Die Murg im Fokus der Fischerei: LFV setzt starke Impulse zum Auftakt der „Flusslandschaft des Jahres“

Ein starkes Bekenntnis zum Gewässerschutz und zur Artenvielfalt

Am Sonntag, den 22. März am Weltwassertag, feierte die Veranstaltungsreihe zur „Flusslandschaft Murg“ im Naturfreundehaus Rastatt ihren Auftakt. Dabei wurde deutlich: Ohne den fachlichen Einsatz und die Visionen der organisierten Fischerei wäre die positive Entwicklung der Murg kaum denkbar.

Präsenz und Expertise: Der Landesfischereiverband vor Ort

Dass die Fischerei eine Schlüsselrolle bei der Renaturierung der Murg einnimmt, zeigte schon die hochkarätige Besetzung seitens des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg. Mit Präsident Thomas Wahl, Geschäftsführer Reinhart Sosat sowie den regionalen Führungskräften Michael Groß (Bezirksvorsitzender Nordbaden) und Jürgen Waldvogel (Vizepräsident Nordbaden) war die Verbandsspitze vollzählig vertreten.

Die fachliche Tiefe unterstrichen zudem Vlado Pajurin (Fachreferent Angelfischerei) und Klaus Lachner, der im Vorstand die komplexen Gewässerfragen verantwortet. Ein besonderes Highlight für die Umweltbildung war das Fischmobil des LFVBW unter der Leitung von Malte Seibold, das vor Ort hautnah demonstrierte, wie lebendig und schützenswert unsere Unterwasserwelt ist.

Das Ehrenamt als Motor des Erfolgs

In den Eröffnungsreden von Regina Schmidt-Kühner (stellv. Bundesvorsitzende Naturfreunde) und Andrea Gress (Vorsitzende Naturfreunde Rastatt) wurde die Arbeit der Fischerei-Experten ausdrücklich gewürdigt. Besonders hervorgehoben wurde das Engagement von Michael Groß und Jürgen Waldvogel, die gemeinsam mit weiteren Mitstreitern wie Ulrike Dieterle und Werner Dautner sowie Heinz Zoller das Projekt „Flusslandschaft“ mit Leben füllen.

Ein symbolischer Höhepunkt des Nachmittags war die Übergabe von Wasser aus der brandenburgischen Stepenitz, Flusslandschaft der letzten beiden Jahre an die Murg. Mit dieser feierlichen Geste wurde die Murg offiziell als „Flusslandschaft des Jahres“ für die kommenden zwei Jahre proklamiert.

Strategischer Einsatz für Durchgängigkeit und Artenschutz

In den Grußworten wurde die fachliche Leistung des LFVBW und seiner Partner besonders deutlich:

  • LFVBW-Präsident Thomas Wahl zog eine Bilanz, die Mut macht: Er erinnerte an die harten Zeiten der Industrialisierung, betonte aber vor allem die Erfolge der jüngsten Vergangenheit. Ein Meilenstein ist die Durchgängigkeit der Murg, bei der der Verband intensiv an der Umsetzung von Fischaufstiegen arbeitet. Besonders stolz zeigte er sich über die Rückkehr der Lachse – ein Erfolg, der maßgeblich auf der vom LFVBW betriebenen Lachszucht im Wolftal fußt, die jungen Lachse für die Auswilderung vorbereitet.
  • DAFV-Präsident Klaus-Dieter Mau unterstrich die Forderungen der Angelfischer: Um der Natur eine echte Chance zu geben, müssen Querverbauungen und Begradigungen konsequent beseitigt werden.
  • Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder und Bürgermeister Rafael Knoth würdigten die Murg als Lebensader der Region. Sie hoben hervor, dass die Rückkehr einer Vielzahl von Lebewesen direkt mit den ökologischen Verbesserungsmaßnahmen verknüpft ist, die von der Fischerei seit Jahren eingefordert und begleitet werden.

Fachvortrag: Den Wandel verstehen

Den Abschluss bildete ein tiefer Einblick in die fischereibiologische Praxis. Dr. Frank Hartmann vom Regierungspräsidium Karlsruhe (Fischereibehörde) referierte zum Thema „Die Murg im Wandel der Zeit“. Er zeigte auf, wie wichtig die wissenschaftliche Begleitung und die behördliche Zusammenarbeit für den nachhaltigen Erfolg der Fischpopulationen sind.

Hier geht’s zum Fachvortrag
Proklamation Murg Hartmann 22.03.2026

Fazit: Der Auftakt in Rastatt hat eines klargestellt: Der Landesfischereiverband ist nicht nur Gast, sondern aktiver Gestalter an der Murg. Durch Zuchtprogramme, den Einsatz für Wanderwege der Fische und unermüdliche Basisarbeit sorgt der Verband dafür, dass die Murg wieder zu dem wird, was sie sein soll – ein lebendiger, artenreicher Fluss für Mensch und Tier.

Ein symbolischer Höhepunkt des Nachmittags war die Übergabe von Wasser aus der brandenburgischen Stepenitz, Flusslandschaft der letzten beiden Jahre, an die Murg. Mit dieser feierlichen Geste wurde die Murg offiziell als „Flusslandschaft des Jahres“ für die kommenden zwei Jahre proklamiert.

Einen großen Dank zum Schluss an den ASV-Rastatt und die vielen Helferinnen und Helfer die diese Veranstaltung zum großen Erfolg machte.

Verfasser des Berichts

Simon Wachter _ Referent für die Öffentlichkeitsarbeit beim LFVBW- Bezirk Südbaden

Mail: Simon.Wachter@lfvbw.de

Bilder: Olaf Lindner vom DAFV
https://cloud.dafv.fish/index.php/s/XAAT8zrfnLkFaDk

Bericht mit Werner Dautner _  1. Vorsitzender des ASV Rastatt
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/flusslandschaft-der-jahre-2026-27-die-murg-100.html

Weitere Impressionen:

Präzisionskünstler an der Angelrute – Finale der Indoorleague South in Iffezheim

Iffezheim – Am kommenden Sonntag, den 22. März 2026, wird die Sporthalle der Maria-Gress-Schule zum Schauplatz eines besonderen sportlichen Highlights: Die Angelkameradschaft Iffezheim richtet das große Finale der Indoorleague South 25/26 aus. Beim Castingsport, dem „Trockenangeln“ auf Ziele, geht es nicht um den dicksten Fang, sondern um Millimeterarbeit und perfekte Wurftechnik.

Ein Event für die ganze Region

Dass die Veranstaltung Gewicht hat, zeigt die Liste der Schirmherren: Neben den Landesfischereiverbänden Baden-Württemberg und Bayern unterstützen auch die Fischerjugend, die Messe „Jagen und Fischen“ sowie befreundete Vereine wie der ASV Memprechtshofen und die Schweizer Experten der Castingsportgruppe Gempen den Wettbewerb.

Mitmachen ausdrücklich erwünscht

Das Turnier ist so ausgelegt, dass wirklich jeder teilnehmen kann. Die Altersklassen starten bereits bei den Jüngsten (ab ca. 5 Jahren) und reichen bis zu den Profis. Besonders einladend für Neulinge: Wer keine eigene Ausrüstung hat, bekommt diese vor Ort gestellt.

„In der Halle trainiert man die Genauigkeit. Da geht es nicht um Weite, sondern um das reine Gefühl für Gerät und Schnur“, erklärt Organisator und Trainer Andreas Kirchner. Wer erst einmal reinschnuppern möchte, kann bereits ab 09:00 Uhr beim freien Wurftraining zuschauen oder erste Versuche wagen. Der offizielle Wettkampf beginnt um 10:30 Uhr.

Die Details auf einen Blick:

  • Termin: Sonntag, 22. März 2026
  • Ort: Sporthalle der Maria-Gress-Schule, Iffezheim
  • Zeitplan: 09:00 Uhr Training, 10:30 Uhr Start
  • Anmeldung: Kurzentschlossene sollten sich umgehend bei Andreas Kirchner melden (Mobil: 0176 96072842 oder E-Mail: Jugend+Casting@AK-Iffezheim.de). Die Startgebühr liegt bei familienfreundlichen 14 bis 16 Euro.

Zuschauer sind herzlich willkommen, um die Sportler bei ihren präzisen Würfen auf die gelben Skishscheiben anzufeuern und mehr über diesen vielseitigen Sport zu erfahren. Weitere Infos gibt es unter www.ak-iffezheim.de

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Simon.Wachter@lfvbw.de

Bericht zur Jahreshauptversammlung 2026 des ASV Singen-Bohlingen 1960 e.V.

Am 22. Februar 2026 versammelten sich die Mitglieder des ASV Singen-Bohlingen, im Vereinsheim in Singen, zur diesjährigen Jahreshauptversammlung.

Der 1. Vorsitzende Erich Plachetka eröffnete die Sitzung fast pünktlich und blickte auf ein Jahr zurück, das einmal mehr zeigte, dass der Verein weit mehr ist als eine Gemeinschaft von Anglern: Er ist ein aktiver Hüter der regionalen Natur.

Nachhaltigkeit und Engagement im Jahr 2025

In seinem Rückblick hob Erich Plachetka die vielfältigen Aktivitäten hervor. Ein zentraler Pfeiler war dabei der aktive Umweltschutz. Neben gesellschaftlichen Highlights wie dem Sommerfest und der Teilnahme am Christkindlesmarkt in Bohlingen stand der World Cleanup Day im Fokus. Gemeinsam mit der Stadt Singen wurden zudem im Rahmen der Ferienspiele junge Menschen an den verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur herangeführt.

Starke Verwaltung und weibliche Unterstützung

Ein wichtiger Punkt der Versammlung war die Besetzung der Vereinsführung. Besonders erfreulich ist, dass mit Jeanette Raatz nun eine engagierte Frau die wichtige Rolle der Schriftführerin übernimmt. Sie führt das Amt kommissarisch bis zur nächsten Wahl und bringt frischen Wind in die Vorstandsarbeit, was von der Versammlung sehr positiv aufgenommen wurde.

Natur- und Gewässerschutz

Der Kern der Vereinsarbeit spiegelte sich in den Berichten der Gewässerwarte für den Ziegeleiweiher, den Steißlinger See und die Bohlinger Aach wider. Der Schutz der Gewässerökologie ist die Hauptaufgabe des Vereins:

  • Wissenschaftliche Begleitung: Besonders hervorzuheben ist der Einsatz von Temperaturloggern in der Aach. Diese messen kontinuierlich die Wassertemperatur, um fundierte Daten über die klimatischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf den Fischbestand zu erhalten.
  • Landschaftspflege: In insgesamt 24 Arbeitseinsätzen leisteten die Mitglieder wertvolle Arbeit im Landschaftsschutz, um die Uferbereiche und Biotope zu erhalten.
  • Jugend als Vorbild: Jugendwart Sascha Doering berichtete stolz von den Müllsammelaktionen der Vereinsjugend rund um die Weiher. Die Jugendlichen lernen hier früh, dass Naturschutz und Fischerei untrennbar zusammengehören.

Finanzen und Investitionen in die Zukunft

Kassier Simon Scheffel präsentierte die Kassenberichte. Ein starkes Signal für die Gemeinschaft: Die Vorstandschaft leistete ihren Beitrag dazu, um die Finanzierung der neuen Heizung im Vereinsheim zu unterstützen. Nach dem Bericht der Kassenprüfung durch Robert Joos wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet. Auch der neue Haushaltsplan, der weiterhin Mittel für Naturschutzprojekte vorsieht, wurde ohne Gegenstimme angenommen.

Abschied und Ausblick

Trotz der positiven Entwicklungen gab es auch einen wehmütigen Moment: Der langjährige Gewässerwart der Bohlinger Aach legte sein Amt nieder. Nach einer Pause wurden die Fischerkönige geehrt und die Neumitglieder herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen.

Die Versammlung endete gegen 11:45 Uhr mit dem Bewusstsein, dass der ASV Singen-Bohlingen mit seiner neuen Schriftführerin und seinem starken Fokus auf den Gewässerschutz bestens für die Zukunft aufgestellt ist.

Verfasser:

Simon Wachter _ Verantwortlich für die Pressearbeit im Vorstand

Pressearbeit@asv-singen-bohlingen.de

Einblick in nachhaltige Fischerei, Naturschutz und Zusammenarbeit am Bodensee

Im Februar 2026 empfing der Angelsportverein Konstanz (ASV) neun Mitglieder des Förderkreises Bodensee-Naturmuseum auf seinem Vereinsgelände zu einem informativen und spannenden Austausch über Fischerei, Natur- und Gewässerschutz.

Herzlicher Empfang und Begrüßung

Zu Beginn begrüßte Thomas Lang, Naturschutz- und Gewässerwart des ASV Konstanz, die Gäste auf dem Vereinsgelände. Die offizielle Einleitungsrede hielt Michael Dienst, der erste Vorsitzende des Förderkreises, der die Anwesenden herzlich willkommen hieß und sich für die Einladung bedankte.

Sabine Zeltner, unterstützt von ihrem Mann Manuel Zeltner, dem Vizepräsidenten des ASV, sorgte mit viel Engagement und Herzlichkeit für das leibliche Wohl und eine angenehme Atmosphäre. Dank ihrer gastfreundlichen Bewirtung fühlten sich die Gäste rundum willkommen.

Vorstellung des Angelsportvereins und seiner Aufgaben

Thomas Lang stellte sich und die anwesenden Vereinsmitglieder persönlich vor. Anschließend präsentierte er den ASV Konstanz als einen Verein, der sich nicht nur der Angelfischerei, sondern auch dem Gewässer- und Artenschutz verschrieben hat. Besonders hob er die enge Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzorganisationen und die Tatsache hervor, dass der Verein, über den Landesfischereiverband und Landesnaturschutzverband selbst Mitglied in einem anerkannten Naturschutzverband in Baden-Württemberg ist.

Ein besonderes Augenmerk verdient die mittlerweile über 50-köpfige Jugendgruppe des ASV Konstanz. Die hervorragende Jugendarbeit des Vereins sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche nicht nur das Angeln erlernen, sondern auch für ökologische Zusammenhänge, nachhaltige Fischerei und aktiven Naturschutz sensibilisiert werden. Die jungen Mitglieder werden mit viel Engagement und pädagogischem Geschick betreut und erhalten so einen wertvollen Zugang zur Natur. Durch regelmäßige Veranstaltungen, Workshops und Projekte wird die Begeisterung für den Bodensee und den Umweltschutz gezielt gefördert.

Nachhaltige Fischerei und Umweltbildung

Ein zentrales Anliegen des Vereins ist es, das Bewusstsein für die Herkunft von Lebensmitteln zu stärken. Die Mitglieder des ASV legen großen Wert darauf, die selbst gefangenen Fische fachgerecht zuzubereiten und zu verwerten.

Engagement in Naturschutzprojekten

Mit großer Leidenschaft berichtete Thomas Lang von den verschiedenen Projekten des Vereins. Besonders erwähnenswert ist das ICARUS-Projekt des MPI für Verhaltensbiologie, bei den Aalen mit Sendern ausgestattet werden, um ihre Wanderbewegungen besser zu verstehen. Darüber hinaus investiert der Verein jährlich mehrere tausend Euro in die Aufzucht und den Besatz von z.B. Seeforellen, Felchen und Äschenbrütlingen. Dies, obwohl der Felchenfang derzeit verboten ist und die Mitglieder angehalten sind, keine Äschen zu entnehmen, um den Bestand zu schützen.

Regelungen und Herausforderungen der Angelfischerei am Bodensee

Thomas Lang erläuterte die geltenden Vorschriften für die Angelfischerei am Bodensee und betonte, dass das Felchenfangverbot ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Bestände ist. Er berichtete auch von den Herausforderungen durch den Biber an den Weihern des Vereins, dessen Cleverness er inzwischen sehr bewundert, sowie von der Problematik der stark gestiegenen Kormoranpopulation, für die er ein konsequenteres Management fordert.

Besichtigung der einzigartigen ehrenamtlich geführten Fischbrutanlage am Bodensee

Im Anschluss an den theoretischen Teil führte Thomas Lang die Gäste in die einzigen Fischbrutanlage am gesamten Bodensee, die ausschließlich ehrenamtlich betrieben wird. Ausführlich erläutert er die einzelnen Schritte der Felchenaufzucht, von der Entwicklung der Eier bis hin zum Besatz der etwa drei Zentimeter großen Jungfische in den Bodensee. Dieses herausragende Engagement macht die Fischbrutanlage zu einem besonderen Vorzeigeprojekt für den gesamten See.

Im Anschluss nahmen sich Manuel Zelter und Thomas Lang viel Zeit, um die zahlreichen offenen Fragen der Besucher ausführlich zu beantworten.

Fazit und Ausblick

Der Besuch des Förderkreises Bodensee-Naturmuseum beim ASV Konstanz bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Projekte des Vereins. Besonders beeindruckend war das Engagement für nachhaltige Fischerei und aktiven Naturschutz. Durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und das breite Spektrum an Aktivitäten leistet der ASV Konstanz einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Natur am Bodensee. Die aktive Jugendarbeit und die große Jugendgruppe verdeutlichen, wie der Verein auch kommende Generationen für die Angelfischerei begeistert und in Natur und Umweltschutz einbindet.

Webseite des Förderkreises Bodensee-Naturmuseum

Die offizielle Webseite des Förderkreises Bodensee-Naturmuseum finden Sie unter:

https://www.foerderkreis-bnm.de

Verfasser:
Simon Wachter _ Verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Angelsportvereins Konstanz

119 Jahre Leidenschaft für die Fischerei: ASV Konstanz blickt auf ein bewegtes Jahr zurück

KONSTANZ – Am 30. Januar 2026 versammelten sich 123 stimmberechtigte Mitglieder des ASV Konstanz in den „Anglerstuben“ zur 119. Jahreshauptversammlung. In einer Atmosphäre, die von tiefer Verbundenheit zur Fischerei und zum Naturschutz geprägt war, zog der Verein Bilanz über ein herausforderndes, aber erfolgreiches Jahr 2025.

Kontinuität und Wandel im Vorstand

Präsident Bertram Wanner eröffnete die Versammlung und betonte die Stärke seines Teams. Trotz personeller Wechsel – Michael Geiger und Markus Griesser verließen den Vorstand – konnte durch eine geschickte interne Nachfolgeplanung Stabilität gewahrt werden. Manuel Zeltner übernimmt das Amt des Vizepräsidenten, Ingo Wagenseil rückt als Schriftführer nach. Wanner selbst wird den Verein noch für zwei Jahre führen, rief jedoch bereits jetzt dazu auf, die langfristige Nachfolge für das Präsidentenamt gemeinsam zu gestalten.

Artenschutz und Gewässerpflege im Fokus

Der Bericht des Gewässerwarts Thomas Lang verdeutlichte die ökologische Verantwortung des Vereins. Besonders das Engagement für die Felchen- und Äschenbestände sticht hervor. Trotz widriger Fangbedingungen beim Laichfischfang gelang es, rund 600.000 Felchenbrütlinge im Seerhein auszusetzen. Zudem wurde der Besatz mit Glasaalen (6 kg) und Äschen-Setzlingen (10.000 Stück) intensiviert, um dem starken Kormorandruck, besonders während der Äschenlaichzeit, entgegenzuwirken.

Ein Sorgenkind bleibt der Hagstaffelweiher. Hier behinderten Vandalismus und Störungen durch selbsternannte Naturschützer die geplanten Sanierungsmaßnahmen. Der ASV stellte klar, dass ökologische Aufwertungen wie die Entschlammung notwendig sind, um Lebensräume langfristig zu sichern.

Finanzen und Infrastruktur: Ein stabiles Fundament

Schatzmeister Heiko Willauer präsentierte erfreuliche Zahlen. Trotz hoher Investitionen in die Instandhaltung, wie der Sockelsanierung des Bootshauses, verzeichnete der Verein eine solide Haushaltsführung. Ein Großteil der liquiden Mittel ist bereits für die anstehende energetische Sanierung des Vereinsheims reserviert. Auch die langfristige Pachtverlängerung der „Anglerstuben“ bis mindestens 2032 sichert die finanzielle und soziale Basis des Vereins.

Zukunftsorientierte Jugendarbeit

Ein besonderes Aushängeschild des ASV Konstanz ist die Jugendarbeit unter Roland Mitsch. Die Gruppe ist auf 56 Jugendliche angewachsen. Mit zahlreichen Angelcamps, Schulkooperationen und der Beteiligung am Kinderfest Konstanz leistet der Verein einen essenziellen Beitrag zur Nachwuchsförderung und zur Vermittlung von Umweltwissen an die nächste Generation.

Klare Kante: Cannabis-Verbot auf dem Vereinsgelände

Ein zukunftsweisender Beschluss wurde bei den Anträgen gefasst: Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder für ein striktes Cannabis-Verbot auf dem gesamten Vereinsgelände. Der Vorstand begründete dies mit der besonderen Verantwortung gegenüber der großen Jugendgruppe und der Unmöglichkeit, den gesetzlich geforderten Jugendschutz bei freiem Zugang zum Gelände anders zu gewährleisten.

Ehrungen für langjährige Treue

Die Versammlung bot den würdigen Rahmen für zahlreiche Ehrungen. Besonders hervorzuheben ist die Verabschiedung von Michael Geiger, der seit 1975 im Verein ist und für seine Verdienste als Stegwart mit dem Goldenen Ehrenabzeichen des LFV ausgezeichnet wurde. Auch Markus Griesser erhielt für sein langjähriges Engagement im Vorstand das Silberne Ehrenabzeichen.

Ausblick 2026

Für das laufende Jahr stehen große Projekte an: Neben der Sanierung der Reiser im Konstanzer Trichter, wird der Bau eines großen Insektenhotels am Vereinsgelände ein sichtbares Zeichen für den ganzheitlichen Naturschutz setzen.

Der ASV Konstanz beweist auch im 119. Jahr seines Bestehens, dass Tradition und Moderne Vereinsführung Hand in Hand gehen können, um die Fischerei am Bodensee zukunftsfähig zu gestalten.

Verfasser: Simon Wachter

Verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins

Bericht zum 6. Treffen der Schiltachpächter

Am 23. Januar 2026 kamen 6 Vertreter der 4 Pachtvereine der Schiltach, eine Vertreterin des Umweltschutzamtes Landratsamt Rottweil, 2 Vertreter der Stadtverwaltung Schramberg, 1 ehrenamtlicher Fischereiaufseher sowie 3 Funktionäre des Landesfischereiverbandes (Bezirk Südbaden) zusammen, um die Ergebnisse des Untersuchungsprogramms „Gesamtschiltach 2025“ zu besprechen. Die Leitung der Veranstaltung übernahm Michael Roth in seiner Funktion als Kreisvorsitzender Rottweil und Initiator dieses Projektes.

Kernerkenntnisse der Untersuchungen 2025

Das Hauptziel der Messungen im Jahr 2025 war es, bestehende Datenlücken aus den Vorjahren zu schließen und die Auswirkungen von Beschattung und Wasserführung auf das Ökosystem zu klären.

  • Temperatur & Beschattung: Die Messungen bestätigten einen direkten Zusammenhang zwischen fehlender Ufervegetation und kritischen Wassertemperaturen. Der Spitzenwert von 25,1 °C stellt für Salmoniden (Forellenartige) eine lebensbedrohliche Grenze dar. Hauptursache für solche Extremwerte war ein Kahlschlag am Ufer im Winter 2024 / 2025. Zudem beeinflusst die Temperatur der Schiltach messbar die der Kinzig.

  • Wasserführung & Pegel: Die Schiltach leidet unter chronischem Wassermangel, der durch extreme Pegelanstiege bei Starkregen aufgrund fehlender Strukturen unterbrochen wird. Diese Dynamik beeinflusst das Fischverhalten: Große Forellen tauchen bei Hochwasser kurzzeitig auf, verschwinden aber mit sinkendem Pegel sofort wieder.

  • Wasserqualität: Während der Sauerstoffgehalt über die gesamte Bachlänge als zufriedenstellend bewertet wurde, blieben Fragen zum Nahrungsangebot aufgrund der schwierigen Messbedingungen (Starkregen) offen. Biologische Untersuchungen hierzu sind für 2026 geplant.

 Methodik und Unterstützung

Die Datenerhebung erfolgte zwischen Mai und September 2025 über 13 Messstellen mit HOBO-Datenloggern im 30-Minuten-Takt, ergänzt durch manuelle Kontrollen (pH-Wert, Leitfähigkeit, Sauerstoff). Besonders positiv hervorgehoben wurde die Stadt Schramberg, die der Gemeinschaft ein neues, modernes Messgerät zur Verfügung gestellt hat.

Erfolge und Handlungsbedarf

Dort, wo bereits Strukturverbesserungen und gezielte Beschattungsmaßnahmen umgesetzt wurden, konnte ein massiver Erfolg verzeichnet werden: Der Bestand an Jungforellen verdreifachte sich teilweise in diesen Abschnitten.

Das Hauptproblem: Das größte Defizit liegt in der Kommunikation. Oft mangelt es auf der ausführenden Ebene an Wissen über die Gewässerunterhaltung gemäß Wasserhaushaltsgesetz §39. Bautrupps / Grundstückseigentümer führen teilweise radikale Rückschnitte an der Ufervegetation durch, ohne die ökologischen Folgen (Temperaturanstieg) zu bedenken.

Fazit und Ausblick

Um den Lebensraum Schiltach langfristig zu sichern, ist eine bessere Vernetzung zwischen den Behörden und der ausführenden Ebene (Bautrupps / Grundstückeigentümern) zwingend erforderlich. Geplant ist eine Informationsveranstaltung, um die Verantwortlichen für Themen wie den korrekten Pflanzabstand und den Erhalt der Beschattung zu sensibilisieren.

Verfasser des Berichtes: Simon Wachter/Bezirksreferent für Öffentlichkeitsarbeit Südbaden

Bericht fachlich geprüft durch Michael Roth Kreisvorsitzender Rottweil und Ingo Kramer

Den vollständigen Bericht seht ihr im unten stehenden Link
Präsentation Ergebnisse 2025

 

 

 

 

Kalenderübergabe und Naturpark-Aktionen im Kindergarten St. Martin und der Josef Hepting Schule in Vöhrenbach

Als Bezirksreferent für die Jugendarbeit beim Landesfischereiverband Südbaden hatte ich am Donnerstag, den 27. November, wieder das Vergnügen, die neuen „Wilde Welten“-Kalender an die Kinder im Kindergarten St. Martin in Vöhrenbach zu überreichen. Die strahlenden Augen und die Begeisterung der Kinder sowie der Erzieherinnen machten die Übergabe zu einem besonderen Moment – einmal mehr wurde deutlich, wie sehr die Kalender im Kita-Alltag geschätzt und genutzt werden.

Ein besonderes Highlight des Jahres 2025 war der erlebnisreiche Bach-Tag mit den Vorschulkindern – unseren „Maxis“. Gemeinsam begaben wir uns auf eine spannende Expedition entlang des Bachs, bei der die Kinder mit viel Freude und Neugier kleine Lebewesen entdeckten und faszinierende Einblicke in die heimische Natur gewinnen konnten. Solche Erlebnisse sind von unschätzbarem Wert und fördern spielerisch das Umweltbewusstsein und die Liebe zur Natur.

Der Kindergarten St. Martin in Vöhrenbach steht seit jeher für eine naturnahe Pädagogik und setzt auf Lernangebote im Freien. Es erfüllt mich mit großer Freude, diese engagierte Einrichtung mit meinen Projekten zu unterstützen und gemeinsam mit den Kindern die Natur hautnah zu erleben.

Kurzinformation zum Kindergarten St. Martin Vöhrenbach

Der Kindergarten St. Martin liegt im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg und ist bekannt für sein naturnahes Konzept. Regelmäßig werden Projekte zu Umwelt, Natur und regionalen Traditionen umgesetzt. Die Einrichtung bietet Betreuungsplätze für Vorschulkinder und legt besonderen Wert auf das Lernen unter freiem Himmel. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Stadt Vöhrenbach oder in lokalen Verzeichnissen.

Nach der Kalenderübergabe führte mich mein Weg weiter zu Herrn Tim Lutz, dem Rektor der Josef-Hepting-Schule in Vöhrenbach. Die Schule ist als Naturparkschule ausgezeichnet und setzt Jahr für Jahr spannende Module zu Natur- und Umweltthemen um. Besonders am Herzen liegt mir das Modul „Wasser ist Leben!“, das ich seit mehreren Jahren für die dritten Klassen anbiete und auch dieses Jahr im Rahmen meiner Sommeraktion „Fisch on Tour“ erfolgreich durchführen konnte. Die begeisterten Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler motivieren mich, dieses Angebot auch für 2026 fest einzuplanen.

Bereits bei meinem heutigen Termin konnten wir die Aktionen für das kommende Jahr gemeinsam planen. Dank der Unterstützung des Landesfischereiverbands, der mir auch 2026 den notwendigen Anhänger zur Verfügung stellt, steht den geplanten Naturerlebnisaktionen nichts im Wege. Es ist mir ein großes Anliegen, den Kindern durch solche Projekte die Natur näherzubringen und ihre Begeisterung für Umwelt- und Naturschutz zu entfachen.

Kurzinformation zur Josef-Hepting-Schule Vöhrenbach

Die Josef-Hepting-Schule befindet sich ebenfalls im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg und trägt das Prädikat „Naturparkschule“. Ihr vielfältiges Bildungsangebot legt einen besonderen Fokus auf Natur- und Umweltprojekte. Mit Modulen wie „Wasser ist Leben!“ fördert sie nachhaltiges Lernen und vermittelt den Schülerinnen und Schülern praxisnahes Wissen zu ökologischen Zusammenhängen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Stadt Vöhrenbach oder in lokalen Bildungsverzeichnissen.

Euer Jörg Klausmann

Bezirksreferent für Jugendarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Veranstaltung im Vereinsheim des Angel- und Naturschutzvereins Sulz am Neckar am 10. Oktober

Am 10. Oktober fand in der Fischerhütte des Angel- und Naturschutzvereins Sulz am Neckar (ANV) e.V. der siebte Fischerstammtisch statt. Die Organisation dieses Fischerstammtischs lag erneut in den Händen von Michael Roth, der als Mitglied im Landesfischereiverband Südbaden und in seiner Funktion als Kreisvorsitzender des Landkreises Rottweil maßgeblich zur Durchführung der Veranstaltung beitrug. Kurz nach 19 Uhr begrüßte er die anwesenden Teilnehmer herzlich im Vereinsheim des Angel- und Naturschutzvereins Sulz am Neckar und hieß sie willkommen. Dabei sprach er dem Bewirtungsteam des Vereins seinen besonderen Dank für die gelungene Verpflegung aus, was maßgeblich zur angenehmen Atmosphäre des Abends beitrug.

Insgesamt hatten sich 19 Teilnehmer für den Stammtisch angemeldet, von denen 16 erschienen sind. Nach der Begrüßung stellte Michael Roth die Tagesordnung vor und gab einen Ausblick auf kommende Veranstaltungen. Besonders hervorgehoben wurden das Fachforum in Friedrichshafen sowie ein Seminar für angehende Jugendleiter, welche dem Vereinsleben und der Jugendarbeit neuen Schwung verleihen sollen.

Der nächste Stammtisch wurde bereits für den 24. April 2026 angekündigt. Wie gewohnt soll dieser wieder in der Fischerhütte in Sulz stattfinden, was von den Anwesenden erfreut aufgenommen wurde.

Vorstellung des Datenloggers durch Jens Breitbart, Entwickler des Datenloggers

Einen zentralen Themenpunkt des Abends bildete die Präsentation eines von Jens Breitbarth Mitglied des ANV Rotenzimmer e.V. entwickelten multifunktionalen Messsystems (Datenlogger) für Messungen in und am Gewässer. Das Gerät, welches sich in der achten Entwicklungsphase befindet und voraussichtlich ab April 2026 serienreif sein soll, beeindruckte durch seine vielfältigen Funktionen. Der Datenlogger misst und dokumentiert unter anderem Wassertemperaturen in verschiedenen Tiefen, Lufttemperatur, Pegelstände, Regenmenge sowie den Taupunkt. Zudem können sämtliche Lufteinflüsse detailliert erfasst werden.

Ein besonderes Highlight ist die kostenfreie Datenübertragung und die beachtliche Reichweite des Systems. Der anvisierte Verkaufspreis liegt zwischen 300 und 500 Euro. Jens Breitbart betonte die Wichtigkeit, Umwelteinflüsse systematisch zu erfassen, um zuverlässige Auswertungen zu ermöglichen. Das vorgestellte Modell soll ohne größere Wartungsarbeiten mindestens sechs Monate im Dauerbetrieb funktionieren. Das Projekt gilt innerhalb des Vereins als äußerst vielversprechend und bietet großes Potenzial für zukünftige Anwendungen.

Bedeutung der Datenauswertung und Öffentlichkeitsarbeit

Wolfgang Groth, der für die Öffentlichkeitsarbeit im Verband verantwortlich ist, unterstrich in seinem Beitrag, wie essenziell das Sammeln und Auswerten von Umweltdaten im Hinblick auf den Klimawandel ist. Die gesammelten Daten liefern wichtige Erkenntnisse, die nicht nur für den Verein selbst, sondern auch für die öffentliche Darstellung und Zusammenarbeit mit anderen Vereinen von Bedeutung sind. Besonders hervorgehoben wurde die Notwendigkeit einer qualitativ hochwertigen Auswertung und die Bereitschaft, diese Ergebnisse auch mit anderen Akteuren zu teilen.

Die Präsentation der Auswertungsergebnisse aus der Schlichem wurde dabei als besonders wertvoll angesehen. Jens Breitbart erklärte anschaulich, wie die Auswertung der aufgezeichneten Daten erfolgt und warum diese für die Vereinsarbeit und den Naturschutz so bedeutsam sind. Die regelmäßige und professionelle Öffentlichkeitsarbeit wurde von Wolfgang Groth als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Vereinsarbeit betont.

Ausklang und geselliger Abschluss

Nach dem offiziellen Teil, der gegen 20:00 Uhr endete, folgte ein geselliger Austausch unter den Teilnehmern. In ungezwungener Atmosphäre wurden verschiedenste Themen rund um das Angeln, den Naturschutz und die Vereinsarbeit diskutiert. Der Fischerstammtisch wurde von allen Besuchern als gelungen und informativ bewertet. Die Vorfreude auf die nächste Veranstaltung im April 2026 ist bereits groß.

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Fachforum Angelfischerei 2025: Der Wels im Fokus des Klimawandels

Friedrichshafen – Am Samstag, den 25. Oktober, fand im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen das neunte Fachforum Angelfischerei unter dem Titel „Der Wels. Im Fokus der Fischerei“ statt.

Über hundert engagierte Teilnehmende aus Angelvereinen Baden-Württembergs und Bayerns folgten der Einladung des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg (LFV) und der Fischereiforschungsstelle Langenargen (FFS), um über die drängenden Herausforderungen für die Fischerei zu diskutieren – insbesondere im Kontext des fortschreitenden Klimawandels.

Das Fachforum wurde von Gerd Schwarz, Schatzmeister des LFV, und Prof. Dr. Alexander Brinker, Leiter der FFS-Langenargen, eröffnet, die die unverzichtbare Bedeutung der Fischerei für den Natur- und Landschaftsschutz hervorhoben.

Herausforderungen und Management-Ansätze

Die aktuellen Herausforderungen wurden von Dr. Jasminca Behrmann-Godel vom Ministerium skizziert, die neben Themen wie der Digitalisierung des Fischereischeins und dem Kormoranmanagement vor allem auf die Folgen des Klimawandels (Hoch- und Niedrigwasser) einging. Der Wels, als Profiteur wärmerer Temperaturen, stellt dabei eine zunehmende Herausforderung dar.

In den Fachvorträgen wurde der Wels aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet:

  • Nachhaltiges Management: Prof. Dr. Thomas Klefoth (Hochschule Bremen) thematisierte die Notwendigkeit eines nachhaltigen Fischereimanagements, das Besatz auch als einen „sozialen Druck“ versteht, der eine ökologische Gewässerbewirtschaftung fördert.
  • Wachstum und Nahrung: Dipl. Ing. agr. Stephan Hüsgen (Regierungspräsidium Karlsruhe) präsentierte spannende Daten zu Wachstum und Nahrungswahl. Er stellte fest, dass die Hauptbeute der Welse selten größer als neun Zentimeter ist und dass invasive Arten wie Kamberkrebse und Sonnenbarsche einen festen Platz auf dem Speiseplan der Welse haben. Hüsgen betonte in diesem Zusammenhang die Hegeverpflichtung und wies darauf hin, dass das Fangen und Wiederfreilassen von Fischen (Catch & Release) in Baden-Württemberg verboten ist.
  • Ausbreitung und Verhalten: Dr. Albert Ros und Dr. Samuel Roch (beide FFS-Langenargen) lieferten Erkenntnisse zu Habitatwahl, Schwimmverhalten (kurzzeitige Nutzung tieferer Jagdgründe) und der signifikanten Ausbreitung des Welses in Baden-Württemberg, deren Verbreitungsgebiet sich bioklimatisch bedingt verdoppelt hat (insbesondere Neckar, Jagst und Bodenseezuflüsse).

Komplexe Aufgaben erfordern angepasstes Handeln

Zum Abschluss widmete sich Dr. Frank Hartmann (Regierungspräsidium Karlsruhe) dem angelfischereilichen Management. Angesichts der jährlich 5.000 bis 6.000 Neuangler bei gleichbleibender Befischungsfläche betonte er die Notwendigkeit, Ausbildungsinhalte anzupassen und Gewässerwarte zur Umsetzung einer nachhaltigen Bewirtschaftung zu unterstützen. Sein Fazit: „Einfache Lösungen gibt es nicht. Wir teilen den Ertrag auch mit anderen.“

Zusätzlich präsentierte Barnaby Robert (FFS-Langenargen) erste wichtige telemetrische Daten zur Tiefen- und Nahrungswahl der Felchen im Bodensee, um die Auswirkungen des Klimawandels auf diesen Bestand zu erforschen.

Die Vorträge verdeutlichten, dass die Fischerei vor komplexen Aufgaben steht, bei denen der Wels eine Schlüsselrolle spielt. Ein angepasstes, wissenschaftlich fundiertes Management ist unerlässlich, um die Gewässerökologie langfristig zu sichern.

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Bericht zum Bezirkstag Südbaden des Landesfischereiverbandes am 11. Oktober 2025 in Deißlingen

Der diesjährige Bezirkstag Südbaden des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg fand am Samstag, den 11. Oktober 2025, pünktlich um 10:00 Uhr im Hotel Hirt in Deißlingen statt. Patrick Schnurr (Bezirksvorsitzender Südbaden) eröffnete die Versammlung und dankte Corinna Leonhard und Ingo Kramer für die Unterstützung bei der Organisation.

Fachvortrag: „Schwammlandschaft, kühles Wasser für unsere Oberläufe“

Ein zentraler Programmpunkt war der eindrucksvolle Fachvortrag von Christian Haas (stellv. Bezirksvorsitzender Südbaden) zum Thema „Schwammlandschaft, kühles Wasser für unsere Oberläufe“. Haas begann mit einem aufrüttelnden Zitat zur Klimaerwärmung, wonach das 1,5-Grad-Ziel im Schwarzwald Baar-Kreis bereits deutlich überschritten sei. Er betonte die langfristige und immense ökologische Bedeutung eines natürlichen Grundwasserhaushaltes für das Ökosystem Fließgewässer.

  • Schwammlandschaft und Klimaresilienz: Das Konzept der Schwammlandschaft gewinnt an Bedeutung, um die Wasserretentionsfähigkeit von Landschaften zu erhöhen und somit die Klimaresilienz zu stärken. Dies ist angesichts veränderter Niederschlagsregime und der Notwendigkeit, kühles Wasser in Oberläufen zu halten, essenziell.
  • Biber als Ökosystemingenieur: Der Biber fördert die Biodiversität erheblich und dient als „Ökosystemingenieur“. Seine Dämme tragen zur Grundwasserbildung, Sedimentrückhalt, zur Nährstoffsenkung und zur Verzögerung des Wasserabflusses bei, was sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Bewältigung von Trockenheit dient.
  • Biber-Konflikt und Fischpopulation: Studien zeigen, anders als die gängige Meinung, dass Biberdämme das Oberflächengewässer durch den erhöhten Grundwasseraustausch stärker abkühlen können als eine reine Beschattung und das die Dämme für Salmoniden kein Wanderhindernis darstellen. Eine angeregte Diskussion folgte unter den Teilnehmern des Bezirkstags. Patrick Schnurr merkte hierzu an, dass die Auswirkungen auf die Fischpopulation im Biber-Territorium stets im Kontext des gesamten Einzugsgebietes betrachtet werden sollten, um die positive Gesamtbilanz des Bibers auf die Artenvielfalt, Fischpopulation und die Gewässerstruktur zu würdigen.

Nach dem intensiven Fachvortrag (dessen Inhalt als ausführlicher Bericht zum Nachlesen in der nächsten Verbandszeitschrift erscheint) und einer kurzen Pause, in der die Diskussionen fortgeführt wurden, folgte der satzungskonforme formelle Teil.

Berichte der Kreisvorsitzenden und Funktionäre

Bei Anwesenheit von 23 Vereinen, zwei Einzelmitgliedern und 11 Funktionären wurden folgende Berichte aus den Bezirken und von den Fachreferenten präsentiert:

  • Bernd Schmidt (Kreisvorsitzender Emmendingen): Berichtete über ein großes Bibervorkommen, das in Konflikt mit einem großen Bachmuschelbestand geriet. Die durch den Biber verursachte Sedimentablagerung machte eine Notbergung der Muscheln notwendig, was die Schwierigkeit im Umgang mit Artenschutzkonflikten verdeutlicht.
  • Raymond Vöstel (Kreisvorsitzender Waldshut): Meldete die Suche und mögliche Besetzung eines Nachfolgers. Er appellierte generell an eine frühzeitige Nachfolgersuche. Weitere Themen waren die Neukonzession für das Kraftwerk Rheinau und das 100-jährige Jubiläum in Bad Säckingen. Er betonte die Notwendigkeit guter Zusammenarbeit mit Behörden.
  • Christian Haas (stellv. Bezirksvorsitzender Südbaden): Unterstütze Patrick Schnurr im Bezirksvorsitz, sprang bei Elektrobefischungen ein, erstellte Stellungnahmen zu wasserrechtlichen Verfahren und ist im Fischereibeirat des Bezirks.
  • Jörg Klausmann (Bezirksreferent für Jugend): Fasste die Aktivitäten  seines ersten Jahres zusammen, darunter Bezirksjugendfischen, Stammtisch und die Vorstellung eines Anhängers des Fischmobils des Landesfischereiverbandes. Der Anhänger wurde bereits 15-mal genutzt. Er hob die Bedeutung der Jugendarbeit hervor und forderte Vereine ohne eigene Jugendgruppe auf, gezielt Maßnahmen zur Gewinnung junger Mitglieder zu ergreifen. Das Interesse von Jugendlichen an Natur- und Artenschutz ist häufig besonders ausgeprägt, was ein großes Potenzial für entsprechende Angebote bietet.
  • Klaus Lachner (Kreisvorsitzender Schwarzwald Baar-Kreis): Führte zwei Ehrungen durch und berichtete von Gewässerproblemen wie der Einleitung von Gülle aus einer abgepumpten Grube, dem Überlauf einer Hauskläranlage und den positiven Auswirkungen der Entschlammung des Klosterweihers in St. Georgen. Er verwies auf ungeklärtes Fischsterben und empfahl der Vereinsvorsitzenden die Termine der behördlichen Gewässerschauen zu erfahren und diese von den Gewässerwarten wahrzunehmen zu lassen.
  • Thomas Lang (Vizepräsident Südbaden und Kreisvorsitzender Konstanz): Beschrieb Frustration im Umgang mit Schwarzfischern und der Untätigkeit der Staatsanwaltschaften im Lande. Er kritisierte die geringe Beteiligung der Vereine an der Thematik. Die Überlastung der Behörden führe zu Verfahrenseinstellungen, selbst bei Fällen von Fischwilderei, Tierquälerei oder dem Bau von Elektrofanggeräten. Dies sei mit Blick auf das Theater beim Jugendfischereischein in den letzten Jahren absolut lächerlich. Er forderte mehr Engagement und themenbezogene Workshops in diesem Bereich. Betroffene Vereine sollen sich mit Ihren Fällen direkt unter thomas.lang@lfvbw.de an ihn wenden.
  • Er forderte mehr Engagement und themenbezogene Workshops (Natur- und Artenschutz).
  • Claudio Schill (Bezirksreferent für Gewässer): Kündigte an, dass er nach 40 Jahren eine Nachfolge für seine Position sucht. Er erwähnte die Überlegungen zur Besetzung der Geschäftsstelle Freiburg auf lange Sicht. Er bedankte sich bei allen Unterstützern und hob die Wichtigkeit der Publikation zu Kaltwasserpools hervor.
  • Patrick Schnurr (stellv. für Igor Kos, Bezirksreferent für Vorbereitungslehrgänge mit Fischerprüfung): Informierte über eine geplante Erhöhung der Prüfungsgebühr auf 50,- Euro und ein überarbeitetes Fischkundebuch. Nannte die Termine für Verbandsausschuss-Treffen (alle drei Monate).

Entlastung und Wahlen

Nach den Berichten erfolgte die Entlastung des Vorstandes, vorgenommen durch Peter Beiter (Vorsitzender ANV Oberer Neckar). Die Entlastung wurde einstimmig erteilt.

Die anstehenden Wahlen, die noch auf die Auswirkungen der Coronakrise zurückzuführen waren, betrafen mehrere Posten. Alle verbliebenen Amtsinhaber wurden einstimmig und ohne Gegenkandidaten wiedergewählt. Leider konnten keine Kandidaten für die offenen Ämter des Kreisvorsitzenden Ortenau, des Kreisvorsitzenden Freiburg-Hochschwarzwald, Kreisvorsitzenden Tuttlingen, sowie für die Fachreferate Casting und Angelfischerei gefunden werden. Patrick Schnurr rief dazu auf, dass offene Ämter auch kommissarisch unter dem Jahr besetzt werden können, und betonte die mögliche Unterstützung und Zusammenarbeit zwischen Angelfischerei- und Jugendreferenten.

Neues aus dem Verband

Informationen aus dem Verband betrafen die Satzungskommission des DAFV, die Herausforderungen bei Prozesskosten und Zeitaufwand durch Gegenspieler, die Ausweisung von Schutzgebieten sowie Norm- und Kontrollklagen. Das Thema Schwarzfischerei wurde erneut hervorgehoben: Es handle sich um eine Straftat, und bereits der Versuch sei strafbar. Hierzu soll eine Abfrage an die Vereine erfolgen.

Verschiedenes

Zum Abschluss wurden keine fristgerechten Anträge eingereicht. Eine Ehrung von Raymond Vöstel wurde nachgeholt. Das Fachforum am 24. Oktober 2025 in FN wurde angekündigt.

Der Bezirkstag wurde um 13:30 Uhr beendet.

Buchtipp:

„Auf schmalem Grad°“

Die Zukunft unserer Fische in der Klimakriese.

Zu erwerben beim Landwirtschaftliches Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW)

Verfasser des Berichts:

Simon Wachter Bezirksreferent für die Öffentlichkeitsarbeit beim Landesfischereiverband Bezirk Südbaden

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
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