Indoorleague Castingsport 2025/26 & Süddeutsche Meisterschaft

Liebe Castingsport-Freunde,

wir freuen uns, euch die neuen Plakate zur Indoorleague Castingsport 2025/26 sowie zur Süddeutschen Meisterschaft im Rahmen der Messe „Jagen und Fischen“ in Augsburg vorzustellen!

Schaut euch die Infos an, markiert euch die Termine und seid dabei – ob als Teilnehmer oder Zuschauer!Mehr Details findet ihr auf den Plakaten

Bezirkstag Südwürttemberg 2025

©Groth bez001 Ernst Retz

An einem sonnigen Herbsttag folgten viele Mitglieder des LFVBW Südwürttemberg der Einladung zum diesjährigen Bezirkstag am 11.10.2025 im Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf.

Der Bezirksvorsitzende Ernst Retz begrüßte die Teilnehmer und eröffnete die Veranstaltung vor fast voll besetzter Kulisse. Herr Daniel Oppold ließ es sich als stellv. Bürgermeister nicht nehmen, die Anwesenden ebenfalls zu begrüßen und mit heiteren Worten über die Wichtigkeit des Naturschutzes trotz finanzieller Sorgen zu informieren und sprach für die permanente Unterstützung durch die beiden Fischereivereine seinen Dank aus.

Anschließend begann Herr Dipl.-Verw. Christoph Schulz als Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz Pfrunger-Burgweiler Ried seinen sehr informativen und interessanten Fachvortrag über die Entstehung dieses Rieds durch Gletscher mit Kiesmoränen als Hinterlassenschaft, der dadurch entstandenen Nutzung und Gründung von Wilhelmsdorf, die Entwicklung über viele Jahrhunderte bis heute mit all den Aspekten und Zusammenhängen zwischen Wirtschaft und Natur und betonte die enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Veränderungen durch das Klima, der Hochwasserschutz und die Wichtigkeit der Moore als CO2 – Speicher im Vergleich mit Waldbeständen waren ebenso Thema wie auch die Planung und Umsetzung von Projekten mitsamt Finanzierung durch Spenden. Als weiterer Punkt ging er auf die Artenvielfalt und die vorherrschenden Lebensbedingungen ein. Natürlich erwähnte auch er, dass es ohne die Mithilfe der Ehrenamtlichen nicht umsetzbar wäre und sprach seinen großen Dank hierfür aus.

Für Interessierte gibt es ausführliche Informationen unter: https://pfrunger-burgweiler-ried.de/stiftung.

Nachfolgend übernahm Herr Dipl.-Biologe Uwe Dussling als Fischereireferent des Regierungspräsidiums Tübingen mit seinem Fachvortrag den Anwesenden, Neues aus der Fischereiverwaltung nahe zu bringen. Hier wurden sehr viele Themen, die für uns Angler wichtig sind aus der rechtlichen Sicht vorgetragen. Beginnend mit Schonmaßen, Niedrigwasserinformationen, Fischereirecht und Fischereiausübung bis hin zur Hegepflicht mit den heiklen Themen Besatz und Entnahmefenster aus der Sicht des Tierschutzgesetzes war alles vertreten. Die anschließende Fragerunde wurde ausgiebig genutzt.

Hiervon etwas mitgenommen durften sich dann die Anwesenden in der Mittagspause wieder stärken. Dank dem Fischereiverein Pfrunger Ried e.V. konnte man zwischen den selbstgemachten Fischkusperli mit Zanderfüllung und Salat oder vegetarischen Maultaschen mit Salat wählen. Beides bekam uneingeschränktes Lob und Kaffee und Kuchen vervollständigten den kulinarischen Teil der Veranstaltung.

Dermaßen erfrischt konnte daraufhin die Bezirkssitzung gestartet werden. Nach der Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung, der Beschlussfähigkeit und der Stimmberechtigung setze Herr Ernst Retz mit Tagesordnungspunkt 5, Aktuelles aus der Verbandsarbeit die Sitzung fort und berichtete über Schwarzfischer und deren Vorkommen, Monitoring von Fischottern, Abwerbeversuche von Vereinsausbildern des LFVBW und der DAFV-Satzungskommission.

Es folgten unter Punkt 6 die Jahresberichte der Mitglieder des Bezirksvorstandes mit dem Inhalt von erledigten Tätigkeiten und zukünftigen Planungen.

Nach diesen Ausführungen wurden unter Punkt 7 die Mitglieder des Bezirksvorstandes einstimmig ohne Enthaltung entlastet.

Durch eine Abweichung des Wahlzyklus mussten der Vizepräsident, der Bezirksvorsitzende, die Kreisvorsitzenden und die Bezirksreferenten für 1 Jahr bis 2026 neu gewählt werden, um wieder den 2-Jahres-Abstand zu den Wahlen des Landesfischereitages herzustellen.

Diese Wahl erfolgte unter Punkt 8 und es wurden ins Amt gewählt:

Vizepräsident Südwürttemberg: Roland Sauter, Bezirksvorsitzender: Ernst Retz, Kreisversitzende: Alb-Donau: Oliver Ruoß, Ravensburg: Dr. Werner Baur, Reutlingen: Kurt Mollenkopf, Sigmaringen: Ernst Retz, Tübingen: Udo Dubnitzki, Zollernalbkreis: Wolfgang Groth und als Fachreferenten für Gewässer: Udo Dubnitzki, Jungend: Erwin Schädler, Casting: Herrmann Gleinser, Öffentlichkeitsarbeit: Wolfgang Groth. Alle weiteren Ämter konnten nicht besetzt werden. Der Wahlleiter Thomas Frick bedankte sich bei den Kandidaten und der Mitgliederversammlung für das eindeutige Votum.

Da keine zur Beschlussfassung eingereichten Anträge vorlagen, konnte Punkt 9 direkt beendet werden.

Abschließend wurde unter Punkt 10, Verschiedenes gebeten, doch Mitteilungen über den Ort von Prüfungen an die Ausbilder weiterzugeben. Aufgrund der Tatsache, dass nicht alle Ämter vergeben werden konnten, kam die Anfrage nach den spezifischen Aufgabenprofilen der einzelnen Ämter auf, welche zum Nachlesen auf der Verbandshomepage zu finden sind. Herr Dubnitzki regte an, lokale Presse zu Vereinsaktivitäten einzuladen und Frau Kenntner bat alle eventuell anwesenden Jäger darum, ihre Kormoranabschüsse an die FFS-Langenargen zu melden.

Zu guter Letzt blieb nur noch zu klären, wo der Bezirkstag 2026 durchgeführt wird. Hier bot sich Herr Altiparmak, 1.Vorstand FV Wangen i.A. an und dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Somit findet der Bezirkstag Südwürttemberg 2026 in Wangen i.A. statt.

 

Bilder ©Groth

Bezirkstag in Zell-Esslingen am 11.10.2025

Wie in den anderen Bezirken ebenfalls,
fand in Nord-Württemberg der Bezirkstag im Vereins-u Bürgerhaus in Esslingen-Zell statt.
Edward-Errol Jaffke , als Hausherr, eröffnete den Bezirkstag  2025 und übergab an den

 

 

 

 

Bezirksvorsitzenden Nord-Württemberg Hans Frank
Dieser begrüßte herzlich alle Teilnehmenden der einzelnen Vereine u Ehren-Vorstandsmitglieder, insbesondere die Fachvortragenden namentlich.

 

Frau Prof.Dr. Triebskorn, *Uni Tübingen*
Frau Dr.Pascher *Gewässerbündnis Baden-Württemberg*
Felix Hertenberger *RP Stuttgart*,
Richard Martin *Vorsitzender ASV Esslingen*,
Wolf-Dieter Leiblin *Ehrenmitglied u Justitiar des VFG*.
Er entschuldigte die nicht anwesenden Vorstandsmitglieder,
auch den Präsidenten des LFV *Thomas Wahl* der vor hatte teilzunehmen.

Gleich zu Beginn eine Änderung der Tagesordnung (TOP) welche einstimmig befürwortet wurde, da Frau Dr.Pascher einen Folgetermin wahrzunehmen hatte.

Ihr Vortrag „Gemeinsam für Bäche und Flüße voller Leben“ war hoch interessant gestaltet und umfasste Themen, wie
Gewässerschutz , Wieso ? , Was ? , Wer ?

Wieso ?
EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) fordert umfassenden Schutz von Flüssen, Seen, Küstengewässern und des Grundwassers
Wichtigste Ziele der WRRL:
= Guter ökologischer Zustand/gutes ökologisches Potenzial bis 2027
= Entscheidend ist, welche Pflanzen und Tiere im Gewässer leben

Was?
Maßnahmenplanung WRRL:
= Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm, Defizite + Belastungen der Gewässer:

= stoffliche Belastung
= hydrologische Belastung aus Wasserableitungen und Wasserkraft
= fehlende Durchgängigkeit
= schlechte Gewässerstruktur
aktueller ökologischer Zustand der Fließgewässer

Wer ?
Zuständigkeiten
=Bundeswasserstraßen in der Zuständigkeit des Bundes (Wasserstraßenämter)
= Gewässer I. Ordnung. in der Zuständigkeit
=des Landes – Landesbetriebe Gewässer (Regierungspräsidien)
= Gewässer .II. Ordnung. in der Zuständigkeit der Städte und Gemeinden
Kommune/Stadtverwaltung: Unterhaltungspflicht und Umsetzung der WRRL
Untere Wasserbehörde:
= Erteilung der wasserrechtl. Erlaubnis gemäß WHG, WG

Untere Naturschutzbehörde:
= Erteilung von naturschutzrechtl. Genehmigung, Ausweisung von Schutzgebieten
= (ehrenamtliche) Naturschutzbeauftragte beraten und unterstützen die UNB
Höhere Naturschutzbehörde, Wasserbehörde: Regierungspräsidien
= Rechtliche und fachliche Verfahren, z.B. Ausnahmegenehmigungen

Aktueller ökologischer Zustand der Fließgewässer
Nur rd. 6 % der Flusswasserkörper in BW befinden sich aktuell in einem guten ökologischen Zustand!

Ziel :
Umsetzung von Gewässerrevitalisierungsprojekten an Gewässern II. Ordnung
anstoßen (kleine Flüsse und Bäche)
Unterstützung der Kommunen und örtlichen Umwelt- und Naturschutzgruppen
Aufbau eines landesweiten, verbändeübergreifenden Wassernetzwerks von Gewässerschützern
Zielgruppen =• Ehrenamtliche im Naturschutz, Fischereivereine, Kommunen und kommunale Zweckverbände in der Revitalisierung von Gewässern tätigen
Ingenieurbüros, allgemeine Bevölkerung

Projektträger: Landesverbände von NABU, BUND und LFVBW
Förderung durch das das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW
Steuerungsgruppe: Projektträger, Umweltministerium Ref. 52,
Geschäftsstelle Gewässerökologie RP Tübingen,
Kompetenzzentrum Wasser und Boden innerhalb der KEA-BW (tagt vierteljährlich)
Weitere Begleitung durch Beirat Projektbüro: Lebendige Flüsse e.V.

Angebot GBBW
individuelle Beratung, Informationsmaterialien, Unterstützung bei Entwicklung von Revitalisierungsprojekten, Beratung zu Fördermöglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit

Projektstart
Pro Regierungsbezirk 1 Modellgebiet
1. RB Karlsruhe: Ooser Landgraben im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden
2. RB Freiburg: Schutter und Unditz im Ortenaukreis in Kooperation mit dem Projekt „Ufer Vital“ des RP Freiburg
3. RB Tübingen: Reutibach, Stehenbach, Tobelbach im Alb-Donau-Kreis
4. RB Stuttgart: Wieslauf im Rems-Murr-Kreis

Wie werde ich aktiv?
Übernahme Bachpatenschaft
Gewässerunterhaltungsmaßnahmen (Gehölzpflege, Bachputzete, …)

Unterstützung der Kommune in der Kommunalpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
Information und Mitwirkung im Netzwerk GBB

Wassernetzwerk
Zweck
Verbändeübergreifendes, landesweites Netzwerk von Gewässerschützern
Vernetzung von Gewässerschützern untereinander
Förderung des Dialogs über Gewässerthemen
Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen
gegenseitige Unterstützung in der Arbeit für naturnahe Gewässer und Auen

Ziel
Vermittlung von Experten
Qualifikation und Beratung durch Wassernetzwerk
Schaffung von Expert*innen für fachliche Stellungnahmen Veranstaltungen und Dialoge an Gewässern
Vernetzung lokaler und landesweiter Akteure
Entwicklung von Ideen, wie Revitalisierung von Gewässern mit  Ehrenamtlichen vorangebracht werden kann

Weitere Informationen, Kontaktaufnahme, Interessenbekundung, Teilnahmewunsch an Projekten, aktive Vorträge etc sind erwünscht und können unter
https://www.gewaesserbuendnis-bw.de/online-veranstaltung-des-wassernetzwerks/ 
abgerufen werden.

Nach diesem sehr interessanten Vortrag von Frau Dr.Pascher und einer kurzen Pause welche zum Wechsel der Fachvorträge genutzt wurde startete Frau Prof.Dr.Triebskorn einen der hochkarätigsten Vorträge zum Thema :

Warum brauchen Fische, andere Gewässerorganismen und wir bessere Kläranlagen?

Wir haben doch gute Kläranlagen und wir haben keine Schaumberge mehr, es gibt wieder genügend Fische und andere Lebewesen in unseren Flüssen und es gibt viele Renaturierungsmaßnahmen !

Unserer Gewässer sind laut EU-WRRL in keinem guten Zustand, weniger als 10 Prozent der deutschen Bäche und Flüsse sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand.
Auch Biologische Qualitätskomponenten zeigen keinem guten Zustand nach EU-WRRL
Nur ca. 25% der Fischpopulationen in Baden-Württemberg in einem guten oder sehr guten Zustand.
Dramatische Fischsterben sind festzustellen, wie in der Jagst und der Oder.
Auslöser deren Ausmaße waren u.a. technische Defekte, damit wurde das Abwasser so kontaminiert, daß ein Überleben der Fische unmöglich wurde.
Weitere Beiträge damit unseren Fischen das Leben schwer gemacht wird sind die Multistressoren, erhöhte Temperaturen, Sauerstoffmangel,

Chemikalien und Plastik , Nährstoffe
(resistente Keime, Glyphosat, Diclofenac, Metformin ( Micro-u Nanaoplatik))
Neobiota, Algentoxine, Bakterien und Viren, ph-wert, Parasiten, Prädatoren, Nahrungsmittel, Reproduktion.

Kläranlagen als Eintragsquellen für Mikroplastik
95% Rückhalt in konventionellen Kläranlagen
Schwieriger und unbekannter für sehr kleine Partikel, von denen es sehr viele gibt
Adsorption an Aktivkohle möglich

Kläranlagen als Eintragsquellen für Keime
Der virale Fingerabdruck im Abwasser
SARS-CoV2 Biomarker im Beispiel von Karlsruhe, der Mittelwert gegen 0 stieg schlagartig auf 300.
Schweinemast mitverantwortlich
NRW = Hepatitis –E- Viren in fast dreiviertel der Proben feststellbar
(Resistente) Keime sind in konventionellen Kläranlagen kaum zu entfernen
Die meisten (resistenten) Keime sind durch Ozon sehr gut zu entfernen.

Kläranlagen als Eintragsquellen für Chemikalien: Abwasser
Screening von Spurenstoffen in 52 Kläranlagen Europas
366 Stoffe im Abwasser nachgewiesen (von 499 analysierten)

Kläranlagen als Eintragsquellen für Chemikalien: Oberflächenwasser
Stoffe, die im Abwasser vorkommen, findet man europaweit auch im Oberflächenwasser
Weltweiter Nachweis von Spurenstoffen in Gewässern im μg/L-Bereich

Weshalb sind Chemikalien in Gewässern zum Problem geworden?
Es gibt eine stark ansteigende Zahl an Chemikalien in der Welt !
Etwa 3.000 Arzneimittelwirkstoffe in der Humanmedizin im Verkehr, mit jährlichen Verbrauchsmengen von mehr als 30.000 Tonnen
Bis heute: ≈ 280 davon in Gewässern nachgewiesen

Heute ca. 200 Mio. Stoffe registriert, davon ca. 350.000 verschiedene chemische Substanzen auf dem Markt (Persson et al., 2022. Environ. Sci. Technol., 56 (3):1510–1521)
Alle 2,5 Min. kommt ein Stoff hinzu
Ca. 4000 Stoffe mit gewollter Wirkung
Ca. 350000 Stoffe mit ungewollter Wirkung, die man vielfach nicht kennt

Es gibt eine stark ansteigende Zahl an Chemikalien in der Welt !
REACH Chemikalien 23000 Stoffe ( > 1 t/a)
Tierarzneimittel (2700 Präparate mit 600 Wirkstoffen)
Humanarzneimittel (9700 Präparate mit 2300 Wirkstoffen)
Pflanzenschutzmittel (750 Präparate mit 270 Wirkstoffen)
Biozide (30000 Produkte mit 400 Wirkstoffen)
…und noch mehr Produkte, Stoffmischungen sowie Um- und Abbauprodukte

Was sind Spurenstoffe?
Als Spurenstoffe werden organische anthropogene Chemikalien bezeichnet, die in einer geringen Konzentration im Bereich von μg/L in unseren Gewässern nachzuweisen sind.
(Ministerium für Umwelt und Klimaschutz BW)

Inhaltsstoffe von- im täglichen Leben eingesetzten- Produkten
(Reinigungsmitteln, Pflegeprodukten, Kosmetika, Parfums, Nahrungs(ergänzungs)mitteln,- Arzneimitteln, – Industriellen Produkten, – Pflanzenschutzmitteln, ……

Die meisten Spurenstoffe werden überhaupt nicht untersucht oder können nicht untersucht werden, weil man sie nicht kennt (Transformationsprodukte)!
Nur für einen Bruchteil der Stoffe liegt eine umfassende Bewertung vor!
Keiner weiß, was die Mischung macht!

Durch den Klimawandel verändern sich Qualität und Quantität des Schadstoffcocktails
Starkregenereignisse
= Überlastung der Kläranlagen u Regenüberlaufbecken – Entlastung von ungereinigtem Abwasser
Trockenwetterperioden, Niedrigwasser
=  Hohe Konzentration an Keimen und Chemikalien ( eingedickter Cocktail)

Aquatische Organismen verbringen ihr gesamtes Leben in einem qualitativ und quantitativ sich ständig veränderndem Schadstoffcocktail

Können Stoffe in Konzentrationen von μg/L überhaupt negative Effekte bei Organismen hervorrufen?
Psychopharmaka = Forsche Barsche, Veränderung des Verhaltens
Sexualhormone im Abwasser = Verweiblichung der Fische
Betablocker = Nierenversagen bei Forellen
Schmerzmittel (Diclofenac) = Nierenversagen bei Fischen , Veränderung der Kiemen, Leberschäden
verstärktes Aggressionsverhalten, erhöhte Mortalität
Diclofenac wurde vom UBA /Spurenstoffzentrum als relevanter Spurenstoffe für Gewässer bewertet

Hormonelle Wirkungen: Keine neue Geschichte!
1990: Lake Apopka, Florida: Theo Colborn findet Missbildungen und Fortpflanzungsstörungen bei
Vögeln und Alligatoren). Ursache: Umweltchemikalien (PCB, Dioxine, DDT) „mimen“ Hormone und greifen in Hormonhaushalt von Organismen ein.

Kurze Zeit später: Bindung von DDT und anderen Pestiziden und Umweltchemikalien an Östrogen- und Progesteron-Rezeptor wird entdeckt.
Heute: Östrogene Wirkungen bekannt für Plastikinhaltsstoffe (Bisphenol A), Weichmacher (Phthalate), Flammschutzmittel, div. Pestizide, auch: Phytoöstrogene (Soja, Hopfen)
Wirkungen im pg-ng/L-Bereich!
Hormonelle Wirkungen: Keine neue Geschichte!
Verweiblichung / Vermännlichung von Fischen,
Zwittergonaden, Intersexe (ab 10 ng/L 17ß-Estradiol bzw. 100 ng/L EE2 vermindertes Hodenwachstum).
Verändertes Geschlechterverhältnis.
Verändertes Paarungsverhalten.
Vitellogenin-Induktion (ab 5 ng/L 17β-Estradiolbzw. 1 ng/L EE2)

Neuroaktive Substanzen
Maximalkonzentrationen im Oberflächenwasser

Kokain: 800 ng/L (Rhein, Basle), Capaldo et al., 2018
Citalopram: 76 μg/L (river India), Fick et al., 2009
Venlafaxin: 690 ng/L (Fourmile Creek, USA), Schultz et al. 2010
=Hyperaktivität
=Starke Schleimabgabe
=Muskelverlust
=Störungen im Hormonhaushalt

Psychopharmaka macht Fische leichtsinnig
1.8 μg/L Oxacepam (angstlösend, Benzodiazepam)
=Aktivitätssteigerung
=Weniger soziales Verhalten
=Erhöhte Futteraufnahme
Populationsrelevante Effekte bei sehr niedrigen Konzentrationen

Süßstoffe
Saccharose (Haushaltszucker)

Sucralose (Süßstoff) = Stetig steigende Umweltkonzentrationen
UBA 2024: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11536/dokumente/2024-06-17_kurzdossier_sucralose_final.pdf
Baden-Württemberg: 2013 – 2021 (n = 2430): 4,4 μg/L max,
Trebur-Astheim/ Schwarzbach 2020 (n = 13): 43 μg/L max.
Eliminierung in der Kläranlage (Benzotriazol, Carbamazepin, Sulfamethoxazol, Sucralose)
100 % Anteil in der Kanalisation
0% Elimination in der ARA
Vorkommen im Grundwasser !
Folgen :
Störung des Zuckerstoffwechsels durch Süßstoffe
Diabetesähnliche Symptome bei Ratten (Suez et al., 2017. Nature)

Sucralose und Acesulfam wurden vom UBA / Spurenstoffzentrum als relevante Spurenstoffe für Gewässer bewertet

Unsere Gewässerorganismen leben kontinuierlich in einem sich ständig ändernden  Chemikaliencocktail aus Stoffen mit sehr unterschiedlichen Wirkpfaden. Sie werden zusätzlich durch viele andere, auch durch den Klimawandel bedingte Stressoren beeinflusst.

Gibt es eine Lösung?
Das Problem ist zu komplex, als dass man es mit einer Maßnahme lösen könnte !!!
Jeder von uns trägt einen Teil der Verantwortung für eine gemeinsame Lösung !!!

Die Politik reagiert !!!
Kompetenzzentrum Spurenstoffe BW =
= bis 2027 vierte Reinigungsstufe gegen Spurenstoffe für weitere 125 Kläranlagen
=Zeitraum bis 2050
=Mix aus Förderung, rechtlichen Regelungen, Wissensaufbau und Dialog
=10 strategische Themenfelder plus Aktionsprogramm mit 79 konkreten Maßnahmen, die schrittweise umgesetzt werden
=Themenfeld III, Maßnahme 36: 4. Reinigungsstufe

BW ist der EU einen Schritt voraus :
aktueller Stand (Mai 2025) des Ausbaus der Kläranlagen =
33 Anlagen in Betrieb
31 neue Anlagen in Planung u Bau

Die Politik reagiert in der EU
April 2024 EU-Parlament verabschiedet Kommunalabwasserrichtlinie (KARL)
strengere Anforderungen für Stickstoff und Phosphor gestaffelt bis 2039 bzw. 2045: Phosphorentfernung 90% für große Anlagen, 87.5% für kleine Anlagen; Konzentrationen: 0.5 mg/L (große Anlagen), 0.7 mg/L (kleine Anlagen)
Zeitlich gestaffelte Ausbauziele für 4. RS: bis 2045 für Anlagen über 150.000 EW und für bestimmte Anlagen über 10.000 EW
Erweiterte Herstellerverantwortung:Hersteller von Pharmazeutika und Kosmetika tragen mindestens 80% der Kosten für 4. RS, Rest Mitgliedstaaten.
„Finanzierungsaufwand für die Industrie: 2 bis 3 Milliarden Euro jährlich.“ (Kullick, VCI).

Funktionsweise der 4.Reinigungsstufe :
Weitergehende Abwasserreinigung (Neue Technologien zur gleichzeitigen Entfernung von Spurenstoffen und Keimen)
Aktivkohle = Bindung von Spurenstoffen an Kohlepartikel (große Oberfläche)
Ozon = Spaltung, Veränderung, Inaktivierung von Molekülen und Keimen , ABER Entstehung von z.T. giftigen Abbauprodukten (Transformationsprodukte, Metabolite)

Erfolgskontrolle einer 4. ReinigungsStufe an der Schussen:
BMBF-Projekt SchussenAktivplus+ (2010-2017)
Bewertung neuer Technologien zur Reduktion von Spurenstoffen und Keimen in Kläranlagen und Regenwasserbehandlungssystemen hinsichtlich resultierender Vorteile für Mensch und Umwelt (Reduktion von Wirkpotentialen und Wirkungen auf Fische und wirbellose Tiere
Pulveraktivkohle auf der Kläranlage Langwiese – Spurenstoffe in der Schussen
Pulveraktivkohle auf der Kläranlage Langwiese – Spurenstoffe in der Schussen
= Deutliche Reduktion der Spurenstoffeinträge in die Schussen
= Z.B. Diclofenac 8,6 kg/Jahr, Benzotriazol 46 kg/Jahr, Acesulfam 91 kg/Jahr
= Deutlich geringere Spurenstoffkonzentration auch in Fischen unterhalb der KA
Triebskorn et al. (2019), ESEU
Zusammenfassung SchussenAktivplus+
Weitergehende Abwasserreinigung
Reduktion von Spurenstoffeinträgen (und Keimen)
Positive Auswirkungen auf allen untersuchten Ebenen!
Verbesserung in der Gesundheit von Fischen und Flohkrebsen, weniger Wirkpotentiale

Vorteile der 4. Reinigungsstufe
= Großflächige Reduktion zahlreicher Spurenstoffe und Keime aus dem Abwasser / Mischwasser ➔ Verdünnung des „Cocktails“
= Entfernung verschiedener Wirkpotentiale gleichzeitig (hervorgerufen durch z.B. hormonell wirksame, genotoxische oder entwicklungstoxische Stoffe)
= Verbesserung der Qualität von Abwasser, Oberflächenwasser und Trinkwasser (enger Zusammenhang z.B. am Bodensee)
= Vorteile für Mensch und Umwelt!
= Kosten-Nutzen-Abwägungen
(Ravensburg: Aktivkohleanlage : 6-7 € pro Bürger pro Jahr )

Neben End-of-pipe-Maßnahmen sind auch Aktivitäten an der Quelle notwendig!!!

  1. A) Reflektierter Umgang mit / Gebrauch von Haushaltschemikalien
    =Achtsamkeit / Vermeidung / Verminderung
    =So viel wie nötig, so wenig wie möglich!
    =Benötigen wir z.B. wirklich…..
    ….und wenn ja, wie viel, wie oft?
  2. B) Notwendigkeit des Einsatzes von Medikamenten überdenken
  3. C) Reflektierter Umgang mit Packungsgrößen und Dosierungen
    Benötigen wir z.B. 50 Tabletten à 400 mg……..oder reichen vielleicht auch 20 Tabletten à 200 mg?
  4. D) Richtige Entsorgung von Chemikalien und Arzneimitteln!
  5. E) Produktion umweltverträglicher Medikamente und Inhaltsstoffe von Produkten
  6. F) Verbote für problematische Stoffe (z.B. Sucralose,Neonicotinoide, Glyphosat)
  7. G) Restriktionen bei Bewerbung und Verkauf von Arzneimitteln (Schmerzmittel)
  8. H) Investition in Aufklärungsmaßnahmen (Kino-Spots, Plakate, Vorträge etc.) und Bildung!
  9. I) ……………………………………..

Es muss gehandelt werden!

Zum Abwarten und zum „die Schuldigen Suchen“ ist es zu spät (Artenrückgang)!

Botschaften und Wunsch

ÜJeder von uns kann durch Achtsamkeit im Alltag zum Gewässerschutz beitragen!
ÜMedikamente sind keine Zuckerwürfel: sie sollten mit Bedacht verkauft, eingenommen und vor allem auch entsorgt werden.
ÜKeine Konkurrenz zwischen Akteuren „an der Quelle“ und „end of pipe“.
ÜEs stehen bezahlbare Technologien in der Wasserwirtschaft zur Verfügung,
die helfen.

Zusatzbotschaft
Eine gute Struktur alleine hilft nicht viel!
Strukturgüte und stoffliche Belastungen müssen gemeinsam betrachtet werden!

Mit frenetischem Applaus wurde dieser Vortrag beendet.
Der Bezirksvorsitzende bedankte sich herzlichst für diesen absolut umfassenden, sehr hochwertigen u beeindruckenden Vortrag.

Er verabschiedete die Vortragenden jeweils mit einem Blumengruß.

Nach einer kurzen Pause zur Verpflegungseinnahme wurde pünktlich der interne Bereich des Bezirkstages begonnen.

Unter TOP 4 wurde die ordnungsgemäße Einladung sowie die Beschlußfähigkeit der Versammlung festgestellt.
In ganz persönlichen Worten, sichtlich bewegt, sprach der Bezirksvorsitzende das ableben unseres Ehrenpräsidenten Hans-Rainer Würfel an, mit welchem er schon zu Zeiten des „VFG“ zusammenarbeiten durfte. Alle erhoben sich zu einer ehrenden Schweigeminute.

Unter TOP 5 trugen die Kreisvorsitzenden und Referenten ihre Tätigkeiten und Aktivitäten des zurückliegenden Jahres vor.
Für die Kreisvorsitzenden u Referenten, welche nicht anwesend sein konnten, übernahm der Bezirksvorsitzende Hans Frank die Berichterstattung.
Nach Abschluß der Einzelvorträge bedankte sich der Bezirksvorsitzende bei den Funktionären für die geleistete Arbeiten u stellte fest, daß ohne Engagement, Euphorie, Inthusiamus u Eigenmotivation ein solche Arbeitspensum nicht zu schaffen ist.
Bei dieser Gelegenheit bedankte er sich ebenfalls bei den „guten Seelen“ der Geschäftsstelle, die die Administration in routinierte Manier bewältigten. Auch sie erhielten als Zeichen der Wertschätzung einen Blumengruß.

In TOP 6 wurde durch Richard Martin, Vorsitzender FV Esslingen, die Entlastung des Bezirksvorstandes beantragt. Die Entlastung wurde einstimmig erteilt.

Unter TOP 7 berichtete der Bezirksvorsitzende über die Tätigkeiten des Gesamtpräsidiums sowie über den aktuellen Stand der Verbandsarbeit.

In TOP 8 mußten einige Wahlen zu den satzungsentsprechenden Wahlperioden ergänzt werden.
Walter Rauch , kommissarisch seit 08.05.25 als Kreisvorsitzender Hohenlohe tätig, wurde in
in seinem Amt bestätigt.
Für den kurzfristig, am 11.10.25, zurückgetretenen Kreisvorsitzenden Ludwigsburg,
Frank Beutelspacher, konnte bis zum Bezirkstag kein Nachfolger gefunden werden.

TOP 9 konnte in einer relativen Kürze behandelt werde, da keine Anträge eingegangen sind.

Ebenso TOP 10 „Verschiedenes“ gab es keine weiteren Punkte zu klären.
Deshalb beendete der Bezirksvorsitzende den offiziellen Teil des Bezirkstages BW.

Wolfgang Fleck, KV Main-Tauber
Referent NW Öffentlichkeitsarbeit

P.S.
Rechtstellung :

Für die Bildaufnahmen/-Dokumentation wurde die Zustimmung der Teilnehmer eingeholt u erteilt.

Durchbruch erzielt: Klarstellung des Verkehrsministeriums zum Wegefahrrecht

Weg am Neckar

Mitteilung unseres Präsidenten Thomas Wahl

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsvorstände,

mit beiliegendem Schreiben hat das Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg die Regierungspräsidien informiert, dass die Fischereiberechtigten die öffentlichen Strassen mit dem Zusatzzeichen „landwirtschaftlicher Verkehr frei“ und „land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei“ zur Anfahrt an die bewirtschafteten Gewässer nutzen dürfen.

Die Straßenverkehrsbehörden werden entsprechend informiert.

Dank eurer Unterstützung und den zahlreich gemeldeten Vorfällen, wo eben dies nicht funktioniert hat, konnten wir erreichen, dass es nun diese aktuelle Klarstellung gibt.

Nach den Erfolgen beim Nachtangelverbot und der Absenkung des Mindestalters bei den Jugendlichen zeigt sich einmal mehr, dass es sich lohnt, in einem starken Verband Mitglied zu sein.

Petri Heil

euer

Thomas Wahl

Förderpreis des Deutschen Angelfischerverbandes 2025 – jetzt bewerben!

Bild Neckar

Der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV) schreibt auch im Jahr 2025 seinen renommierten Förderpreis aus. Die mit 1.000 € dotierte Auszeichnung würdigt herausragende Abschlussarbeiten, die einen wertvollen Beitrag zu den Zielen der Angelfischerei, zum Gewässer- und Naturschutz oder zur modernen Verbandsarbeit leisten.

Ob naturwissenschaftlich, juristisch, pädagogisch oder journalistisch geprägt – jede Arbeit, die unsere nachhaltige Angelfischerei stärkt, ist willkommen.

Einsendeschluss: 31. Dezember 2025

Die vollständige Ausschreibung finden Sie hier:

 

Foto: makasana photo / Shutterstock.com

 

Fisch des Jahres 2026: Der Europäische Wels

Bild: Der Europaeische Wels

Der Europäische Wels ist nicht nur der größte ausschließlich im Süßwasser lebende Fisch Europas, sondern für 2026 auch offiziell Fisch des Jahres.

Mit Rekordexemplaren von über 2,50 m Länge und mehr als 130 kg beeindruckt dieser Raubfisch durch Kraft, Anpassungsfähigkeit und eine rasante Ausbreitung in Baden-Württemberg

Unser neues Handout-Flyer fasst alles Wichtige zusammen:

-Merkmale & Biologie
-Laichverhalten & Nachwuchsbetreuung
-Verbreitung in Baden-Württemberg
-Ökologische Auswirkungen als Spitzenprädator
-Angel-Tipps & kulinarische Highlights (inkl. Saltimbocca-Rezept)

Bild: Shutterstock

Ab sofort lieferbar: Der Wilde Welten Kalender 2026

Wilde Welten Kalender 2026

Der Wilde Welten Kalender ist Teil der naturpädagogischen Arbeit von Fischern und Jägern und ergänzt unsere Initiativen Fischmobil und Lernort Natur. Er wird aus Mitteln der Fischereiabgabe gefördert.

Wir wollen die Schüler für unsere Tierwelt begeistern, denn Entdecker wilder Welten werden überall fündig: im Wald und in der Feldflur, in Bächen, Flüssen und Seen, selbst in der Stadt.

Der kostenlose Wandkalender wird über die örtlichen Fischervereine und Jägervereinigungen an die Schulen in Baden-Württemberg verteilt. Für jede Klasse können wir zwei Kalender kostenlos zur Verfügung stellen. Sprechen Sie den Bedarf mit Ihrer örtlichen Schule und der ansässigen Jägervereinigung ab. Nutzen Sie die Möglichkeit, auf örtlicher Ebene die Fischerei und die Vereinsarbeit ins Gespräch zu bringen.

Jetzt bestellen: Sie erhalten den Schulkalender „Wilde Welten 2026“ über die Hauptgeschäftsstelle des Landesfischereiverbandes (LFVBW). Bestellen Sie die Schulkalender per E-Mail an schulkalender@lfvbw.de, per FAX 0711-252947-99 oder telefonisch unter 0711-25294750. Bitte geben Sie Ihren Namen, Vereinsnamen und die vollständige Versandadresse an.

Nachruf

Hans-Rainer Würfel

* 22.09.1949          ✝ 25.08.2025

Einer unserer engagiertesten Mitstreiter, um den es erst in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist, hat uns nun verlassen.

Im Alter von 22 Jahren übernahm Hans-Rainer Würfel im Jahr 1972 den Vorsitz im Sportfischerverein Ludwigsburg, einen Posten, den er bis zu seinem Tod inne hatte.

Er verstand sehr schnell, dass Gewässer und die darin lebenden Bewohner nicht an Orts- oder Kreisgrenzen halt machen, dass man größer denken muss. Das tat er nicht nur in seinem Verein, dem er durch seine Strategie, eigene kleine Gewässer zu verkaufen und stattdessen größere Gewässer und Fischrechte zu erwerben, mit 120 ha hervorragendem Fischwasser eine gute Zukunft gesichert hat.

Für sein Engagement ehrte ihn damals der VFG (Verband für Fischerei und Gewässerschutz in Baden-Württemberg e.V.) mit Gold (1990) und Großgold (1995) und der VDSF (Verband Deutscher Sportfischer) mit Silber (1995).

Seit 1998 war er Ausbilder im Verband und unterrichtete die Jungangler in Vorbereitungslehrgängen zur Fischerprüfung im Landkreis Ludwigsburg, ab 2016 als Lehrgangsleiter. Überregional dachte er weiter – 1999 wurde er Vorsitzender vom Fischerei-Hegebereich Neckar VII , und 2007 für 4 Jahre Bereichsvorsitzender beim VFG für den Regierungsbezirk Stuttgart. Die Landesehrennadel, die er 2009 erhielt, war eine weitere Ehrung von vielen.

Die Vereine und Verbände in allen vier Landesteilen verstanden schließlich Anfang der 2010er Jahre endlich auch, dass sie nur gemeinsam und über ihre Bezirksgrenzen hinaus für die Gewässer und ihre Bewohner stark sein konnten – und Hans-Rainer Würfel wurde 2011 in Nordwürttemberg der Vize-Präsident des Verbandes für Fischerei und Gewässerschutz und schließlich im April 2015 der letzte Präsident des VFG vor der Verschmelzung der Landesverbände aller Landesteile zum Landesfischereiverband Baden-Württemberg im Oktober 2015.

Nun hätte er sich zur Ruhe setzen können und ganz auf seine Tätigkeiten als Vereinsvorsitzender des SFV Ludwigsburg und als Vorsitzender vom Fischerei-Hegebereich Neckar VII konzentrieren können. Aber das war nicht seine Art. Er stellte seine Fähigkeiten als Schatzmeister dem neuen Landesfischereiverband zur Verfügung und brachte auch hier noch bis 2021 seine Expertise ein. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg ernannte ihn 2022 zum Ehrenpräsidenten.

Mit Hans-Rainer Würfel verliert die Fischerei nicht nur einen hochkarätigen und besonnenen Ratgeber, sondern auch einen fürsorglichen und hilfsbereiten Menschen und Freund. Der hinterbliebenen Familie gilt unser aufrichtiges Beileid.

Landesfischereiverband Baden-Württemberg

Thomas Wahl

Präsident

Landesfischereiverband Baden-Württemberg e. V.
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