EU Wassergesetze verteidigen – EAA bittet um Unterzeichnung von Petition

DAFV, 23.02.2026 – Flüsse, Seen und Feuchtgebiete Europas stehen zunehmend unter Druck. Auf EU‑Ebene wird derzeit diskutiert, ob wichtige Umweltvorschriften erneut geöffnet und überarbeitet werden könnten – darunter auch die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), der Eckpfeiler der europäischen Wasserschutzpolitik.

Für Angler ist dies keine abstrakte politische Debatte: Saubere Gewässer und gesunde Fischbestände sind die Grundlage intakter Ökosysteme.

Die European Anglers Alliance (EAA)

Der DAFV ist seit Gründung der EAA 1994 ein aktives Mitglied der Allianz. Die EAA unterhält in Brüssel ein Büro mit hauptamtlichen Mitarbeitern und nutzt die Leistungen einer Lobbyagentur, um im Sinne der Angler Europas, Einfluss auf Regelungen und Verordnungen zu nehmen. Die EAA vertritt die Interessen von geschätzten 25 Millionen Anglern in ganz Europa.

Warum ist der Schutz der Wasserrahmenrichtlinie für uns Angler wichtig?

Die European Anglers Alliance (EAA) begleitet die Umsetzung der WRRL seit vielen Jahren. Seit ihrer Verabschiedung im Jahr 2000 verfolgt die Richtlinie u. a. folgende Ziele:

  • Verringerung der Umweltverschmutzung
  • Wiederherstellung der Flusskontinuität
  • Verbesserung des ökologischen Zustands europäischer Gewässer

Die WRRL umfasst Flüsse, Seen, Grundwasser, Flussmündungen und andere aquatische Ökosysteme – also genau jene Lebensräume, auf die unsere heimischen Fischarten angewiesen sind.

Trotz Fortschritten erreichen viele Gewässer in der EU jedoch immer noch keinen guten ökologischen Zustand (GÖZ). Klimawandel, Lebensraumfragmentierung, Wasserentnahme und Schadstoffeinträge beeinträchtigen weiterhin unsere Süßwasserökosysteme, Fischbestände und die aquatische Biodiversität.

Was wir jetzt brauchen, ist eine konsequente Umsetzung und Durchsetzung der bestehenden Vorschriften – nicht eine Öffnung oder Überarbeitung der WRRL, wie sie die Europäische Kommission im Rahmen ihres angekündigten Überprüfungsprozesses für das zweite Quartal 2026 erwägt.

Für uns Anglerinnen und Angler ist der Zusammenhang klar:

  • Sauberes Wasser bedeutet gesunde Fische.
  • Wiederhergestellte Flussverbindungen ermöglichen erfolgreiche Fischwanderungen.
  • Starke Umweltstandards sichern nachhaltige Angelmöglichkeiten – heute und in Zukunft.

Angler gehören oft zu den ersten, die Veränderungen der Wasserqualität, des Fischverhaltens oder eine Verschlechterung des Lebensraums bemerken.

Warum die Petition unterschreiben?

Eine EU‑weite Petition europäischer zivilgesellschaftlicher Organisationen fordert die Entscheidungsträger der EU dazu auf, die europäischen Umweltgesetze – einschließlich der WRRL – zu bewahren und vollständig umzusetzen, anstatt sie zu öffnen und abzuschwächen. Dies steht im Gegensatz zu Überlegungen der EU‑Kommission im Rahmen ihres Aktionsplans ResourceEU.

Süßwasser ist eine unverzichtbare Ressource – für Europas Wohlstand, für Unternehmen, für die Natur und für die Menschen, die sie nutzen.

Mit Ihrer Unterschrift senden Angler eine klare Botschaft:

Europa muss strenge Wasserschutzvorschriften einhalten – und sicherstellen, dass sie umgesetzt werden!

Die European Anglers Alliance unterstützt diese Initiative ausdrücklich, denn der Schutz aquatischer Ökosysteme ist für uns Angler in Europa von zentraler Bedeutung.

Stehen Sie für Wasser, Natur, unsere Süßwasserökosysteme und heimische Fischarten ein!

Unterschreiben Sie die Petition jetzt!
Zur Petition

Beitrag und Bilder: DAFV

Kormoranbestände gefährden Fischbestände – DAFV fordert bundesweites und europäisch abgestimmtes Kormoranmanagement

Kormorane

Pressemitteilung

Berlin, 19.01.2026 – Der Deutsche Angelfischerverband e. V. (DAFV) warnt eindringlich vor den Folgen der hohen Kormoranbestände für die heimischen Fischpopulationen und bedrohte Fischarten. Die derzeit hohe Kormoranpopulation in Deutschland entspricht laut einer historischen Meta-Studie[1] keiner natürlichen Bestandsrückkehr auf Grundlage von Schutzmaßnahmen. Im Gegensatz zu den meisten heimischen Fischarten profitiert der Kormoran erheblich von der Klimaerwärmung, da die Gewässer in Deutschland heute im Winter kaum noch flächendeckend zufrieren. Der Fischartenschutz dürfe im Naturschutz nicht länger eine untergeordnete Rolle spielen. Angesichts belastbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse über den negativen Einfluss hoher Kormoranbestände auf heimische Fische fordert der DAFV ein wirksames, bundesweit koordiniertes und europäisch abgestimmtes Kormoranmanagement.

Anglerinnen und Angler wollen den Kormoran nicht ausrotten. Er ist Teil unserer aquatischen Lebensgemeinschaften“, betont DAFV-Präsident Klaus-Dieter Mau. „Doch wenn eine ehemals gefährdete Art sich infolge klimatischer Veränderungen und menschlicher Eingriffe so stark vermehrt, dass sie andere Arten und ganze Ökosysteme nachhaltig schädigt, dann ist verantwortungsvolles Management erforderlich.“

Das Ausmaß der Schäden durch Kormorane bleibt in der Regel weitgehend unsichtbar, da die Gewässer in Deutschland in den Wintermonaten nur noch selten zufrieren. Die Vögel können dadurch ungestört in tieferen Bereichen, Nebengewässern und klassischen Wintereinständen der Fische jagen, ohne dass dies öffentlich wahrgenommen wird. In diesem Winter jedoch wurden die Folgen erstmals wieder für eine breite Öffentlichkeit deutlich sichtbar, da sich große Kormorankonzentrationen an gut einsehbaren Abschnitten z.B. an der Havel, der Alten Fahrt sowie an mehreren Potsdamer Seen einstellten. Diese öffentliche Wahrnehmung darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nicht um ein neues oder einmaliges Ereignis handelt, sondern um ein seit Jahren bestehendes, strukturelles Problem mit erheblichen negativen Auswirkungen auf die Fischbestände.

Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen Handlungsbedarf

Der Kormoran zählt zu den am besten untersuchten Vogelarten der Welt. Bereits seit den 1990er-Jahren wird über seinen Einfluss auf Fischbestände diskutiert. Während lange Zeit Zweifel an negativen Auswirkungen geäußert wurden, gilt der Zusammenhang zwischen hohem Fraßdruck durch Kormorane und dem Rückgang sensibler Fischarten inzwischen als wissenschaftlich belegt.

Dies wurde auch im Rahmen der öffentlichen Anhörung des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages am 26. Juni 2024 zum Antrag „Kormoranmanagement – Schutz von Artenvielfalt und Fischereibeständen“ (BT-Drs. 20/10619) deutlich. Die geladenen Sachverständigen ließen keinen Zweifel daran, dass die derzeitigen Kormoranbestände in Mitteleuropa Fischbestände nachhaltig schädigen und die Artenvielfalt regional gefährden. Die zentrale Frage lautete nicht mehr ob, sondern wie Fischbestände künftig wirksam geschützt werden können.

Fischartenschutz gleichwertig berücksichtigen

Der DAFV kritisiert, dass Eingriffe zugunsten des Vogelschutzes im Naturschutz vielfach als selbstverständlich gelten, während vergleichbare Maßnahmen zum Schutz von Fischen häufig abgelehnt oder verzögert werden. „Fischarten dürfen nicht auf die Rolle reiner Nahrungslieferanten reduziert werden“, so Mau. „Ein moderner Naturschutz muss alle Artengruppen gleichwertig berücksichtigen.“

Besonders problematisch ist dabei die räumliche Trennung von Brutgebieten und Schadensräumen. In eigens dafür geschützten Gebieten wachsen Kormoranpopulationen vor allem in Norddeutschland stark an, während sie später in ihrem Leben in anderen Teilen Deutschlands und Europas – etwa an Voralpenflüssen – auf ihrem Winterzug enorme Schäden an Fischbeständen verursachen. Darunter leiden ehrenamtliche Wiederansiedlungsprojekte bedrohter Fischarten und darüber hinaus entstehen erhebliche fischereiwirtschaftliche Schäden.

Übergang vom Schutz zum Management als Erfolg des Naturschutzes

Bereits in den 1990er Jahren wurde dem Kormoran ein günstiger Erhaltungszustand attestiert. Infolgedessen wurde sein Schutzstatus im Jahr 1997 innerhalb der EU-Vogelschutzrichtlinie herabgestuft. Dennoch fehlt bis heute ein wirksamer europäischer Managementrahmen. Aus Sicht des DAFV ist der notwendige Übergang vom strikten Schutz hin zu einem aktiven Bestandsmanagement kein Rückschritt, sondern Ausdruck erfolgreicher Naturschutzarbeit.

Vergleichbar mit dem Umgang mit dem Wolf müsse auch beim Kormoran reagiert werden, wenn Populationen eine Größenordnung erreichen, die andere Arten gefährdet. „Gezielte Regulierung ist kein Gegensatz zum Naturschutz, sondern Voraussetzung für den Erhalt der biologischen Vielfalt“, so Mau.

Europäische Lösung dringend erforderlich

Da der Kormoran europaweit verbreitet und hochmobil ist, fordert der DAFV einen abgestimmten europäischen Managementplan. Ein solcher wird derzeit von der Europäischen Binnenfischereikommission (EIFAAC) im Auftrag der Europäischen Union erarbeitet. Der DAFV nimmt dazu an der internationalen Kormoran-Konferenz 2026 vom 03 – 06 Februar 2026 in Prag teil, bei der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Umgang mit dem Kormoran beraten. Der Verband appelliert an die Bundesregierung, diesen Prozess aktiv zu unterstützen und nationale Handlungsspielräume konsequent zu nutzen.

Kormorane kennen keine Ländergrenzen“, fasst Mau zusammen. „Wer hohe Bestände gezielt fördert, muss auch Verantwortung für die ökologischen Folgen entlang des gesamten Lebenszyklus dieser Art übernehmen. Fischartenschutz darf kein Artenschutz zweiter Klasse sein.

Deutscher Angelfischerverband (DAFV)

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. setzt sich aus Landes- und Spezialverbänden zusammen und vereint rund 9.000 Vereine mit insgesamt über 500.000 organisierten Mitgliedern.  Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung. Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA).

 Pressekontakt:

Olaf Lindner

(030) 97 10 43 79

o.lindner@dafv.de

www.dafv.de

[1] Beike, M., C. Herrmann, R. Kinzelbach & J. de Rijk 2013: The Great Cormorant Phalacrocorax carbo sinensis in the German-speaking area and in The Netherlands between 800 and 1800. Vogelwelt 134: 233–261.

Foto: Marcel Weichenhahn

Die Murg ist Flusslandschaft der Jahre 2026/27

 

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Angelfischerverbandes e.V. (DAFV) und der NaturFreunde Deutschlands

Berlin/Rastatt, 14. Januar 2026 – Die Murg in Baden-Württemberg ist Flusslandschaft der Jahre 2026/27. Mit der gemeinsamen Auszeichnung würdigen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) Renaturierungserfolge, Fortschritte bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie die Entwicklung des sanften Tourismus im Murgtal. Die offizielle Proklamation findet am kommenden Weltwassertag (22. März 2026) im Naturfreundehaus An der Murg in Rastatt statt.

Alle zwei Jahre rufen die NaturFreunde Deutschlands und der Deutsche Angelfischerverband eine gemeinsame Flusslandschaft der Jahre aus, um die Bevölkerung für die ökologische, wirtschaftliche und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse und der von ihnen durchflossenen Landschaften zu sensibilisieren. Im Kampagnenzeitraum werden vor Ort Maßnahmen für Schutz, Renaturierung und Durchgängigkeit unterstützt sowie naturnahe Wander- und Erholungsgebiete gefördert.

Einer der vielseitigsten und interessantesten Flusslebensräume in Deutschland

Die Murg ist ein rechter Nebenfluss des Rheins. Sie fließt vom Nordschwarzwald in die Oberrheinische Tiefebene und mündet nach 80,2 Kilometern nordwestlich von Rastatt in den Rhein. Dabei überwindet sie mehr als 800 Höhenmeter; ihr Einzugsgebiet umfasst 617 Quadratkilometer.

Der Charakter der Murg ändert sich im Flussverlauf mehrmals deutlich: Die beiden größten Quellbäche entspringen in den Wäldern des Nordschwarzwaldes und vereinigen sich danach in einem breiten Wiesental. Anschließend folgt der Fluss einer engen Waldschlucht, in der er an einen alpinen Wildfluss erinnert. Im mittleren und unteren Murgtal strömt die Murg wieder deutlich sanfter, wird vielerorts von Gewerbekanälen begleitet und führt zuletzt als begradigter Flusskanal bis zur künstlich verlegten Mündung in den Rhein.

Die jüngere Geschichte dieser Flusslandschaft wurde stark geprägt von der Industrialisierung, wobei die damit verbundenen Eingriffe in den Fluss bis heute spürbar sind. Noch vor 150 Jahren war die Murg das bedeutendste Lachsgewässer in Baden. Mit der Industrialisierung verkam der Fluss jedoch zu einer Ablaufrinne für Industrieabwässer, wurde gestaut und im Unterlauf zudem in ein starres Bett gezwängt. Als Folge nahm der einstige Fischreichtum stark ab und der Atlantische Lachs verschwand gänzlich.

Nach Renaturierungen kehrte der Lachs zurück

Seit den 1990er-Jahren – und verstärkt seit Beginn der 2000er-Jahre im Kontext der EU-Wasserrahmenrichtlinie – wurden an der Murg zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt: Zahlreiche Wehre und Kleinwasserkraftanlagen wurden für Wanderfische passierbarer gemacht, Gewässerstrukturen verbessert, Auenbereiche reaktiviert und Mindestwasserregelungen wasserrechtlich festgelegt. Parallel dazu wurde die Gewässerbelastung durch verbesserte Abwasserbehandlung und die Verminderung des Wärmeeintrags deutlich reduziert.

Besonders im Unterlauf wurde das Flussbett strukturreicher gestaltet und unter anderem Flussinseln angelegt, Deiche zurückgebaut und Überflutungsbereiche geschaffen. Und nicht zuletzt wurden im Rahmen von Wiederansiedelungsprogrammen mehrere hunderttausend Lachsbrütlinge ausgesetzt. Das Wanderfischprogramm wird im Land Baden-Württemberg vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg umgesetzt.

Aufgrund dieser Maßnahmen haben sich sowohl die Gewässerstruktur und die Wasserqualität als auch der Fischreichtum der Murg in den letzten 20 bis 30 Jahren deutlich verbessert. Zwar werden die Bestände von vor der Industrialisierung noch nicht wieder erreicht. Doch im Jahr 2024 konnten bereits wieder insgesamt 30 Fischarten in der Murg nachgewiesen werden. Und auch der Lachs – ein wichtiger Indikator für die Durchgängigkeit von Flüssen – kehrt wieder regelmäßig zurück in die Flusslandschaft der Jahre 2026/27.

„Mit der Murg haben wir eine Flusslandschaft ausgezeichnet, die beispielhaft zeigt, wie ökologischer, sozialer und kultureller Wert eines Gewässers Hand in Hand gehen. Die Murg steht nicht nur für beeindruckende Natur und artenreiche Lebensräume, sondern auch für das Engagement der Menschen vor Ort, die sich für ihren Schutz und ihre nachhaltige Nutzung einsetzen. Als Deutscher Angelfischerverband sehen wir es als unsere Verantwortung, diese Erfolgsgeschichten sichtbar zu machen und gemeinsam mit Partnern weiterhin für gesunde, durchgängige und lebendige Flüsse in Deutschland zu arbeiten“, sagt der Präsident des DAFV, Klaus-Dieter Mau.

„Im Zuge der Klimaanpassung gewinnen Renaturierungsmaßnahmen in Flusslandschaften zunehmend an Bedeutung, weil durch sie Extremwetterereignisse wie Starkregen und Dürren besser abgefedert werden können. Die Murg bietet hier hervorragende Beispiele“, so Joachim Nibbe, Mitglied des Bundesvorstands der NaturFreunde Deutschlands. „Die neue Flusslandschaft der Jahre 2026/27 zeigt, wie notwendig die Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur und der EU-Wasserrahmenrichtlinie für den Erhalt von Ökosystemen sind.“

Murgtal Huzenbach
Das Murgtal bei Huzenbach. Foto: Guido de Kleijn

Wander-, Rad- und Wildwassertouren kombinierbar mit der Regionalbahn

Das Murgtal mit seiner reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft ist auch ein attraktives Naherholungsgebiet, in dem viel für den sanften Tourismus getan wird. So führen drei sogenannte Natura Trails Wandernde durch das Schutzgebiet „Unteres Murgtal und Seitentäler“. Natura Trails sind Wandervorschläge der NaturFreunde, die auf attraktiven Faltblättern ökologische Zusammenhänge erklären und mit touristischen Informationen kombinieren. Sie sensibilisieren die Bevölkerung für die Naturschönheiten „vor der Haustür“.

Und es gibt viele weitere attraktive Wanderwege: Der Premiumwanderweg Murgleiter etwa erkundet auf 110 Kilometern Länge die Höhen beiderseits des Flusses. Dem Verlauf der Murg von der Quelle bis zur Mündung folgt der rund 100 Kilometer lange Murgtalwanderweg. Die Geschichte des Murgtals, der Murg und der Lachse in der Flusslandschaft der Jahre 2026/27 erzählt der Lachserlebnispfad zwischen Baiersbronn und Rastatt. Und auch die renaturierten Murgauen bei Rastatt laden zu erholsamen Spaziergängen ein.

Für Radtouren bietet sich der 67 Kilometer lange familienfreundliche Radwanderweg Tour de Murg an. Er beginnt in Freudenstadt und begleitet den Fluss dann ab Baiersbronn flussabwärts bis Rastatt. Viele Rad- und Wandertouren lassen sich hervorragend mit der Murgtalbahn kombinieren, die die Murg zwischen Rastatt und Baiersbronn begleitet.

Bei hohem Wasserstand, wie er nach ergiebigen Regenfällen oder der Schneeschmelze vorkommt, ist die Murg zudem mit dem Kajak befahrbar. Das Flussbett ist breit und wird von großen Felsen geprägt. Unter Kanusportlern gilt die Murg als einer der schönsten Wildwasserflüsse Deutschlands.

Zwölf Naturfreundehäuser laden zu Übernachtungen in der Flusslandschaft ein

Im zweijährigen Kampagnenzeitraum haben NaturFreunde und Angler an der Murg viel vor. Unter anderem wollen sie naturnahe Umweltbildung und gewässerökologische Seminare veranstalten, öffentlichkeitswirksame Naturschutz-Aktionen durchführen und viele öffentliche Wanderungen, Kanu- und Radtouren organisieren. Zudem werben die Kampagnenpartner auch intensiv verbandsintern, die neue Flusslandschaft der Jahre 2026/27 wandernd und angelnd zu entdecken sowie Gremiensitzungen und Vereinstreffen oder Freizeiten an der Murg zu organisieren.

Zwölf Naturfreundehäuser mit insgesamt 365 Übernachtungsplätzen laden zu Aufenthalten direkt in der Flusslandschaft der Jahre 2026/27 ein – als Basis für Exkursionen, Seminare und naturnahe Kurzurlaube.

Bisherige Flusslandschaften waren:

Stepenitz [Elbe] (24/25), Weiße Elster (20/23 – verlängert wegen Corona-Pandemie), Lippe (18/19), Trave (16/17), Argen (14/15), Helme (12/13), Emscher (10/11), Nette (08/09), Schwarza (06/07), Havel (04/05), Ilz (02/03), Gottleuba (00/01).

Pressemitteilung im Web: https://dafv.de/projekte/flusslandschaft-der-jahre/die-murg-ist-flusslandschaft-der-jahre-2026-27

 

Pressebilder und Logo Flusslandschaft zum Download: www.flusslandschaft.naturfreunde.de

 

Deutscher Angelfischerverband (DAFV)

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. setzt sich aus Landes- und Spezialverbänden zusammen und vereint rund 9.000 Vereine mit insgesamt über 500.000 organisierten Mitgliedern.  Der DAFV ist der Dachverband der Angelfischer in Deutschland. Er ist gemeinnützig und anerkannter Naturschutz- und Umweltverband. Der Sitz des Verbandes ist Berlin. Er ist im Vereinsregister unter der Nummer 32480 B beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg eingetragen und arbeitet auf Grundlage seiner Satzung. Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA).

Pressekontakt:

Olaf Lindner

(030) 97 10 43 79

o.lindner@dafv.de

www.dafv.de

 

NaturFreunde Deutschlands (NFD)

Die NaturFreunde Deutschlands (NFD) sind ein sozial-ökologischer und gesellschaftspolitisch aktiver Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur. Mehr als 65.000 Mitglieder in über 500 Ortsgruppen mit rund 350 Naturfreundehäusern engagieren sich ehrenamtlich für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft. 1895 in Wien gegründet, gehören heute etwa 350.000 Mitglieder zur internationalen NaturFreunde-Bewegung. Die NaturFreunde Internationale (NFI) zeichnet alle drei Jahre die „Landschaft des Jahres“ aus.

Pressekontakt:

Samuel Lehmberg

(030) 29 77 32 65

presse@naturfreunde.de

www.naturfreunde.de

 

Kampagnenpartner:

Fachbereich Umwelt der NaturFreunde Baden-Württemberg

NaturFreunde-Koordinatorin Flusslandschaft der Jahre 2026/27: Murg

Ulrike Dieterle

ulrike.dieterle@naturfreunde-baden.de

 

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. und seine vor Ort ansässigen Vereine an der Murg

Jürgen Waldvogel Vizepräsident (Nordbaden)

juergen.waldvogel@lfvbw.de

Michael Groß, Bezirksvorsitzender Nordbaden

michael.gross@lfvbw.de

https://lfvbw.de

 

NaturFreunde Rastatt

Heinz Zoller
info@naturfreunde-rastatt.de
www.naturfreunde-rastatt.de

 

Angelsportverein Rastatt 1923
Werner Dautner
vorstand@asv-rastatt.de
https://asv-rastatt.de

Der DAFV ist Mitglied der European Anglers Alliance (EAA)

Deutscher Angelfischerverband e.V. · Reinhardtstraße 14 · 10117 Berlin · Tel. +49 30 97104379
Vorsitzender: Klaus-Dieter Mau · Eingetragen im Vereinsregister Berlin VR 34047 B

 

Foto: Guido de Kleijn

Pressemitteilung: Alarm unter der Wasseroberfläche – Fischartenschutz braucht Strukturvielfalt und wirksames Kormoran-Management

16. Dezember 2025 – Die heimische Fischfauna in Baden-Württemberg steht vor enormen Herausforderungen: Die neueste Rote Liste bestätigt den dramatischen Druck auf viele Arten.

Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. (LFVBW) plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, der Strukturverbesserungen in den Gewässern mit einem gezielten Kormoran-Management kombiniert, um den Kollaps empfindlicher Bestände zu verhindern.

Wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit dieser Maßnahmen für einen effektiven Naturschutz.Im Folgenden die vollständige Pressemitteilung:

Foto: Shutterstock

 

Fachforum des Landesfischereiverbandes: Der Wels im Fokus der Fischerei

Friedrichshafen, 25. Oktober – „Der Wels. Im Fokus der Fischerei“ hieß es am Samstag, 25 Oktober im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen. Dabei ging es auch um den fortschreitenden Klimawandel und der sich wandelnden Aufgaben der Fischerei.

Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg hatte gemeinsam mit der Fischereiforschungsstelle Langenargen (FFS) zum inzwischen neunten Fachforum Angelfischerei eingeladen. Mehr als hundert Teilnehmende kamen aus den Angelvereinen Baden-Württembergs und Bayern.

Die Veranstaltung wurde von Gerd Schwarz, Schatzmeister des Landesfischereiverbandes, und Prof. Dr. Alexander Brinker, Leiter der FFS-Langenargen, eröffnet. Sie betonten die Bedeutung der Fischerei für den Landschafts- und Naturschutz. Das Grußwort der Stadt Friedrichshafen überbrachte Hans-Jörg Schraitle, Amtsleiter Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung und selbst in der Freizeit ein passionierter Fischer. Schraite lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem örtlichen Fischereiverein.

Dr. Jasmicna Behrmann-Godel vom Ministerium skizzierte die Herausforderungen durch den Klimawandel, etwa durch vermehrtes Hoch- und Niedrigwasser. Der sich stark ausbreitende und durch wärmere Temperaturen begünstigte Wels stelle dabei eine zunehmende Herausforderung dar. Außerdem ging sie kurz auf die Digitalisierung des Fischereischeins und das Kormoranmanagement ein.

Die Wels-Dynamik und Management-Ansätze

In den Vorträgen ging es beim Fachforum dann um verschiedene Aspekte rund um den Wels: Prof. Dr. Thomas Klefoth (Hochschule Bremen) thematisierte ein nachhaltiges Fischereimanagement, wobei der Besatz auch als „sozialer Druck“ betrachtet wurde, der eine vernünftige und ökologische Gewässerbewirtschaftung mit sich bringt.

Mit Nahrungswahl, Wachstum und Bestandsentwicklung heimischer Welse beschäftigte sich Dipl. Ing. agr. Stephan Hüsgen (Regierungspräsidium Karlsruhe). Er stellte fest, dass die Größe des Gewässers und die Temperatur entscheidend für das Wachstum ist. Die Beutefische der Welse seien selbst bei großen Tieren selten größer als neun Zentimeter, zudem stünden Krebse, vorwiegend Kamberkrebse, aber auch Sonnenbarsche, auf dem Speiseplan. Beide Arten gelten als invasive Arten. Der Kamberkrebs ist zudem Überträger der Krebspest, die für heimische Krebse tödlich endet. Hüsgen wies darauf hin, dass die Hegeverpflichtung die Entnahme großer Fische vorsehe und Catch & Release, also das Fangen fürs Foto und wieder Einsetzen von Fischen in Baden-Württemberg verboten sei.

Dr. Albert Ros (FFS-Langenargen) präsentierte in seinem Vortrag Ergebnisse zur Habitatwahl und dem Schwimmverhalten von Welsen, die zeigten, dass die Fische kurzzeitig auch tiefere Gewässerbereiche zur Jagd nutzen. Dr. Samuel Roch (FFS-Langenargen) beleuchtete die Ausbreitung und genetische Vielfalt des Welses in Baden-Württemberg, deren Verbreitungsgebiet sich bioklimatisch bedingt verdoppelt hat, insbesondere in Zuflüssen wie Neckar, Jagst und den Bodenseezuflüssen.

Herausforderungen für die Angelfischerei

Zum Abschluss widmete sich Dr. Frank Hartmann (Regierungspräsidium Karlsruhe) dem angelfischereilichen Management. Angesichts von 5.000 bis 6.000 Neuanglern jährlich bei gleichbleibender Befischungsfläche sei der Konkurrenzkampf und die Erwartungshaltung der Fischer enorm. Er betonte die Notwendigkeit, Ausbildungsinhalte anzupassen und Gewässerwarte in ihren Bemühungen eine nachhaltige und ökologischen Gewässerbewirtschaftung im Sinne des Natur- und Artenschutzes stärker zu unterstützen. Sein Fazit: „Einfache Lösungen gibt es nicht. Wir teilen den Ertrag auch mit anderen.“

Zuletzt präsentierte Barnaby Robert (FFS-Langenargen) erste Daten zur Tiefen- und Nahrungswahl von Felchen in Zeiten des Klimawandels, die mittels akustischer Telemetrie gewonnen wurden. Diese Daten sind wichtige Grundlagen zur Erforschung der Auswirkungen des Klimawandels auf den Felchenbestand im Bodensee.

Die Vorträge zeigten, dass die Fischerei vor komplexen Aufgaben steht, bei denen der Wels als Profiteur des Klimawandels eine Schlüsselrolle spielt, was ein angepasstes, wissenschaftlich fundiertes Management erforderlich macht.

Von Simon Wachter

Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW-Bezirk Südbaden

 

 

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
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