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Bezirk Nordwürttemberg
von Maintauber bis nach Böblingen.

karte bezirke nb

Lage

Der Bezirk Nordwürttemberg liegt im Nordosten Baden-Württembergs, umfasst 2 Stadt- sowie 11 Landkreise, und reicht von Maintauber bis nach Böblingen.

Mitglieder

Aus Nordwürttemberg sind 205 Fischereivereine Mitglied im LFVBW.

Ansprechpartner

Ihre Ansprechpartner finden Sie in der Adressliste des Bezirskvorstandes Nordwürttemberg.

Bezirksvorstand Nordwürttemberg

22.7.2017: Zeitungsschlagzeilen wie " Fischsterben durch Manipulation an der Biogas-Anlage", "Fischsterben nach Unfall in Biogasanlage", "Defekt an Biogasanlage tötet kompletten Fischbestand" tauchen in den letzten Jahren vermehrt auf. Wie ist die Situation in Baden-Württemberg und weshalb kommt es zu diesen Problemen?

In Deutschland sind derzeit über 9.000 Biogasanlagen in Betrieb, davon in Baden-Württemberg allein ca. 950. Tatsache ist, dass bei einer landesweiten Überprüfung durch die Gewerbeauf-sichtsämter der Stadt- und Landkreise zwischen 2013 und 2015 an fast der Hälfte der Anlagen Mängel festgestellt wurden.

Häufigste Mängel betrafen die Betriebssicherheit (Explosionsschutz), die Anlagendichtheit oder die mit den Anlagen verbundenen Fahrsilos (https://um.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/ergebnisse-der-umfassenden-ueberpruefung-der-biogasanlagen-in-baden-wuerttemberg-vorgelegt ).

Das Funktionsprinzip einer landwirtschaftlichen Biogasanlage zeigt das folgende Schema:

Schema Biogasanlage

Quelle Schema Biogasanlage: "Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)"

Am häufigsten ist die Nutzung des entstehenden Biogases über einen Gasmotor und Generator zur direkten Stromproduktion und Einspeisung in das Stromnetz. Gefährlich für unsere Gewässer ist besonders der Austritt von Gärsubstrat, Gärresten oder Sickerwässern aus Fahrsilos, die, wenn sie in ein Gewässer gelangen, durch ihre hohe Sauerstoffzehrung sowie die hohen Ammo-nium-/Ammoniakwerte unmittelbar zu Fischsterben führen. Im Havariefall (techn. Defekte, Über-laufen oder Fehlanschlüsse) gelangen diese in großen Mengen in ein Gewässer und führen unmit-telbar zu massiven Fischsterben (siehe Schadensfall Sindelbach im Hohenlohekreis). Aber auch durch schleichende Verluste, nämlich durch undichte Leitungen oder Bodenbeläge, kommt es zu deutlichen Gewässerbelastungen, die zu Schäden beim Makrozoobenthos und bei empfindliche-ren Fischarten, insbesondere an Eiern und Brütlingen, führen. Länger andauernde "Sickerungen" sind häufig durch die Bildung von Abwasserpilzen erkennbar, die als dicke, watteartige Beläge im Gewässer auch vom Laien leicht erkannt werden können. Gerade kleine und kleinste Gewässer, die kaum als solche wahrgenommen werden, zeigen oft dieses Schadensbild. Hier gilt es, dass wir Fischer den Finger in die Wunde legen und die Behörden auf solche Mißstände aufmerksam ma-chen. Leider entgehen oft bei Betriebsprüfungen diesen und auch den damit beauftragten Sach-verständigen solche schleichenden Schäden, da die Austrittsstellen des kontaminierten Wassers häufig etwas von der Anlage abgerückt sind und nicht unmittelbar in's Auge fallen. Es sollte sich deshalb jeder Verein über seine im Gewässerumfeld befindlichen Biogasanlagen informieren und nach möglichen Eintragspfaden suchen und diese regelmäßig auf ihre Abwasserbelastung hin auch zu kontrollieren.

Sindelbach

Gärreste im Sindelbach / Hohenlohekreis

Der Abwasserpilz ist eine Gemeinschaft aus verschiedenen Bakterien und ein Anzeiger für sehr stark verschmutze Gewässer (Gewässergüte III-IV). Er bildet sich in Gewässern, in die über einen längeren Zeitraum organische Abwässer eingeleitet werden. Häufig sind dies Einleitungen von Sickerwässern und Gärsäften aus landwirtschaftlichen Betrieben, insbesondere von Silagelagern bei Biogasanlagen oder von Dunglegen. Diese Abwässer gelangen über Rohrleitungen oder nach starken Regenfällen durch Abschwemmung von der Oberfläche in das Gewässersystem. Die Ge-wässersohle ist dann von einer weißen bis gelblich-rötlichen schleimigen Schicht bedeckt, die jegliches Leben im Gewässer unmöglich macht. Fische oder andere Gewässerlebewesen auf dem Gewässergrund findet man nicht mehr. Der Abwasserpilz kann sich nur so lange im Gewässer halten, wie die Verschmutzung andauert. Bei ausbleibender Nahrungsgrundlage bilden sich die Bakterien wieder zurück. Das Gewässer erscheint dann zwar wieder sauber, ist aber langfristig erheblich geschädigt und biologisch verödet. Eine einfache biologische Gewässergüteuntersu-chung, die jeder Gewässerwart während seiner Ausbildung beim LFVBW kennengelernt hat, kann dies belegen. Diese Einleitungen, sichtbar durch den Befall mit dem Abwasserpilz, verschmutzen massiv gerade die ökologisch wertvollen Gewässeroberläufe mit langfristigen Folgen für alles Le-ben in den betroffenen Gewässern, da dort eine Regeneration "von oben her" dann unmöglich ist.

Abwasserpilz2
Dicke Abwasserpilzmatte aus einer Biogasanlage

Technisch vermeidbar wären sicherlich viele Schadensfälle, wenn es bessere Sicherheitsvor-schriften geben würde. Zwar wurden die bisherigen Länderregelungen über "Anlagen zum Um-gang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe (VAwS)" durch die strengere Bun-desvorschrift AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) zum 01.08.2017 ersetzt, aber auch diese bietet keinen absoluten Schutz vor Schadensfällen. Zwar wird jetzt eine Leckageerkennung vorgeschrieben, aber i.d.R. immer noch keine grundsätz-lich doppelwandige Rohrführung oder Wandung bei unterirdischen Behältern und Leitungen. Auch die dringend notwendige Umwallung, die das Volumen des größten Behälters zurückhalten muss, wird nur für neue Anlagen gefordert; Bestandanlagen dürfen sich für eine Nachrüstung 5 Jahre Zeit lassen. Und dies wird auch nur dann erfolgen, wenn es dem Betreiber wirtschaftlich und technisch zugemutet werden kann. Hier ist zu befürchten, dass eine Vielzahl von Anlagen in der Praxis Schlupflöcher finden wird, um die Kosten zu sparen und diese, für unsere Gewässer so dringend notwendige Sicherheitsmaßnahme nicht nachzurüsten. Denn ein technisches oder menschliches Versagen kann nicht absolut ausgeschlossen werden und wird es daher immer ge-ben. Umso wichtiger ist dann ein davon unabhängiges Sicherheitssystem, das wenigstens die schlimmsten Folgen verhindert.

Biogasunfall
trauriges Ende eines Biogasunfalls (Sindelbach)

Achim Megerle, LFVBW-Referent Gewässer im Bezirk Nordwürttemberg und Kreisvorsitzender Hohenlohekreis