der rund 100 Kilometer lange Murgtalwanderweg. Die Geschichte des Murgtals, der Murg und der Lachse in der Flusslandschaft der Jahre 2026/27 erzählt der Lachserlebnispfad zwischen Baiersbronn und Rastatt. Und auch die renaturierten Murgauen bei Rastatt laden zu erholsamen Spaziergängen ein.

Für Radtouren bietet sich der 67 Kilometer lange familienfreundliche Radwanderweg Tour de Murg an. Er beginnt in Freudenstadt und begleitet den Fluss dann ab Baiersbronn flussabwärts bis Rastatt. Viele Rad- und Wandertouren lassen sich hervorragend mit der Murgtalbahn kombinieren, die die Murg zwischen Rastatt und Baiersbronn begleitet.

Bei hohem Wasserstand, wie er nach ergiebigen Regenfällen oder der Schneeschmelze vorkommt, ist die Murg zudem mit dem Kajak befahrbar. Das Flussbett ist breit und wird von großen Felsen geprägt. Unter Kanusportlern gilt die Murg als einer der schönsten Wildwasserflüsse Deutschlands.

Zwölf Naturfreundehäuser laden zu Übernachtungen in der Flusslandschaft ein

Im zweijährigen Kampagnenzeitraum haben NaturFreunde und Angler an der Murg viel vor. Unter anderem wollen sie naturnahe Umweltbildung und gewässerökologische Seminare veranstalten, öffentlichkeitswirksame Naturschutz-Aktionen durchführen und viele öffentliche Wanderungen, Kanu- und Radtouren organisieren. Zudem werben die Kampagnenpartner auch intensiv verbandsintern, die neue Flusslandschaft der Jahre 2026/27 wandernd und angelnd zu entdecken sowie Gremiensitzungen und Vereinstreffen oder Freizeiten an der Murg zu organisieren.

Zwölf Naturfreundehäuser mit insgesamt 365 Übernachtungsplätzen laden zu Aufenthalten direkt in der Flusslandschaft der Jahre 2026/27 ein – als Basis für Exkursionen, Seminare und naturnahe Kurzurlaube.

Bisherige Flusslandschaften waren:

Stepenitz [Elbe] (24/25), Weiße Elster (20/23 – verlängert wegen Corona-Pandemie), Lippe (18/19), Trave (16/17), Argen (14/15), Helme (12/13), Emscher (10/11), Nette (08/09), Schwarza (06/07), Havel (04/05), Ilz (02/03), Gottleuba (00/01).

Pressemitteilung im Web: https://dafv.de/projekte/flusslandschaft-der-jahre/die-murg-ist-flusslandschaft-der-jahre-2026-27

 

Pressebilder und Logo Flusslandschaft zum Download: www.flusslandschaft.naturfreunde.de

 

Deutscher Angelfischerverband (DAFV)

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. setzt sich aus Landes- und Spezialverbänden zusammen und vereint rund 9.000 Vereine mit insgesamt über 500.000 organisierten Mitgliedern.  Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung. Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA).

Pressekontakt:

Olaf Lindner

(030) 97 10 43 79

o.lindner@dafv.de

www.dafv.de

 

NaturFreunde Deutschlands (NFD)

Die NaturFreunde Deutschlands (NFD) sind ein sozial-ökologischer und gesellschaftspolitisch aktiver Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur. Mehr als 65.000 Mitglieder in über 500 Ortsgruppen mit rund 350 Naturfreundehäusern engagieren sich ehrenamtlich für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft. 1895 in Wien gegründet, gehören heute etwa 350.000 Mitglieder zur internationalen NaturFreunde-Bewegung. Die NaturFreunde Internationale (NFI) zeichnet alle drei Jahre die „Landschaft des Jahres“ aus.

Pressekontakt:

Samuel Lehmberg

(030) 29 77 32 65

presse@naturfreunde.de

www.naturfreunde.de

 

Kampagnenpartner:

Fachbereich Umwelt der NaturFreunde Baden-Württemberg

NaturFreunde-Koordinatorin Flusslandschaft der Jahre 2026/27: Murg

Ulrike Dieterle

ulrike.dieterle@naturfreunde-baden.de

 

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. und seine vor Ort ansässigen Vereine an der Murg

Jürgen Waldvogel Vizepräsident (Nordbaden)

juergen.waldvogel@lfvbw.de

Michael Groß, Bezirksvorsitzender Nordbaden

michael.gross@lfvbw.de

https://lfvbw.de

 

NaturFreunde Rastatt

Heinz Zoller
info@naturfreunde-rastatt.de
www.naturfreunde-rastatt.de

 

Angelsportverein Rastatt 1923
Werner Dautner
vorstand@asv-rastatt.de
https://asv-rastatt.de

Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA)

Deutscher Angelfischerverband e.V. · Reinhardtstraße 14 · 10117 Berlin · Tel. +49 30 97104379
Vorsitzender: Klaus-Dieter Mau · Eingetragen im Vereinsregister Berlin VR 34047 B

 

Foto: Guido de Kleijn

Pressemitteilung: Alarm unter der Wasseroberfläche – Fischartenschutz braucht Strukturvielfalt und wirksames Kormoran-Management

16. Dezember 2025 – Die heimische Fischfauna in Baden-Württemberg steht vor enormen Herausforderungen: Die neueste Rote Liste bestätigt den dramatischen Druck auf viele Arten.

Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. (LFVBW) plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, der Strukturverbesserungen in den Gewässern mit einem gezielten Kormoran-Management kombiniert, um den Kollaps empfindlicher Bestände zu verhindern.

Wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit dieser Maßnahmen für einen effektiven Naturschutz.Im Folgenden die vollständige Pressemitteilung:

Foto: Shutterstock

 

Fachforum des Landesfischereiverbandes: Der Wels im Fokus der Fischerei

Friedrichshafen, 25. Oktober – „Der Wels. Im Fokus der Fischerei“ hieß es am Samstag, 25 Oktober im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Dabei ging es auch um den fortschreitenden Klimawandel und der sich wandelnden Aufgaben der Fischerei.

Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg hatte gemeinsam mit der Fischereiforschungsstelle Langenargen (FFS) zum inzwischen neunten Fachforum Angelfischerei eingeladen. Mehr als hundert Teilnehmende kamen aus den Angelvereinen Baden-Württembergs und Bayern.

Die Veranstaltung wurde von Gerd Schwarz, Schatzmeister des Landesfischereiverbandes, und Prof. Dr. Alexander Brinker, Leiter der FFS-Langenargen, eröffnet. Sie betonten die Bedeutung der Fischerei für den Landschafts- und Naturschutz. Das Grußwort der Stadt Friedrichshafen überbrachte Hans-Jörg Schraitle, Amtsleiter Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung und selbst in der Freizeit ein passionierter Fischer. Schraite lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem örtlichen Fischereiverein.

Dr. Jasmicna Behrmann-Godel vom Ministerium skizzierte die Herausforderungen durch den Klimawandel, etwa durch vermehrtes Hoch- und Niedrigwasser. Der sich stark ausbreitende und durch wärmere Temperaturen begünstigte Wels stelle dabei eine zunehmende Herausforderung dar. Außerdem ging sie kurz auf die Digitalisierung des Fischereischeins und das Kormoranmanagement ein.

Die Wels-Dynamik und Management-Ansätze

In den Vorträgen ging es beim Fachforum dann um verschiedene Aspekte rund um den Wels: Prof. Dr. Thomas Klefoth (Hochschule Bremen) thematisierte ein nachhaltiges Fischereimanagement, wobei der Besatz auch als „sozialer Druck“ betrachtet wurde, der eine vernünftige und ökologische Gewässerbewirtschaftung mit sich bringt.

Mit Nahrungswahl, Wachstum und Bestandsentwicklung heimischer Welse beschäftigte sich Dipl. Ing. agr. Stephan Hüsgen (Regierungspräsidium Karlsruhe). Er stellte fest, dass die Größe des Gewässers und die Temperatur entscheidend für das Wachstum ist. Die Beutefische der Welse seien selbst bei großen Tieren selten größer als neun Zentimeter, zudem stünden Krebse, vorwiegend Kamberkrebse, aber auch Sonnenbarsche, auf dem Speiseplan. Beide Arten gelten als invasive Arten. Der Kamberkrebs ist zudem Überträger der Krebspest, die für heimische Krebse tödlich endet. Hüsgen wies darauf hin, dass die Hegeverpflichtung die Entnahme großer Fische vorsehe und Catch & Release, also das Fangen fürs Foto und wieder Einsetzen von Fischen in Baden-Württemberg verboten sei.

Dr. Albert Ros (FFS-Langenargen) präsentierte in seinem Vortrag Ergebnisse zur Habitatwahl und dem Schwimmverhalten von Welsen, die zeigten, dass die Fische kurzzeitig auch tiefere Gewässerbereiche zur Jagd nutzen. Dr. Samuel Roch (FFS-Langenargen) beleuchtete die Ausbreitung und genetische Vielfalt des Welses in Baden-Württemberg, deren Verbreitungsgebiet sich bioklimatisch bedingt verdoppelt hat, insbesondere in Zuflüssen wie Neckar, Jagst und den Bodenseezuflüssen.

Herausforderungen für die Angelfischerei

Zum Abschluss widmete sich Dr. Frank Hartmann (Regierungspräsidium Karlsruhe) dem angelfischereilichen Management. Angesichts von 5.000 bis 6.000 Neuanglern jährlich bei gleichbleibender Befischungsfläche sei der Konkurrenzkampf und die Erwartungshaltung der Fischer enorm. Er betonte die Notwendigkeit, Ausbildungsinhalte anzupassen und Gewässerwarte in ihren Bemühungen eine nachhaltige und ökologischen Gewässerbewirtschaftung im Sinne des Natur- und Artenschutzes stärker zu unterstützen. Sein Fazit: „Einfache Lösungen gibt es nicht. Wir teilen den Ertrag auch mit anderen.“

Zuletzt präsentierte Barnaby Robert (FFS-Langenargen) erste Daten zur Tiefen- und Nahrungswahl von Felchen in Zeiten des Klimawandels, die mittels akustischer Telemetrie gewonnen wurden. Diese Daten sind wichtige Grundlagen zur Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Felchenbestand im Bodensee.

Die Vorträge zeigten, dass die Fischerei vor komplexen Aufgaben steht, bei denen der Wels als Profiteur des Klimawandels eine Schlüsselrolle spielt, was ein angepasstes, wissenschaftlich fundiertes Management erforderlich macht.

Von Simon Wachter

Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW-Bezirk Südbaden

 

 

Bericht zum Landesfischereitag Bad Herrenalb am 24. Mai 2025

Der Landesfischereitag in Bad Herrenalb am 24.05.2025

konnte mit leichter Verzögerung beginnen. Es begrüßte Thomas Wahl als Präsident des LFVBW die Ehrengäste und die zahlreich erschienenen Teilnehmer zum diesjährigen Landesfischereitag in Bad Herrenalb und dankte Herrn Minister Hauk von der CDU für seine Anwesenheit, der es sich trotz vehementem Termindruck nicht nehmen ließ, dabei zu sein. Stellvertretend für den verhinderten Bürgermeister von Bad Herrenalb ging Thomas Wahl mit ein paar Informationen auf den diesjährigen Veranstaltungsort ein, bevor er das Grußwort an Minister Hauk weitergab.

Grußwort Herr Hauk (CDU)

Erfreut über die Möglichkeit seiner Anwesenheit berichtete Herr Minister Hauk über den Zusammenhang zwischen den Naturverbundenen und dem nachhaltigen Nutzungsaspekt. Auch erwähnte er nochmals den Erfolg der Herabsetzung des Alters für den Jugendfischereischeins und die damit verbundenen politischen Auseinandersetzungen – es wäre nicht einfach gewesen! Ebenfalls lobte er das Engagement des LFVBW für die Lachszucht im Wolfachtal und die Bemühungen der Wiederansiedelung des Maifisches. Der Schulterschluss zwischen Politik und den Fischern wird bereits mit zahlreichen gemeinsamen Projekten praktiziert und auch finanziell unterstützt.

Die Pflege und Hege der Gewässer könne die Landesregierung ohne die ehrenamtlich tätigen Angler gar nicht leisten und er möchte hierfür seinen Dank aussprechen. Mit den Wünschen eines erfolgreichen Landesfischereitages verabschiedete er sich und eilte kurze Zeit später zum nächsten Termin.

Grußwort Herr Dietz (Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V.)

Nachfolgend begrüßte Herr Dietz vom Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. die Anwesenden und berichtete von einem bunten Strauß an Themen, beginnend mit dem Tag der Artenvielfalt mit rund 200 Veranstaltungen, die Dringlichkeit der Jugendeinbindung, Berichte – einfach und verständlich erklärt, aber auch Probleme mit Krankheiten wie z.B. die „Einwanderung“ der Schweinepest. Es müsse jeder möglichst alles dazu beitragen um Übertragungen zu verhindern. Weiterführend erwähnte er den Waldumbau, dieser solle jagdlich begleitet und mit Äsungsflächen und Ruhezonen für das Wild auch auf kommunalen Flächen bereichert werden. Als Utopie bezeichnete er die Einstellung, man bräuchte keine Schutzmaßnahmen. Zum Beispiel dient Monitoring auch zur Versachlichung und Entspannung in Diskussionen. Als gutes Bespiel bezeichnete er das Luchsmonitoring, so konnte mithilfe dieses Monitorings festgestellt werden, was ein Luchs an Nahrung jährlich aufnimmt und in welcher Fläche er diese erbeutet. Mit diesen Daten konnten etliche Vorurteile und Falschbehauptungen entkräftet werden. Wünschenswert wäre in diesen Belangen auch eine bessere Zusammenarbeit mit den Ministerien.

Er reicherte sein Grußwort mit einer Anekdote an, er habe den Traum eines geregelten Kormoranvorkommens, damit auch andere Lebewesen im Wasser eine Chance bekommen und informierte abschließend über seine Abdankung als Bezirksjägermeister des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg aus privaten Gründen. Mit der Danksagung an den LFVBW für die immer gute Zusammenarbeit und den Wünschen, wir mögen weiterhin viel Erfolg haben, beendete er sein Grußwort.

Grußwort Dr. Hartmann (Fischereireferent beim Regierungspräsidium Karlsruhe)

Als Beauftragter der Fischereibehörde des RP Karlsruhe eröffnete er, dass allen Naturschutzverbänden wie auch dem LFVBW alles daran liegen muss, die Tiere zu schützen, mit denen sie sich beschäftigen. Er ging auf die natürliche Ertragsfähigkeit ein und das Angebot, hier helfen zu können um einen gesunden Kompromiss zu finden. Eine ganz wichtige Säule in der Angelfischerei sei natürlich die Ausbildung, die sich zunehmend verändert und erweitert, um auch zukunftssicher zu sein. Ein Umdenken mit eventuell entstehendem Generationenkonflikt mag zwar begleitend sein, doch die großen Herausforderungen der Zukunft könnten wir nur gemeinsam lösen.

Videogruß Herr Hagel (CDU)

Er bedankte sich, zumindest per Videogruß am Landesfischereitag teilnehmen zu dürfen und lobte das Engagement und die Heimatliebe der Fischereivereine. Ebenfalls dankend für die vielen ehrenamtlichen Einsätze betonte er die Wichtigkeit dieser Bemühungen für die Fischbestände und der Jugendarbeit. Mit dem Erwähnen von Herausforderungen ging er auch auf das Befahren von Forstwirtschaftlichen Wegen ein und erklärte die Komplexität dieser Praxis, betonte jedoch, dass dies zur Hege- und Pflegemaßnahme gehöre und genehmigt werden müsse. Daran anknüpfend erweiterte er die Aufgabenstellung mit Aufnahme des Bibers ins Jagdrecht, der Wasserknappheit mit den verbundenen Problemen und bezeichnete die Angler als das Frühwarnsystem der Gewässer und dass eben diese Angler viel mehr leisten als nur ihrem Hobby nachzugehen, sie sind Dienstleister der Natur!

Vortrag: Vorstellung Gewässerbündnis BUND, NABU und LFVBW durch Frau Dr. Pascher

Nach diesen wohlwollenden Worten startete nun der Vortrag: Vorstellung Gewässerbündnis durch Frau Dr. Pascher. Sie begann mit der ausführlichen Erklärung, wieso Gewässerschutz für uns Menschen so wichtig ist und wie dieser Schutz sich auf welche Gewässer auswirken soll. Welche mechanischen Einschnitte z.B. durch Wasserkraftwerke gibt es und wie sind die Auswirkungen. Der zeitliche Ablauf dieser Erhebungen ist in mehreren Jahren aufgeteilt um z.B. Planungsverfahren und baurechtliche Genehmigungen mit einzubeziehen. Kommunale und übergeordnete Behörden wurden in ihrer Zuständigkeit genannt. Nur 6% der Gewässer in BW seien in ökologisch gutem Zustand. Die Landesverbände BUND, Nabu und LFVBW haben sich zusammengeschlossen, um schnellstmöglich eine Änderung zu bewirken. Ein großes Ziel ist es, ein landesweites Netzwerk aufzubauen, um auf alle Daten zurückgreifen zu können. Die Projektträger dieses Gewässerbündnisses wurden vorgestellt und die Ziele wie z. B. der Austausch von Erfahrungen oder Vermittlung von Experten, Fachexkursionen – auch vor Ort, definiert.

Hinweise zu Veranstaltungen sowie auf die Webseite: www.gewaesserbuendnis-bw.de und der Ausblick auf die zukünftige Vorgehensweise ergänzten den sehr informativen Vortrag. Die anschließende Fragerunde der Teilnehmer bezüglich allgemeiner und aktueller Probleme, WRRL und deren Überwachung oder auch Fördertöpfe wurde intensiv genutzt.

Damit endete der informative Teil des Landesfischereitages 2025 und nach der Mittagspause begann die Jahreshauptversammlung. Der Bericht hierzu wird nach Erstellung des Protokolls nachgereicht.

© Bilder: Schiwon, Text: Groth

 

Fisch des Jahres 2026: Jetzt mitmachen und abstimmen!

Liebe Fischfreundinnen und Fischfreunde,

die Wahl zum Fisch des Jahres 2026 ist eröffnet! Wir laden Sie herzlich ein, aus den diesjährigen Kandidaten Ihren Favoriten zu wählen und damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Meere und Flüsse zu leisten.

Der Fisch des Jahres ist eine Initiative, die auf die Bedeutung der Artenvielfalt in unseren Gewässern aufmerksam machen will. Die Partner – das Bundesamt für Naturschutz, die Gesellschaft für Ichthyologie e.V. und der Deutsche Angelfischerverband e.V. – haben jeweils eine Fischart zur Wahl vorgeschlagen.  Mit Ihrer Stimme können Sie dazu beitragen, den Schutz der Fische und ihrer Lebensräume zu stärken.

Jetzt mitmachen und mit nur zwei Klicks abstimmen!

Die Abstimmung läuft bis zum 01.09.2025. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird im November 2025 bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und danken Ihnen für Ihr Engagement zum Schutz unserer faszinierenden Fischarten!

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV)

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. besteht aus 24 Landes- und Spezialverbänden mit ca. 9.000 Vereinen, in denen mehr als 500.000 Mitglieder organisiert sind. Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung.

Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA)

Web:                               https://dafv.de

Instagram:                     @angelfischerverband_dafv

Pressekontakt:          Olaf Lindner  Tel: 030 97104379 • E-Mail: o.lindner@dafv.de

Text: © DEUTSCHER ANGELFISCHERVERBAND e.V. 2025

LFVBW auf der Aqua-Fisch 2025

Vom 7. bis 9. März 2025 war der Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. (LFVBW) erneut auf der Aqua-Fisch in Friedrichshafen vertreten – der größten Fischmesse Süddeutschlands. Die internationale Ausstellung für Angelsport, Fliegenfischen und Aquaristik lockte auch in diesem Jahr zahlreiche Besucherinnen und Besucher an den Bodensee und bot eine ideale Plattform, um unsere Arbeit und unsere Anliegen einem breiten Publikum zu präsentieren.

Erfolgreiche Messe mit starker Resonanz

Laut der Pressemitteilung der Messeleitung vom 9. März 2025 zog die Aqua-Fisch in diesem Jahr rund 16.600 Fischbegeisterte an (zum Vergleich: 2023 waren es 18.200). Trotz eines leichten Rückgangs der Besucherzahlen zeigte sich das Publikum erneut kaufkräftig und interessiert. Rund 120 Aussteller präsentierten in den Hallen A7 und B5 sowie im Foyer Ost ein vielfältiges Angebot – von modernster Angelausrüstung über nachhaltige Köder bis hin zu Aquarien und Terrarien. Für den LFVBW war die Messe ein voller Erfolg: Unser Stand in der Halle A7 zog viele Interessierte an, die sich über heimische Fischarten, nachhaltigen Angelsport und den Schutz unserer Gewässer informierten.

Unser Beitrag: Bildung und Mitmachaktionen

Besonders die jungen Gäste kamen beim Fischmobil auf ihre Kosten: Hier konnten sie selbst aktiv werden und spielerisch Neues über regionale Fischarten lernen. Unsere Experten standen zudem für Fachgespräche zur Verfügung und informierten über aktuelle Herausforderungen wie den Rückgang von Laichgründen und die Auswirkungen des naturfernen Gewässerausbaus.

Im Casting-Bereich boten wir erneut die Möglichkeit, Präzisionswürfe zu üben – eine Aktion, die bei Anfängern und Fortgeschrittenen gleichermaßen beliebt war. Diese praktischen Angebote unterstrichen unser Ziel, den Angelsport als nachhaltiges Hobby zu fördern, das Naturerlebnis und Verantwortung miteinander verbindet.

Trends und Innovationen im Fokus

Die Aqua-Fisch 2025 zeigte eindrucksvoll, wie sich der Angelsport weiterentwickelt: Neben klassischer Ausrüstung standen innovative, umweltfreundliche Lösungen wie biologisch abbaubare Köder im Mittelpunkt. Auch der Einsatz von Social-Media-Influencern, die über ihre Erfahrungen berichteten, brachte frischen Wind in die Veranstaltung. Für uns als Verband war es ermutigend zu sehen, wie stark das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Branche wächst – ein Anliegen, das wir seit Jahren unterstützen.

Fazit und Ausblick

Die Aqua-Fisch bleibt für den LFVBW eine zentrale Plattform, um mit der Angel- und Aquaristik-Community in den Dialog zu treten. Die diesjährige Messe bot nicht nur die Gelegenheit, unsere Mitglieder und Interessierte zu informieren, sondern auch, neue Kontakte zu knüpfen und unser Netzwerk zu erweitern. Wir freuen uns bereits auf die nächste Ausgabe im Jahr 2026 und danken allen, die unseren Stand besucht und sich für den Schutz unserer Gewässer und Fischbestände eingesetzt haben.

Ihr Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V.

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
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