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MaifischLFVBW unterstützt die Ansiedlung des Maifischs im Rhein

19.7.2017 Seit Beginn dieses Jahres unterstützt der LFVBW gemeinsam mit weiteren Unterstützern aus den Rheinanliegerländern das länderübergreifende Maifischprojekt, das die dauerhafte Etablierung der ehemals bedeutenden anadromem Wanderfischart im Rhein verfolgt. Inhaltlich schließt das vom Rheinischen Fischereiverband von 1880 e.V. geleitete und koordinierte Projekt an die in den beiden EU LIFE-Projekten zwischen 2007 und 2015 begonnen Maßnahmen an, beziehungsweise entwickelt diese weiter. Seit 2013 kehren erwiesenermaßen Maifische aus den Wiederansiedlungsmaßnahmen in den Rhein zurück und pflanzen sich bereits natürlich fort. Im Rahmen des länderübergreifenden Maifischprojektes sollen diese bisherigen Errungenschaften bewahrt und die weitere, bislang keineswegs gesicherte, Bestandsentwicklung gelenkt und verfolgt werden.

MaifischzyklusNeben der Durchführung von Studien, die die natürliche Bestandsentwicklung im Rhein verfolgen und dokumentieren sollen, stellt die Fortführung der Besatzmaßnahmen mit aus Frankreich importierten Maifischlarven eine wichtige Säule des Artenschutzprojektes dar. Zur Sicherstellung des weiteren Aufbaus eines Maifischbestandes im Rhein sollen im gleichen Umfang wie in den vorangegangenen LIFE geförderten Projekten Maifischlarven besetzt werden, die nach etwa fünfjährigen Aufenthalt im Meer als erwachsenen Maifische in den Rhein zurückkehren und sich natürlich fortpflanzen. In Jahren, in denen bereits Maifische aus natürlicher Reproduktion (nachgewiesen in den Jahren 2013, 2014, 2015) zurückkehren, trägt der Besatz zu einer substanziellen Erhöhung der Rekrutierung aus dem Rhein bei. In Jahren, in denen die besatzbedingten Rückkehrerzahlen theoretisch sinken sollten (ab 2017) und/oder die Bedingungen für die natürliche Reproduktion eingeschränkt sind (z.B. durch langanhaltende Hochwässer und anhaltend feucht-kühle Witterungsverhältnisse), stellen die Besatzmaßnahmen den nachhaltigen Populationsaufbau sicher.

Wie bisher werden die Maifischlarven aus der Maifischzucht in Bruch in der Aquitaine bezogen. Pro Jahr werden etwa 80 Elternfische aus den Wildbeständen der Garonne und der Dordogne entnommen und künstlich zum Ablaichen gebracht und Maifischlarven aus den so gewonnenen befruchteten Eiern erbrütet. Die daraus zu produzierende Menge an Maifischlarven schwankt in Abhängigkeit der hydro-klimatischen Bedingungen, der Kondition der Elternfische und der verwendeten Hormonpräparate erheblich und liegt im Mittel bei etwa 1 Mio. Larven für den Besatz im Rhein pro Jahr. Die Produktion und Lieferung der Larven wird wie bisher durch die ASSOCIATION MIGADO geleistet. Der Besatz wird durch die Projektleitung beim RHEINISCHEN FISCHEREIVERBAND und die regionalen Partner entlang der Rheinachse koordiniert und durchgeführt.
Maifischbesatz in RLPAnders als in den Life-Projekten, bei denen die Öffentlichkeitsarbeit einen großen Anteil der Projektarbeit ausmacht, sind im länderübergreifenden Maifischprojekt aus budgetären Gründen weniger kostenintensive PR-Maßnahmen vorgesehen. Aufgrund der positiven Erfahrungen in diesen Projekten wurde am 2. Juni erstmals ein Maifischbesatzevent in dem ebenfalls neu hinzugekommenen Unterstützerland Rheinland-Pfalz ausgerichtet, bei dem der Staatssekretär aus dem rheinlandpfälzischen Umweltministerium Dr. Thomas Griese gemeinsam mit Kindern aus der Region unter großem öffentlichen Interesse Maifischlarven im Rhein bei Remagen-Kripp auswilderte. Vergleichbare Veranstaltungen sollen zukünftig auch in Baden-Württemberg zur Information der Öffentlichkeit und die Sensibilisierung für die bedrohten Wanderfischarten stattfinden.

Um Informationen über die Anzahl zurückkehrender Maifische und die Größe des Laichbestandes zu gewinnen, werden zusätzlich zu den regulären Zählungen die die Fischpässe an den ersten Querbauwerken im Oberrhein (Iffezheim und Gambsheim), sowie der Mosel (Koblenz) durchwandernder Fische, ein akustisches Monitoring laichender Maifische entwickelt. Dieses sogenannte Bull-Monitoring ist fester Bestandteil des Monitorings der französischen Maifischpopulationen, wie z.B. der Loire und der Garonne fußt auf den Zählungen der sogenannten „Bulls“, des durch das Schlagen an der Wasseroberfläche hervorgerufenen charakteristischen Geräuschs bei der Abgabe der Geschlechtsprodukte der laichenden Maifischen. Da Maifische in relativ kleinräumigen Flussabschnitten laichen, dabei verlässlich ganz bestimmte Habitatbedingungen aufsuchen und sich zudem durch eine hohe Laichplatztreue auszeichnen, lässt sich durch akustische Aufzeichnungen an bekannten Laichplätzen und der Analyse der aufgezeichneten Bulls mit einer speziellen Software die Anzahl der laichenden Maifische ermitteln. Durch die Überwachung aller Laichplätze unterhalb der Querbauwerke, bzw. der Zählstationen an den Fischpässen, ergibt sich ein präzises Bild des Laicherbestandes unterhalb der Querbauwerke und in Kombination mit den Aufsteigerzahlen eine Einschätzung der Populationsgröße eines Jahres.
Organigramm länderübergreifDa das Bull-Monitoring in Frankreich etabliert ist, erscheint einer Implementierung dieser kostengünstigen und zuverlässigen Methode, die zudem ohne Rückwirkungen oder Beeinträchtigungen der Individuen oder gar des Bestandes im Rhein prinzipiell möglich. Allerdings setzt es die Kenntnis der rezenten Laichplätze voraus. Anders als an den französischen Maifischflüssen, in denen der freifließende Abschnitt mit geeigneten Habitaten nur wenige hundert Kilometer aufweist, verteilen sich die bereits kartierten potenziellen Laichplätze auf den Abschnitt zwischen den Flusskilometern 873 (Waal in NL) und 349 (unterhalb Staustufe Iffezheim). Nachweise von Jungfischen aus natürlicher Reproduktion in Baden-Württemberg und im weiteren Rheinverlauf bis in die Niederlande belegen, dass es weitere aktuelle Laichareale im Rhein geben muss. Diese aufzuspüren stellt, in Anbetracht der immensen Fläche, in der sich die Maifische potenziell fortpflanzen können und der Variabilität der Habitatbedingungen in Abhängigkeit der Abflusssituation, die erste Herausforderung für das Monitoring da. Im zweiten Schritt müssen potente Standorte für das Monitoring ausgewählt werden, die die Bedingungen für ein dauerhaftes Monitoring erfüllen. Das Know-how des Bull-Monitorings, die technische Beratung vor Ort, sowie die Schulung der Monitoring Teams in Frankreich und am Rhein erfolgt durch die Association MIGADO, die seit jeher für das Monitoring der Maifische an den Flüssen Garonne und Dordogne zuständig ist. Für die Umsetzung und Koordination des Monitorings ist der UMWELTCAMPUS DER HOCHSCHULE TRIER zuständig. Aus fachlichen und geographischen Gründen wird sich das Monitoring vorerst schwerpunktmäßig auf den Mittelrheinabschnitt um die Moselmündung herum bewegen. Ein weiterer Hauptaspekt der Frühphase dieser Studie ist die Anpassung der akustischen Aufnahme- und Auswertungstechniken an die Geräuschsituation am Rhein, die sich grundsätzlich von den an den eher abgelegen dahinfließenden französischen Flüssen herrschenden Bedingungen unterscheidet.
Bereits beim ersten Monitoringdurchgang konnte ein aktiver Maifischlaichplatz im Rhein in der Nähe von Koblenz identifiziert und zahlreiche Bulls beobachtet werden. Diese gleichermaßen sensationelle wie ermutigende Beobachtung belegt zudem, dass die Maifische bereits weit unterhalb der ersten Querbauwerke im Mittellauf des Rheins laichen und die in den Fischpässen registrierten Maifische nur einen Teil des Bestandes repräsentieren.

Im Laufe des Sommers und des Herbstes soll mittels Zugnetzen nach Jungfischen gesucht werden. Zusätzlich werden Nebenerwerbsfischer angesprochen Beifänge, z.B. von zum Meer hin abwandernden Maifischen aus Aalschokkern, zur Verfügung zu stellen. Die Herkunft der Fische (aus der Zucht in Bruch oder aus natürlicher Reproduktion im Rhein stammend) kann sowohl anhand der fluoreszensmikroskopischen Untersuchung derer Gehörsteinchen, die den in der Zucht verabreichten Farbstoff in sich tragen als auch mittels genetischer „Vaterschaftstests“ bestimmt werden. Einen entsprechend repräsentativen Stichprobenumfang vorausgesetzt, können so Hinweise auf die Größe der Jungfischpopulation eines Jahrgangs gewonnen werden.

Maifischzucht in BruchDie Gesamtheit der Maßnahmen ermöglicht nicht nur die Fortführung der Wiederansiedlungsmaßnahmen nach dem Auslaufen der EU geförderten Life-Maifischprojekte, sondern auch die Etablierung spezieller Monitoringtechniken und damit der Bestandsentwicklung dieser ganz besonderen und zukünftig vielleicht auch wieder fischereilich relevanten Fischart im Rhein. Neben der Umsetzung dieser Maßnahmen besteht die Hauptherausforderung der nächsten Zeit darin weitere Fördermittel zu generieren um die Maßnahmen ausweiten zu können. Mittelfristiges Ziel soll sein Teile des die Fischpässe am Oberrhein passierenden Maifischbestandes als Elternfische für eine eigene Zuchtanstalt zu nutzen und sukzessive von den Jungfisch-Importen aus Frankreich zur Aufrechterhaltung des Besatzprogrammes unabhängig zu werden. Gleichzeitig sollen Monitoringmaßnahmen Aufschluss darüber geben ab welchem Punkt der Bestand groß genug ist um ohne weitere stützende Besatzmaßnahmen fortbestehen zu können.
Hierzu leistet der Landesfischereiverband Baden-Württemberg einen entscheidenden Beitrag.