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In Kooperation mit der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg veranstaltete der Landesfischereiverband dieses Jahr bereits das fünfte Fischereiforum in Friedrichshafen.

Text: Martina Werner (Bezirksreferentin für Öffentlichkeitsarbeit Südbaden)

Insgesamt sechs Fachvorträge aus verschiedenen Themengebieten rund um die Fischerei  wurden den ca. 100 interessierten Zuhören im Laufe des Vor- und frühen Nachmittages geboten. Sollten Sie dieses Jahr keine Möglichkeit zur Teilnahme gehabt haben, finden Sie die einzelnen Vorträge am Ende dieses Berichts zum Download.

Dr. Alexander Brinker, Leiter der FFS und Thomas Wahl, Präsident des LFVBW begrüßten die Anwesenden und wiesen in ihrer kurzen Ansprache auf die Veränderungen durch den Klimawandel hin, von denen besonders im vergangenen Jahr unsere Flüsse und Seen betroffen waren. Die Problematiken für kälteliebende Fischarten, welche durch niedrige Wasserstände und hohe Temperaturen extremem Stress ausgesetzt waren, machen eine zeitnahe Erarbeitung von Hilfsmaßnahmen notwendig.

Hans-Jörg Schraitle, Amtsleiter für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung und stellvertretender Sprecher des Bürgermeisters, sprach über die Folgen des Hitzesommers für den Bodensee und erläuterte die Maßnahmen rund um den See für die kommenden Jahre, um die Auswirkungen durch den Klimawandel zu mäßigen. Außerdem sprach er seinen Dank gegenüber allen engagierten Anglern aus, welche im vergangenen Jahr an den Gewässern mit Hilfsmaßnahmen und Abfischen für Schadensbegrenzung gesorgt haben.

Die neue Fischereireferentin des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz  Baden-Württemberg und Nachfolgerin von Dr. Dehus, Dr. Jasminca Behrmann-Godel, stimmte in diesen Punkten ihren Vorrednern zu.  Anthropogene  (durch Menschen herbeigeführte) und klimatische Veränderungen an unseren Gewässern sind fast überall spürbar. Man muss gemeinsam Lösungswege erarbeiten. Ihr Appell richtete sich dabei an Angelvereine sowie Berufsfischer, die gemeinsam mit Natur- und Umweltschutzbehörden und der Fischereibehörde an einem Strang ziehen müssen. Hierbei nannte sie als Beispiel das Projekt an der Jagst zur Kormoranvergrämung, bei dem die Fischereibehörde mit der Naturschutzbehörde zusammen arbeite.  Hilfreich wäre ein solches Projekt auch am Bodensee, da hier ebenfalls ein massiver Fraßdruck durch den Kormoran besteht. 

Es folgte der erste Vortrag von Dr. Timo Basen von der FFS mit dem Thema „Hitzesommer 2018: Vorbote für die Zukunft unserer Fließgewässer“. Hier erörterte er die Zeichen und Folgen des Hitzesommers. Der vergangene Sommer war der zweitwärmste und einer der trockensten seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen. Die FFS führte an verschiedenen Stellen Proben durch, welche einen Artenrückgang von kälteliebenden Fischen verzeichneten. Ursache hierfür war der Stress durch hohe Temperaturen und extreme Niedrigwasserstände. Die klimatische Wasserbilanz sagt voraus, dass die Gewässer im Winter zukünftig mehr Wasser und im Sommer weniger Wasser führen werden. Dies hat einen direkten Einfluss auf die Fließgewässer und die Fische. Es beeinflusst deren Lebenszyklus aufgrund des natürlichen Verhaltensmusters der Vermeidung und Anpassung. Anhand statistischer Berechnung wurde aufgezeigt, dass bei fortschreitender klimatischer Veränderung ein Rückgang geeigneter Lebensräume für Groppen, Forellen und andere kälteliebende Fischarten eintreten wird. Die aktuellen Notfallmaßnahmen sind auf Dauer nicht genug. Unsere Gewässer müssen resistenter werden, durch gezielte Renaturierungs-, bzw. Strukturverbesserungsmaßnahmen.

Der nächste Beitrag „Maßnahmen zum Schutz von kälteliebenden Fischen- Erkenntnisse aus den Hitzesommern 2003 & 2018 am Hochrhein“ wurde von Samuel Gründler vom Schweizer-Fischerei-Verband SFV vorgetragen. Im Jahr 2003 kam es durch den damaligen Hitzesommer zu einem massiven Äschensterben am Hochrhein, welches ca. 97% der Äschenpopulation betraf. Der SFV erarbeitete daher ein Maßnahmenpaket, welches im Wiederholungsfalle Schlimmeres verhindern sollte. Dies trat dann 2018 ein. Die vorherrschenden sich verschlechternden Bedingungen an den Gewässern machten klar, dass hier eingeschritten werden musste. Ziel des Maßnahmenpaketes war es auch, die Hilfsmaßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen. So wurden früh Kaltwasserzonen für die Fische, von Hand als auch mit Baggern, geschaffen. Gewässerabschnitte wurde mit Netzen überspannt, um die Erwärmung durch die Sonne zu reduzieren und Stress durch fischfressende Vögel zu mildern. Zonen in denen Fische sich wissentlich zurück zogen wurden zu deren Schutz vor der Bevölkerung abgesperrt. Die Evakuierung durch abfischen sollte als letzte Maßnahme zum Tragen kommen. Ein wichtiger Beitrag war auch das Sensibilisieren der Bevölkerung, in dem man diese mit einbezog. Fernsehen und Lokalzeitschriften waren vor Ort und berichteten darüber. Dadurch war es möglich, mehr Äschen zu sichten, zu zählen und zu dokumentieren. Im Jahr 2003 waren 17 Tonnen Fische verendet; davon 95% Äschen. Im Jahr 2018 waren es nur noch 3 Tonnen verendeter Fische, dieses mal 90% Äschen. Hieraus wurden ebenfalls wieder Lehren gezogen: Die Bedeutung von Ufergehölz, also der Beschattung der Gewässer, wird immer wichtiger. Dies führte zu einer Kampagne welche die Behörden dazu verpflichtet, an den Nebenflüssen des Hochrheins für eine bessere Beschattung zu sorgen. Am Ende des Vortrages drängte sich bei den Zuhörern die Frage auf, wer hier finanziell für besagte Umsetzungen unter die Arme gegriffen hat. Samuel Gründler konnte dies ganz einfach erklären:  Sämtliche Maßnahmen sowie deren Realisierung erhielten sehr große Unterstützung  seitens der Behörden sowie von Rheinkraftwerksbetreibern selbst, da die Äsche zum Schweizer Kulturgut gehört und einen sehr hohen Stellenwert genießt.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit Jörg Strehlows Beitrag „Das Angeln in der Mitte unserer Gesellschaft“. Jörg Strehlow ist ein bekannter Angler und Journalist, der bereits seit Jahren für verschiedene Angelzeitschriften Artikel verfasst. Er ist leidenschaftlicher Guide an der Elbe bei Hamburg und vereint das Angeln mit seiner zweiten Leidenschaft, dem Kochen. Jörg Strehlow fischt selbst schon seit seiner Kindheit. Er lebt bereits das, was er in seinem Vortrag erzählt: Für ihn ist zum Beispiel das Abhaken eines Fisches im Wasser selbstverständlich. Ein großer, gummierter Kescher schont den Fisch beim waidgerechten landen; mit dem Auto fährt er nicht direkt an den Angelplatz. In Habitaten in denen sich wissentlich hauptsächlich Jungfische aufhalten angelt er nicht, Fische kurz vor dem Laichgeschäft befischt er nicht mehr. Laichplätze werden nicht betreten, dies ist für ihn ein Ehrencodex. Der vernünftige Umgang mit dem Fisch, das Verhalten in der Natur, Nachhaltigkeit; um es mit seinen Worten zu sagen: „Maß halten mit großem Gefühl und Verständnis für das Lebewesen“. Dieses Prinzip gibt er ebenfalls an seine Guiding-Teilnehmer weiter. Gemeinsam mit dem BTO- Barendorf wird hierfür außerdem ein Bildungsurlaub für nachhaltiges Angeln angeboten. Zukunftsweisend war für ihn auch die Zusammenarbeit mit dem deutschen Jagdverband. Hier wurde ein Projekt auf die Beine gestellt, bei dem in wunderbarer Kooperation Angler, Jäger und Imker gemeinsam gekocht haben. Er möchte alle dazu einladen das Angeln als das zu sehen was es ist: „Ein hohes Gut und wunderbare Möglichkeit, Geist und Verstand in die richtige Spur zu kriegen und Draußen zu sich selbst zu finden“.

Der nächste Referent war Dr. Oliver Born von der Fischereifachberatung Bezirk Schwaben mit dem Thema „Huchenwiederansiedlung – eine Erfolgsgeschichte aus dem Bezirk Schwaben!?“. Der Huchen ist weltweit bedroht, steht auf der roten Liste und wird in Baden-Württemberg als „vom Aussterben bedroht“ klassifiziert. Das Verbreitungsgebiet des sogenannten Donaulachses (hucho hucho) ist das gesamte Donaueinzugsgebiet. Hier steht laut Dr. Born bereits einiges auf der Kippe, da im Bereich des Balkans in den letzten europaweit gesehenen naturnahen Fließgewässern Wasserkraftanlagen geplant sind und somit die letzten sehr bedeutenden Lebensräume des Huchens bedroht sind.  Etwa 20 Jahre alt, 1,45m Lang und ca. 30 kg schwer kann ein Huchen werden. Als Kieslaicher benötigt er grobes Kiessubstrat mit wenig Feinsediment und hohem Strömungsdruck. Hier ergibt sich bereits ein zentrales Thema, da nahezu alle der klassischen Huchengewässer durch Querbauwerke beeinflusst sind. Das Geschiebedefizit, welches dazu führt das nicht ausreichend Kies in geeigneter Menge und Größe vorhanden ist, führt überall zu Problemen. Bayernweit gibt es lediglich 3 Flussabschnitte, mit gesicherten selbsterhaltenden Populationen. In vielen weiteren Gewässern gibt es zwar Junghuchen, aber diesen fehlt es schlichtweg an geeigneten Jungfisch-Habitaten. Im Hinblick auf eine Wiederansiedlung weisen auch nur sehr wenige Gewässerstrecken sowohl Laichplätze, als auch Habitate für junge und adulte Fische auf. Ein weiteres Problem stellt der genetische Austausch dar. Da die Durchgängigkeit sehr erschwert bis gar nicht mehr in den Gewässern vorhanden ist, wird bei der Zucht darauf geachtet, auch Fische von außerhalb zu nutzen um die Genetik der isolierten Populationen möglichst offen zu halten. Diesbezüglich ergibt sich auch noch erhöhter Handlungsbedarf bei der Umsetzung von Fischtreppen, welche aufgrund der Anforderungen des Huchens gerade an kleinen Gewässern nahezu unmöglich zu erfüllen, jedoch an anderen Stellen bereits erfolgreich umgesetzt worden sind. Der Besatz von Huchen liegt bei umgerechnet etwa zwei Huchen pro Gewässerkilometer. Diese Menge erscheint relativ gering, jedoch hat sich diese Besatzstrategie laut Dr. Oliver Born bewährt. Diese Gewässerstrecken sind im Hinblick auf das Nahrungsspektrum auch dazu in der Lage, einen Großhuchen von ca. einem Meter Länge zu ernähren. Durch diese geringe Menge soll außerdem verhindert werden, dass andere Fischarten und deren Populationen negativ beeinflusst werden. Als Resümee so heißt es, ist es durchaus eine Erfolgsgeschichte: Ohne die Wiederansiedlung und das Artenschutzprogramm würde es die Fischaufstiegsanlagen, wie er sie in seinem Beitrag zeigte, nicht geben. Eine erfolgreiche Wiederansiedlung wird erst dann möglich sein, wenn der Lebenszyklus innerhalb des Gewässers geschlossen werden kann. Hier setzt Dr. Oliver Born auf verschiedene Großprojekte an der Iller und dem Lech, welche unter anderem eine strukturelle Aufwertung der Lebensräume fördern.

Dr. Jan Baer von der FFS berichtete über das Aal-Management in Europa, im Rhein und in BW. Der europäische Aal gilt, so wie der Huchen, in BW als „vom Aussterben bedroht“. In vielen Ländern gilt ein Fangverbot, außerdem steht er auf der CITES-Liste, was ein weltweites Handelsverbot bedeutet. 60% der von der EU vorgegebenen Glasaal-Fangmenge der Berufsfischer muss wieder in den Besatz zurückgeführt werden. Es wurde ein Managementplan erstellt der sicherstellen soll, dass mindestens 40% der ursprünglichen Menge an Blankaalen wieder ins Meer abwandern können. Die Ergebnisse dieser Pläne werden in Umsetzungsberichten veröffentlicht. Diese haben aufgezeigt, dass lediglich 3 von 9 Einzugsgebieten in Deutschland die 40% Quote überhaupt schaffen. Auf ganz Europa gesehen sieht es für den Aal allgemein sehr schlecht aus. Trotz Besatzmaßnahmen, verlängerten Schonmaßen und Schonzeiten wird es wohl in Zukunft weitere Einschränkungen für die Fischerei geben. Solche wurden gerade erst in der Küstenfischerei in der Nord- und Ostsee beschlossen, wo für mehrere Monate nicht mehr auf Aal gefischt werden darf. Die Angler entnehmen laut Berechnungen heutzutage aus dem gesamten Rheinsystem ca. 40 Tonnen Aal. Im Gegensatz zu den Jahren 2005, 2006 und 2007; da waren es noch ca. 90 Tonnen. In BW wurde die Aalentnahme durch die Einführung der Schonzeiten und die Mindestmaßanhebung von 10 auf 5 Tonnen reduziert. Jan Baer wies darauf hin, dass durch die Wasserkraft mittlerweile mehr Aale aus den Gewässern „entnommen“ werden, als durch alle Angler, Kormorane und die Berufsfischer zusammen; nämlich ca. 190 Tonnen jährlich. Es sei durch weitere Einschnitte in der Fischerei im Rheinsystem nicht möglich die Anzahl an abwandernden Blankaalen zu erhöhen. Langfristig so sagt er, wird dem Aal nur geholfen werden können, wenn große Schutzkonzepte an den Wasserkraftanlagen durchgeführt würden.  Ein weiteres Thema war die Belastung der Aale mit Schadstoffen wie Quecksilber und Dioxin. Während die Aale aus dem Bodensee- Untersee unter den Höchstwerten liegen, sind Aale aus dem Rheinsystem häufig über den Grenzwerten und wären somit nach EU-Recht nicht vermarktungsfähig. Allein mit 200g Aal hätte ein 75kg schwerer Mann bereits seine wöchentliche Toleranzgrenze für das Dioxin PCB mit 190% ausgeschöpft. Weitere Schadstoffe wie z.B. Hexachlorbenzol, früher als Pflanzenschutzmittel eingesetzt und potentiell als Krebserregend eingestuft, wirken sich negativ auf das Hormon- und Fortpflanzungssystem aus und wurden ebenfalls mit erhöhten Werten in Aalen nachgewiesen. Den Verzehr dieser Fische, empfiehlt Jan Baer deshalb nicht. Für weitere Infos kann man der Fischereiforschungsstelle mittlerweile auf Twitter folgen oder klassisch deren Homepage besuchen.

Der letzte Vortrag kam von Dr. Julia Gaye-Siessegger, ebenfalls von der FFS, mit dem Thema „Konflikt Kormoran und Fischerei – Stillstand oder Fortschritt?“. Derzeitigen Schätzungen zufolge gibt es zum heutigen Zeitpunkt mehr als 2 Millionen dieser Vögel in Deutschland. In Baden-Württemberg liegt der Bestand, dessen Tendenz seit dem ersten Brutpaar 1994 nur nach oben ging, bei mittlerweile 1.200 Brutpaaren. Die Möglichkeiten in BW Jungvögel ganzjährig schießen zu dürfen sowie neue Brutkolonien zu verhindern, wie in den anderen 11 Bundesländern mit einer Kormoranverordnung, besteht leider nicht. Bei uns dürfen vom 16. August bis 15. März außerhalb von Schutzgebieten Kormorane ohne Genehmigung geschossen werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gemäß der Kormoranverordnung gegeben sind. In ausgewiesenen Schutzgebieten, die viele Gewässerstrecken in BW an denen den Kormoran ansässig ist betreffen, bleibt es jedoch ohne Ausnahmegenehmigung weiterhin verboten. Dr. Gaye-Siessegger ging hier intensiver auf das Kormoran-Problem an der Jagst ein, welche mit Ausnahme des Oberlaufes ein Vogelschutzgebiet ist. Ab dem Mittellauf bis zur Mündung in den Neckar gab es von 2008 bis 2011 eine Ausnahmegenehmigung welche es erlaubte, Kormorane auch über den Winter letal zu Vergrämen. Nach deren Auslauf wurde diese Genehmigung jedoch nicht verlängert. Gefordert wurden neue Daten, welche den Zusammenhang zwischen Fischbestand und Kormoranpopulation belegen. Es dauerte alles in allem 3 Jahre, bis über Fischbestandsuntersuchungen, Gutachten und Stellungnahmen eine weitere Ausnahmegenehmigung erteilt wurde. Zwischenzeitlich kam es jedoch an der Jagst zu einem Fischsterben. Aufgrund des Fischsterbens verlagerten sich viele Schlafplätze der Kormorane aus Bereichen in denen sie vergrämt werden durften, in Bereiche an denen bislang keine Vergrämung möglich war. Durch das neu beschlossene Projekt „Naturverträgliche Optimierung der Kormoranvergrämung an der Jagst“, dessen Beginn im Winter 2017/18 war, sollten Kormorane nach bayrischem Vorbild vergrämt werden. Sobald also die Kormorane im Winter Einzug hielten wurden die ersten Kormorane geschossen, was nachfolgende Vögel dazu animierte sich einen anderen Platz zu suchen. Dies hatte in 2 Jahren zur Folge, dass die Kormorane sich in die Naturschutzgebiete zurückzogen in denen sie weiterhin nicht vergrämt werden durften. Für diesen Winter ist nun geplant auch in diesen Gebieten an 2 Wochenenden intensiv zu vergrämen, um die Tiere hoffentlich weiter zu reduzieren oder sie sogar ganz zu vertreiben. Am Bodensee, so Dr. Gaye-Siessegger, hat sich die Situation sehr verschärft. Rückläufige Fangzahlen der Berufsfischer stehen der wachsenden Dichte der Kormoranbestände gegenüber. Im Oktober 2018 waren es am Bodensee ca. 3000 Vögel, was einer Fischentnahme von ca. 1,5 Tonnen pro Tag entspricht. In der IBKF Studie von 2017 sollte geprüft werden, in wie weit ein Management am Bodensee möglich ist. Es wurde außerdem festgestellt, dass sowohl die Brutkolonien als auch sämtliche Schlafplätze in Schutzgebieten liegen. Die Studie empfiehlt im Rahmen einer Pilotstudie ein seeweites Kormoranmanagement zu erproben. Dr. Gaye-Siessegger wies außerdem auf die Wichtigkeit der Kenntnisse und Zahlen zur Entwicklung der Kormoranbestände hin. Hier gibt es die Möglichkeit, über Meldeblätter, Online oder über die App „Kormordat“ Kormoransichtungen zu melden. Diese Daten sind besonders hilfreich bei der Bewilligung von Ausnahmegenehmigungen  oder als Rechtfertigung für Verordnungen. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Zahl der Kormorane trotz aller Maßnahmen tendenziell immer weiter ansteigt. Ganz besonders betroffen in BW ist der Bodensee, wo die Entnahme an Fisch durch die Vögel mittlerweile mindestens genauso hoch, wenn nicht sogar höher ist, als die durch die Berufsfischerei. Das Einzige was vermutlich wirklich helfen würde, so Dr. Gaye-Siessegger, wäre langfristig ein Europäisches Management oder eine Aufnahme des Kormorans in die Liste der jagdbaren Arten.     

Text: Martina Werner (Bezirksreferentin für Öffentlichkeitsarbeit Südbaden)

Hier können Sie die Fachvorträge herunterladen:

Baer: Aalmanagement in Europa, im Rhein und in BW

Basen: Hitzesommer 2018 als Vorbote für die Zukunft unserer Gewässer

Born: Huchenwiederansiedelung

Gaye-Siessegger: Konflikt Kormoran und Fischerei - Stillstand oder Fortschritt

Gruendler: Massnahmen zum Schutz von kälteliebenden Fischen

Strehlow: Das Angeln in der Mitte unserer Gesellschaft

 

 

 

 

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